Kraftklub live. "Wir sind mehr"-Konzert 2018.

Volle Kraft voraus

Fünf Jungs verwandeln ihre Konzertabende in wilde Hexenkessel. Konfetti-Kanonen knallen los. Die Band beginnt laut, klar und geradeaus. Eine begeisterte Menge schubst sich ausgelassen im dichten, schweißnassen Pogokessel vor der Bühne. Selbst kritische Medien sind begeistert. „Massenkarambolage aus Glück“, heißt es, oder: „Utopie für zwei Stunden“ und „Kraftklub verwandelt Luxemburg in zwei Stunden Randale“. Willkommen im Karl-Marx-Stadt-Kosmos. Kraftklub aus Chemnitz macht seinem Name aller Ehre. Ein Kraftwerk unter Volllast, eine Liveband wie ein AKW kurz vor der Kernschmelze. Im neuen Song Marlboro Mann heißt es: „Auch wenn es Abfuck ist und schwer. Auch wenn es Kraft kostet, so sehr. Auch wenn du das nicht mal bemerkst. Wir haben´s geschafft, schon bis hierher.“

 

 

Alle fünf Musiker sind in Karl-Marx-Stadt geboren. Aus dem viel geschmähten Nachwende-Chemnitz verbreiten sie in weißen Trainingsanzügen mit roten Hosenträgern alles, bloß keine ausgeleierten Ost-Klischees oder schlechte Laune. Vielmehr flotte Beats, starke Mitsing-Refrains und eingängige Songtexte. Die Band um Leadsänger Felix Kummer feiert das Hier und Heute und das Glück in der Gemeinschaft. Auf der 2026er-Tour unterstützen sie Tokio Hotel, Deichkind, Blond und die deutsch-Italienische Rapperin Domiziana. Die Stimmung kocht hoch bis zum Siedepunkt. Der Kraftklub-Kosmos erstreckt sich längst vom Gig am berühmten Chemnitzer Nischl, dem riesigen Karl-Marx-Denkmal in ihrer Heimat bis nach Argentinien oder Kolumbien.

 

 

Ihr neues Studioalbum „Sterben in Karl-Marx-Stadt“ ist ihr fünftes seit 2009. Jedes Album landete zuverlässig auf Nummer 1 in den Charts. Neu ist: Fast die Hälfte der zwölf Songs handelt von Abschied, Schmerz und Tod, kein leichter Stoff.  Doch „selten klang Kraftklub so verletzlich, so reif“, lobt das Kritikerportal Laut.de. Sterben in Karl-Marx-Stadt sei „das bisher erwachsenste, emotionalste und vielseitigste Kraftklub-Album“. Ostdeutschland bedeutet für die Chemnitzer Band um Frontman Felix Kummer oder Gitarrist Karl Schumann nicht: Pegida, Perspektivlosigkeit und Probleme, sondern Power, Partypush – und politische Geradlinigkeit. „Wir sind fünf kleine Zecken“ ruft Kummer live in die Menge. Ihre Songs wenden sich immer wieder gegen Wegschauen, Hinnehmen, Gleichgültigkeit und Mitlaufen.

 

 

„Doch irgendwann ist da eine Gegend/In der keine Fahnen in den Kleingartenanlagen wehen/Keine Regeln, Strafen und Gesetze/Außer so zu leben, dass Franz Josef Wagner was dagegen hätte/Komm, fahr mit mir/im 4×4“. Zackige Beats, eingängige Strophen und Nahbarkeit sind das Kraftklub-Erfolgsrezept. Die Fünf sind eine Mutmacher-Band in schweren Zeiten. Geradeaus. Kurs auf Gemeinschaft und unverdrossen auf der Suche nach kollektiven Glückserlebnissen. Ihre Botschaft? Der Osten ist anders.

Mitzuerleben auf der aktuellen Tournee von Bremen bis Zürich bis Ende März 2026. Im Juli und August gastieren die Chemnitzer aus dem Wahlkreis von AfD-Gründungsmitglied Alexander Gauland auf großen Open Air-Konzerten von Bielefeld bis Berlin. Fast alle Gigs sind längst ausverkauft. Ein paar Karten soll es noch in Mönchengladbach geben.

 

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