Nur für gewisse Stunden

Es beginnt so banal. Den Wecker überhört. Das Fahrrad weg. Den Zug verpasst. Das Auto nicht angesprungen. Im Stau steckengeblieben. Zu spät gekommen. Die Eltern nicht besucht. Die Kinder vergrault. Den Partner auf die Palme gebracht.

Es geht einfach so weiter. Der Job eine Tortur. Die Mails eine Katastrophe. Die Chefs toben: Don´t do it again. Die lieben Kollegen sind bitter-süße Chamäleons. Die Zeit flieht. Der Auftrag platzt. Die Kündigung droht. Freude, Lust, ein Lächeln, so weit entfernt wie ein Glas kühles Wasser in der Wüste.

 

 

Raus aus der Spur. Nur wie? Und wohin? – Da hilft nur Musik. Es gibt zwei Dinge, die im Leben unverzichtbar sind, gab mir mein Vater auf den Weg: Musik und Freunde. Beides kann man sich wenigstens selbst aussuchen. Wenn also die persönliche Titanic mal wieder unterzugehen droht, hier zwei Empfehlungen für Rettungsboote aus der großen weiten musikalischen Welt.

Da ist der wunderbare Pianist Bugge Wesseltoft aus Norwegen. Zum Kennenlernen am besten mit seinem neuen Album: Everybody loves Angels. Es sind Adaptionen von vertrauten und bekannten Songs. Alte Lieder von Bach bis Hendrix – neu interpretiert. Aufgenommen in einer Kirche auf den Lofoten. Hoch oben im Norden. Bugge Wesseltoft inspiriert, variiert und verführt in andere musikalische Sphären. Längst gilt er in der Pianistenszene als einer der ganz großen Vorbilder.

 

 

Dann noch ein Tipp für Rhythmus-Begeisterte: Snarky Puppy aus New York City. Aufmunternd, fröhlich, jazzig. Tanzbare Großstadtmusik – schräg, verspielt und perfekt arrangiert. Für Menschen, die sich irgendwann die Frage stellen. Gibt es das? –  Ablenkung für Stunden, die einfach nach Aufmunterung verlangen.

 

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