So viel Anfang ist immer

Die aktuelle Weltlage ist derzeit nichts für zartbesaitete Gemüter. Syrien, Saudi-Arabien, die Flüchtlingskrise. Köln, Pegida und Straßenschlachten. Feste Fundamente und alte Gewissheiten wanken, die Gesellschaft ist gespalten. Scheinbar sichere Antworten greifen zu kurz. Wie damit umgehen? In den Sozialwissenschaften findet sich für verunsicherte Zeitgenossen ein Zauberwort: Resilienz.

Wie bitte – Resilienz? Der Begriff entstammt dem lateinischen Verb resiliere und bedeutet so viel wie zurückspringen oder abprallen. Als Substantiv kann es daher großzügig mit Widerstandskraft übersetzt werden. Wie sagte einst der Schweizer Schriftsteller Max Frisch? „Die Krise ist ein produktiver Zustand. Man muss ihr nur den Beigeschmack der Katastrophe nehmen.“

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Foto: Ian Prince

 

Welche Krisen machen eine Gesellschaft widerstandsfähig? Andersrum: Welche Erschütterungen und Enttäuschungen lassen Menschen verzweifeln oder resignieren? Es kommt auf viele Faktoren an, sagen Forscher. Soziale und emotionale Intelligenz spielt ebenso eine Rolle wie familiäre und kulturelle Prägungen. Weniger bedeutsam ist der Einfluss von Vermögen und Besitz. Geld entscheidet am Ende nicht darüber, ob ein Mensch aus sich heraus widerstandsfähig oder anfällig ist. Resilienz ist keine Frage des Bankkontos.

Aufschlussreich ist: Widerstandsfähige Menschen entwickeln in schwierigen Situationen die Fähigkeit über ihr eigenes Schicksal zu bestimmen. Sie vertrauen nicht auf Glück, Zufall oder falsche Propheten. Sie nehmen die Dinge selbst in die Hand. Und sie ergreifen Möglichkeiten, wenn sie sich bieten. Resilienz bedeutet, ein realistisches Bild von den eigenen Fähigkeiten zu haben.

 

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