Archive for : Januar, 2026

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Frau Mann

Spät, aber nicht zu spät haben wir uns kennengelernt. Gut so. An der Weltzeituhr am Alex. Rendezvous mit der „Lütten“, mit der Sängerin und Schauspielerin Angelika Mann. Gemeinsam tauschen wir Erinnerungen aus: an die Weltzeitspiele 1973 in der Hauptstadt der DDR. Ich war nicht dabei, aber die Lütte mittendrin. So etwas hatte Ost-Berlin noch nicht erlebt. Ein Hauch von weiter Welt. Acht Millionen Besucher aus 140 Ländern. 1.500 Straßenfeste, Konzerte und Foren. An neun Tagen schien alles möglich. Love, Peace and Rock ‘n Roll. Die Weltfestspiele, erzählst du, wurden zu Feldbettspielen mit langen Haaren, kurzen Röcken und ungebremster Leidenschaft. Das rote Woodstock.

 

Angelika Mann singt Tina Turner. Alex. Weltfestspiele, 1973. Foto: Herbert Schulzer

 

Die lütte Angelika Mann, gerade mal 24, steht in diesem Sommer of Love  abends am Alex auf der Bühne. Sie covert unter anderem Tina Turner. Live vor Hunderttausenden. Volle Röhre Nutbush City Limits. Leider gibt es in den Archiven keinen Mitschnitt mehr. Aber Tina Turner covert sie immer wieder. Angelika: „Irre, irre. Mit so was hat man im Leben nicht gerechnet, dass so etwas passiert. Und die waren alle gut drauf. Es war gute Laune. Es war, glaube ich, nie so gute Laune in der DDR wie zu dem Zeitpunkt.“

 

Auf dem Alex im Sommer 2023 mit Angelika Mann.

 

Vom ersten Moment an haben wir uns prächtig verstanden. Es hagelt Anekdoten, Witze und Geschichten unter der Weltzeituhr. Sie die Berliner Pflanze. Apothekenhelferin, Allrounderin: Sängerin, Schauspielerin, Schlagersternchen, Traumzauberfrau, Biermann-Protest-Resolution-Unterzeichnerin, Ausreisewillige, Ost-West-Wanderin, als es in der DDR nicht mehr ging.

Neustart im Westen, als Lucy in der Dreigroschenoper, als Hexe in „Hänsel & Gretel“ und Sängerin in Rosa von Praunheims „Der Einstein des Sex“. Zuletzt umjubelte Hausfrau in „Höchste Zeiten“; Angelika Mann (1949-2026) eine vielseitige Volksschauspielerin, Komödiantin, gute Fee, schlagfertig, hellwach und unbestechlich. Ihr großes Vorbild als Sängerin: Janis Joplin.

 

 

Was an der Lütten so fasziniert, ist ganz einfach ihre Art durchs Leben zu gehen. Performance, heißt das heute. Hier einige Klischees, um sich ihr anzunähern, aber sie stimmen allesamt: „Klein, aber oho!“ (Angelika misst genau 149 Zentimeter). „Berliner Schnauze mit Herz!“, „bodenständig, vielseitig, offen und heiter“. Als vor fast fünf Jahren Krebszellen ihre Brust überfallen, führt sie einen stillen, zähen Kampf. Angelika: „Als hätte Corona und der ganze Mist nicht gereicht!“

Was folgt, sind Chemo, Operation, Bestrahlung und ihr unverwechselbarer Optimismus: „Ich habe einen unerschütterlichen Glauben an die Schulmedizin und immer genau das gemacht, was mir meine Ärztin sagte. Aber das Wichtigste war: Ich hab’ die ganze Zeit Theater gespielt. Perücke auf den Kopf und fertig. Das war meine Therapie.“ Angelika Mann im Duett mit Tochter Ulrike Weidemüller:

 

 

Wer das Glück hatte in ihre Küchenstube zu einer köstlichen Lasagne von Ehemann Ralf „Ralli“ Rasch eingeladen zu werden, kann verstehen, was diese kleine Frau Mann so groß gemacht hat. Ihre Menschlichkeit. Ihr Humor und ihr unerschütterlicher Glaube, auch nach Niederlagen und Rückschlägen wiederaufzustehen. Hinfallen, Mund abwischen, aufstehen, weitermachen.

Tja, Lütte. Den aufrechten Gang, den konntest Du. Und Rückgrat zeigen, wenn´s drauf ankommt. Alles Gute, wo immer Du auch gerade bist. Höre ich nicht in der Ferne Dein Lachen, irgendwo da oben vom Sternenhimmel?

 

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Der Schulhofschläger

Es ist Winter. Straßen und Wege sind rutschig wie glitschige Seife. Die Schule leuchtet müde in der Morgendämmerung. Es ist kalt, es ist früh, es geht zur ersten Stunde. Als ich den Schulhof erreiche, trifft mich ein Schneeball ins Gesicht. Ich halte Ausschau in die Richtung, aus der dieser feuchtnasse Morgengruß geflogen ist. Da steht er. Grinsend, feixend, siegesgewiss. Er ruft schadenfroh: Treffer. Der Typ stammt aus meiner siebten Klasse. Einen Kopf größer, doppelt so breit und stark wie ich.

Er grinst. „Oh, der Klugscheißer. Der feine Pinkel aus gutem Hause. Höchste Zeit, dass du endlich deine Abreibung bekommst“, ruft er mir zu. Ich versuche, unbeeindruckt weiterzugehen, um das Schulhaus zu erreichen. Er stellt sich mir in den Weg. Ich sage nichts, möchte an ihm vorbeigehen. Mit erhobenem Haupt. Dann schlägt er zu. Seine Faust trifft mich ins Gesicht. Ich rutsche weg, lande auf dem Boden. Um weitere Schläge abzuwehren, rolle ich mich wie ein Embryo zusammen. Niemand hilft mir auf dem vereisten Schulhof. Ich nehme einige Schatten wahr. Sie halten Abstand. Andere schleichen sich an mir vorbei.

 

Im Anzug zur Schule? Das Lächeln fiel mir offenbar schwer. Nein. Es war eine Aufnahme aus den späten Sechzigern für das  Familienalbum.

 

„Ich poliere dir die Fresse“, droht er, dann tritt er mit den Füßen. Zwei-, dreimal. Zuerst in die Beine, dann Richtung Magen, schließlich gegen die Nieren. Er keucht vor Freude und Wollust. Ich spüre seinen heißen Atem. Mein Gesicht wird warm und feucht. Blut tropft aus der Nase. „Wenn du Klassensprecher werden willst, überlege es dir besser noch mal. Ich hab’ noch Luft nach oben.“ Alle in meiner Klasse nennen den King vom Schulhof „Kugel“. Sein Spitzname ist Programm. Ein rundlicher Angeber, dem die meisten aus dem Weg gehen. Er kniet auf mir und flüstert in mein Ohr: „Wenn dich jemand in der Schule fragt, warum du so lädiert aussiehst, sag die Wahrheit: Ich bin ausgerutscht und habe mir die Nase blutig geschlagen. Kapiert?“

Schließlich lässt er mich los. Die wenigen Sekunden seines Blitzangriffs aus dem Hinterhalt erscheinen mir wie eine gefühlte Ewigkeit. „Kugel“ ist mein Albtraum. Kräftig, laut und unverschämt. Er besteht darauf, immer recht zu haben. Sein Körper ist seine Waffe. Seine Kraft verleiht ihm Macht. Und Macht ist seine Stärke. Lügen und Wahrheit verdrehen ist sein Programm. Angst, Loyalität und Unterwürfigkeit sind sein Lohn.

 

 

Sogar unsere Lehrer halten sich zurück. Manche Lehrerinnen haben Angst vor ihm, wie die meisten meiner Klassenkameraden. Seine Brutalität fasziniert nicht wenige von ihnen. Er verfügt über eine wachsende Fangemeinde. Er hat wenig Wissen, aber eine unschlagbare Gewissheit: Ich bin hier das Gesetz. Das gilt auf unserem Schulhof: Leg dich nicht mit „Kugel“ an. Er hat es geschafft: Sein Gesetz des Stärkeren gilt. Manche folgen ihm bedingungslos, andere ducken sich weg. Jeder, der sich wehrt, wird belästigt, bedroht oder eingeschüchtert. „Kugel“ hat keine Freundin. Echte Freunde aber auch nicht. Eher Mitläufer, Fans und Follower. Sein Motto: „Die Starken machen, was sie wollen. Die Schwachen, was sie müssen.“

Tja. The winner takes it all. „Kugel“ verbreitet eine Aura der Unbesiegbarkeit und ein Klima der Angst. Unser Schulhofschläger regiert in seinem Revier. Ihm aus dem Wege gehen, sicher nach Hause kommen, das ist unsere Alltagsstrategie. Nun, weiter geht’s in der Geschichte. Heimlich wasche ich auf der Schultoilette mein Gesicht und wische das Blut weg. Ich komme daher zu spät zum Unterricht und schleiche mich mit gesenktem Haupt an meinen Platz. Dutzende Augenpaare folgen mir. „Kugel“ grinst zufrieden in der letzten Reihe. Als der Lehrer fragt, warum ich zu spät sei, antworte ich leise, ich sei auf dem Weg zur Schule ausgerutscht.

 

Posieren für den Schulfotografen. Heile Welt? – Nicht immer.

 

Mein geschwollenes Gesicht schmerzt, genau wie mein Magen. Aber der wahre Treffer sitzt tiefer, ist unsichtbar. Ich fühle mich wie ein Totalversager, schwach, feige und hilflos. Alles, was mich ausmachen soll, ist wie weggeblasen: mein Selbstvertrauen, meine Ideale, mein Stolz. Es fühlt sich furchtbar an. Zusätzlich nervt mich, dass mir niemand geholfen hat. Als der Schulhofschläger wieder einmal für Ordnung in seinem Imperium gesorgt hat. Als es die „verdiente Abreibung“ setzte.

P.S.

Es gibt ein Happy End. Ich werde zum Klassensprecher gewählt. Ob ich diese Aufgabe zufriedenstellend erfüllt habe, kann ich nicht beurteilen. Das müssen andere. Ich war damals zwölf. Es ist lange her. Unser Schulhof-Tyrann wurde später auf eine andere Schule versetzt. Irgendwann war wohl das Maß voll. Eines Tages war er einfach weg.

Diese kleine Begebenheit kommt mir angesichts der Weltlage derzeit immer wieder in den Sinn.  Meine Frage von damals bleibt bis heute unbeantwortet: Wann ist es klug, mutig zu sein? Wann ist es klüger, sich feige zurückzuhalten … und auf ein Wunder zu hoffen?

 

Grüße aus dem hohen Norden.

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Kaiser Donald I von Grönland

Was will er bloß im ewigen Eis? Warum droht, schmeichelt und trumpisiert er maximal, um eine riesige, eiskalte Insel, die größte der Welt übrigens, einzuverleiben? Soll das autonome Nunarput (grönländisch für „Unser Land“) seine Krim werden? Seit Wochen eskaliert der Mann aus Washington mit Zuckerbrot und Peitsche. Mal bietet er jedem Inuit ein Begrüßungsgeld von hunderttausend Dollar an. Dann erhöht sein US-Vize JD Vance den Druck. „Lassen Sie uns in zwanzig Tagen über Grönland sprechen.“ Und schließlich droht Donald Trump am 9. Januar 2026: „Wenn wir es nicht auf die einfache Art tun, werden wir es auf die harte Art tun“.

 

Cartoonist Patrick Chappatte, Genf: «Ohne Humor sind wir alle tot»

 

 

Willkommen im 19. Jahrhundert. Zurück in einer Zukunft mit Kanonenbooten, Säbelrasseln, Bomben und unstillbarem Größenwahn. Gegenüber seinem „Leib- und Magenblatt“, New York Times, erklärt der MAGA-Präsident seine Grundsätze: „My own morality. My own mind. It’s the only thing that can stop me.“ Niemand kann ihn mehr stoppen, meint er. Nichts in der Welt aufhalten. Das Gesetz bin ich. Ich mach’, was ich will. Kurzer Moment zum Innehalten. Wir schreiben das Jahr 2026, die Demokratie wird in den USA 250 Jahre alt. Dank Internet können wir in Sekundenschnelle fast alles erfahren. Wir befinden uns nicht im März 1867, als die USA in einem Deal Alaska für 7,2 Millionen Dollar von Russland kauften. Aus Russisch-Amerika wurde ein US-Bundesstaat.

 

„Grönland ist das eindrucksvollste Land, das ich kenne.“ Halldor Gudmundsson, isländischer Schriftsteller und Verleger.

 

Und nun Grönland? Was will Trump dort wirklich? Mein isländischer Freund Halldor Gudmundsson lacht laut auf. „Da waren wir längst: von 980 bis 1400. Die Wikinger haben Walzähne gewinnbringend als Einhörner in Europa verkauft.“ Isländer sind eben die besten Geschichtenerzähler. Warum sie nach über vierhundert Jahren die unwirtliche Insel wieder verlassen haben, ist unbekannt. „Grönland ist das eindrucksvollste Land, das ich kenne“, schwärmt Freund Halldor, keine zwei Flugstunden von Island entfernt. Aber Grönland sei hart und schroff. Alle Versuche, Bodenschätze wie Gold, Zink, Eisen, Erze oder Seltene Erden einigermaßen ökonomisch abzubauen, seien bisher gescheitert. Wir rätseln über Trumps wahre Motive. Knallharte Geopolitik? Egomanie, um als Eroberer von Grönland in die Geschichtsbücher einzugehen? Muskelspiele, um die Dänen und damit das verhasste EU-Europa zu demütigen?

Es ist verrückt, sagt mein Freund Halldor, der isländische Autor und Kenner des Nordens, die USA seien militärisch längst auf Grönland präsent. Meine Recherche ergibt: Während des Zweiten Weltkriegs nutzte die US-Armee die Insel als Brückenkopf und Frühwarnsystem. 14 US-Stützpunkte waren allein auf Grönland. Heute betreiben die USA nur noch die Pituffik Space Base. Dort waren bis zum Ende des Kalten Krieges über zehntausend Soldaten stationiert, aktuell sollen es etwa 600 Militärangehörige sein.

 

US-Thule Air Base auf Grönland. 1989. Einer von einst 14 Stützpunkten. Heute betreibt die US-Army noch den Stützpunkt Pittufik Space Base.

 

Grönland besteht auf seiner Unabhängigkeit. Jahrzehntelang war das Land „danifiziert“ worden. Momentan lehnen 85 Prozent der 57.000 Inuits eine US-Übernahme ab. „Genug ist genug. Schluss mit den Annexionsfantasien“, erklärt der grönländische Ministerpräsident Jens-Frederik Nielsen. Aber wer soll die Menschen im Eismeer verteidigen? Grönland? Dänemark? Die NATO?

Donald Trump bedrängt die Insel, um sie für umgerechnet sechs Milliarden Dollar zu kaufen. Gemeint ist das versprochene Pro-Kopf-Begrüßungsgeld von 100.000 Dollar. Ein echter Trump-Deal. Grönland sei tatsächlich mindestens drei Billionen Dollar wert, analysiert selbst ein US-Investment-Gutachten.

Geschichte wiederholt sich – momentan als gefährliche Farce. Vor genau achtzig Jahren, kurz nach dem verheerenden II. Weltkrieg 1946 wollte US-Präsident Harry Truman Grönland für hundert Millionen Dollar in Gold erwerben. Das entspricht heute etwa 1,6 Milliarden US-Dollar. Das kleine Dänemark lehnte ab. Damals stand die Menschheit am Beginn einer neuen regelbasierten Weltordnung, dank der von den USA forcierten Gründung der UNO. Heute droht deren Ende.

 

Zum Thema Grönland noch ein Lese- und Filmtipp:

 

 

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As tears go by

Sie singt den Song auf einer ausgelassenen Party. „Es ist der Abend des Tages. Ich sitze da und sehe den Kindern beim Spielen zu. Ich sehe lächelnde Gesichter. Aber ihr Lächeln gilt nicht mir. Ich sitze da und sehe zu. Während Tränen vorübergehen.“ Ein Lied, das rasch um die Welt gehen wird. Die junge Frau, die ihre Tränen besingt, ist siebzehn. Sie heißt Marianne Faithfull. Eine Schülerin. Bezaubernd, blond und bildhübsch. Mit ihrem Tränen-Song wird sie 1964 berühmt. Verfasst haben ihn die beiden Stones-Männer Keith Richards und Mick Jagger in der Küche. Es ist ihr erstes selbstkomponiertes Lied: As tears go by. Sie widmen es Marianne Faithfull aus dem Londoner Stadtteil Hampstead, einer Aristokratentochter mit ungarisch-österreichischen Wurzeln.

 

Marianne Faithfull. 1965. Foto Robert Freeman

 

Für die blutjunge Marianne folgen 3 ½ wilde Jahre mit Mick Jagger. Ein LSD-Leben wie aus dem Drehbuch einer durchgeknallten TV-Serie über die 60er. Sex, Drugs and Rock ‘n Roll. Im Februar 1967 werden die beiden wegen unerlaubten Drogenbesitzes nach einer Party in Keith Richards’ Landhaus verhaftet. Marianne ist nur mit einem Fell bekleidet. Es kommt, wie es kommen muss. Schlagzeilen der Sensationspresse. Boulevardreporter schlachten jedes Detail aus. Nun geht es stetig bergab. 1968 Fehlgeburt. 1970 Trennung von Mick Jagger. Marianne stürzt ab: Von ganz oben nach ganz unten. Der Tiefpunkt. Von der gefeierten 60er-Ikone zur obdachlosen Junkie-Bettlerin. Rock Bottom, wie die Briten sagen. Wenn der Stein auf den Grund des Sees fällt. Es müssen schlimme Jahre gewesen sein.

 

 

Marianne Faithfull gibt nicht auf. Sie wird zu einem funkelnden Kometen der Nachkriegs-Boomer-Generation. Tochter aus gutem Hause. Oscar-Wilde-Fan. Klosterschülerin, Jagger-Freundin, 60er-Popstar, Edel-Groupie, Schauspielerin, Heroinabhängige („Sister Morphine“), Therapie, Entzug, Einsamkeit. Drei gescheiterte Ehen. Kinder, Enkel. Comeback. Rockröhre, gefeierte Diva. Schwere Krebserkrankung, Long Covid. Ende im Pflegeheim. Ein pralles Leben mit allen Höhen und Tiefen. Unverwechselbar ihre Stimme. Sie ist wie guter Wein. Je älter, desto reifer, rasselnder und rauchiger. Einzigartig. Vom Leben gezeichnet. Ihre Lieder sind Spiegel ihrer Seele.

 

 

Doch Marianne steht auch für ein großes Stück künstlerische Emanzipation: Nach Jahren der Drogensucht und Obdachlosigkeit gelingt ihr 1979 mit dem Album „Broken English“ ein Comeback der Extraklasse. Songs wie The Ballad of Lucy Jordan erzählen von der Sehnsucht nach dem kleinen, großen Glück. Von verpassten Chancen, Niederlagen und Enttäuschungen. Und vom Wiederaufstehen und Durchhalten. Marianne verlässt unsere irdische Welt im Alter von 78 Jahren in einem Londoner Seniorenheim. Sie konnte es sich nur leisten, weil befreundete Künstler wie Iggy Pop und Nick Cave sie unterstützten.

Was bleibt, sind ihre Songs. Ihre Stimme. Und ihre Idee vom Leben: Don´t give up. Marianne Faithfull starb vor genau einem Jahr – im Januar 2025.