Idiocracy

Mehr geht nicht. – Doch! Der Mann will jetzt zum Mars fliegen. Und endlich den Friedensnobelpreis erhalten, der fehlt ihm noch. Mit Nordkorea hat es nicht geklappt. Vielleicht doch mit Syrien? Es läuft great für Donald Trump. Der größte Dealer aller Zeiten steht im absoluten Zenit. Wiederwahl? – Sehr wahrscheinlich. Alles richtig gemacht? – Na, logisch. Der 45. Präsident der Vereinigten Staaten von Amerika erklärte einmal im christlichen Dordt College in Iowa. „Ich könnte mitten auf der Fifth Avenue stehen und jemanden erschießen, und ich würde keine Wähler verlieren“. Diese Trump-Rakete zündete er 2016 vor seiner Wahl. Sein ernst gemeinter Geistesblitz ist nach vier Jahren noch richtiger. Das Absurde feiert Party ohne Ende.

2006 drehte Hollywood-Regisseur Mike Judge eine gleichermaßen absurde wie abgedrehte Science-Fiction-Komödie. Der Streifen hatte den Titel Idiocracy und taucht in die  Tiefen einer dekadenten Gesellschaft, die völlig verblödet ihrem Ende entgegentaumelt. Wir schreiben das Jahr 2505. Während ein hippes Akademiker-Pärchen ihren Kinderwunsch ständig verschiebt, bis der Gatte dahinscheidet, vervielfachen Unterschichtsfamilien ihren Nachwuchs. Bei den Having-Nots geht es nur noch um die besten Schnäppchen, fette Burger und das nächste Football-Spiel.

 

 

Im Laufe der Jahre verdummt die Gesellschaft bis selbst einfachste Dinge wie die Müllabfuhr nicht mehr funktionieren. Felder werden nicht mit Wasser, sondern mit dem coolen Softdrink Brawndo bewässert. Warum? Ganz einfach: „In Brawndo steckt, was Pflanzen schmeckt – es enthält Elektrolyte.“ Niemand von den Selbstoptimierern weiß, dass Elektrolyte Salzlösungen sind, die langfristig den Boden ausdorren und jede Ernte vernichten. Die bissige Satire hatte 2007 an den Kinokassen nur mittelmäßigen Erfolg. Vielleicht waren die Filmemacher mit ihrer Geschichte einfach zu früh dran. Jetzt wurde Idiocracy im Netz hochgeladen. Ungekürzt und in englischer Originalfassung.

 

 

Was ist nun Film? Was ist Wirklichkeit? Im echten Leben hat Donald Trump in seiner Rede an die Nation versprochen, die Mauer bald fertigzustellen, eine Milliarde Bäume zu pflanzen und das Waffenrecht zu verteidigen. So kann sein geliebtes Volk weiter von seinen Deals profitieren. Mehr geht nicht. Bleiben Sie also auf Ihrem Sofa entspannt. Mister Trump wird es richten. Der Dealer macht sein Ding.

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