Wollt ihr ewig leben?

Der Traum von ewiger Jugend. Von Unsterblichkeit bei bester Gesundheit. Eine Zukunftsvision für die nächsten Jahre? Oder schlicht ein Alptraum, eine Horrorvorstellung? Menschen, die per Algorithmen und Gentechnik gesteuert werden. Zombies ohne Verfallsdatum? In Silicon Valley arbeiten die Nerds dieser Welt längst an diesem Projekt. Google soll über Tochterunternehmen bereits jeden dritten Dollar in Biotechnik investieren, um menschliches Leben zu verlängern. Fällt das letzte Tabu? Wird der Tod besiegt?

Seit Jahren arbeiten kalifornische Forschungslabore daran, Fähigkeiten zu erlangen, die früher ausschließlich  Göttern vorbehalten waren. Das Wetter lenken, Lebewesen entwickeln, vollautomatisiert und mit Überschallgeschwindigkeit jedes Ziel auf dieser Erde zu erreichen. Bereits heute komponieren Computerprogramme ganze Sinfonien oder verfassen Romane. Warum sollen Menschen nicht als nächstes ewig leben können?

 

Ewige Jugend, ewiges Leben. Ein Menschheitstraum. Google will ihn wahr werden lassen.

 

Der PayPal-Milliardär Peter Thiel aus Silicon Valley erklärte: „Meiner Ansicht kann man sich zum Tod auf dreierlei Weise verhalten. Man kann ihn akzeptieren, man kann ihn leugnen oder kann ihn bekämpfen. Ich glaube, unsere Gesellschaft besteht vor allem aus Menschen, die ihn hinnehmen oder leugnen. Ich bekämpfe ihn lieber.“

 

Sind die Menschen bald Göttergleich?

 

Bill Maris, Chef der Google Ventures, steckt massiv Konzerngelder in die Erforschung und Entwicklung von lebensverlängernden Projekten. „Wenn Sie mich heute fragen, ob es möglich ist, fünfhundert Jahre alt zu werden, so lautet die Antwort Ja! – Wir versuchen nicht, ein paar Meter gutzumachen. Wir versuchen, das Spiel zu gewinnen.“ Warum? Maris weiß eine einfache Antwort: „Leben ist besser als sterben.“

 

 

Anything goes. Der Sensenmann soll arbeitslos werden. Für immer. Googles Tochterfirma Veril Life Sciences wirbt für Fortschritte in der Bio- und Gentechnik. Der israelische Historiker und Vordenker Harari beschreibt eindrucksvoll die Dynamik dieser neuen menschlichen Agenda. Beiläufig warnt er vor Risiken und Nebenwirkungen: Nicht mehr Gleichheit für alle sei das Ziel, sondern Unsterblichkeit für einige wenige. Genau genommen für diejenigen, die es sich leisten könnten. „Don´t be evil“, lautete einst das Google-Gründungs-Motto. Die Schöne Neue Welt soll Wirklichkeit werden. Im Rhythmus der Algorithmen.

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