Auf eine Armlänge Abstand…

Alle reden über das neue Maß, das Abstand halten soll. Eine Armlänge. Sie soll Frauen in Deutschland schützen. Vor Anmache, Fremden, Machos und ausländischen Männerhorden. Das Netz läuft in diesen Tagen randvoll mit Empörung, Hass und Untergangsszenarien. Die Wutwelle rollt. Es scheint, als stünde die Apokalypse unmittelbar bevor. Von Auswandern und Bürgerkrieg ist die Rede, vom Ausverkauf der deutschen Kultur, kurz: Das Land geht unter, wenn nicht endlich etwas passiert.

Aber was muss geschehen? Was ist zu tun? Den Stahlhelm aufsetzen und den nationalen Notstand ausrufen, unsere Bahnhöfe mit Bürgerwehren und Bundeswehr besetzen, an Frauen Pfefferspray verteilen und Karatekurse verordnen? Vielleicht sollten wir vorher noch ein paar Sekunden Zeit in Nachdenken investieren. Erste – politisch unkorrekte – Antworten entwickelten die Blogger von Buzz. Sie präsentieren zehn Ideen, wie die Armlänge-Abstand-Vorschläge der Kölner Oberbürgermeisterin Henriette Reker in die Praxis ungesetzt werden könnten.

 

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Vorschlag Nummer 9. Die „offensive“ Variante der Selbstverteidigung. Quelle: giphy.com

 

Das Problem weglächeln? Verbietet sich. Ein ironischer Seufzer erleichtert, aber reicht nicht mehr. Zu viel hat sich aufgestaut, zu viel wurde verdrängt, verheimlicht und viel zu lange unter den Teppich gekehrt. In welchem Land wollen wir leben? Das ist die entscheidende Frage. In einem Land, in dem das Gesetz der Straße gilt?

Die Kölner Horror-Nacht muss aufrütteln. Deutschland braucht, was es bisher nicht hat, einen Plan. Mit realistischen Einwanderungsgrenzen und echter Integration. Hinzu kommt eine einfache Tatsache: Wer sich nicht an die Regeln hält, hat in unserem Land nichts zu suchen. Eine klare Haltung ist nötig, um die übergroße Mehrheit der friedlichen Zufluchtssuchenden zu schützen. Durchwursteln geht nicht mehr.

Eine Armlänge Abstand wird bei Erkältungen empfohlen, heißt es, um Ansteckung zu vermeiden. Das macht Sinn. Ob im Fall Köln diese Abstandsregel vor einer um sich greifenden Paranoia hilft, hängt vom Immunsystem ab. Wenn die Abwehrkräfte intakt sind, ist vieles möglich. Dann könnten Grundrechte aus dieser so miesen Nacht gestärkt hervorgehen. Und Frauen müssten sich nicht mehr als Freiwild fühlen.

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