What a wonderful world

Erschießungen auf offener Straße, festgehalten auf Dutzenden von Handykameras. Massenhinrichtungen mit Publikum, bei Anwesenheit von Kindern. Enthauptungen zu Propagandazwecken, hochgeladen auf youtube. Folter, Willkür, versklavte Mädchen und Frauen. Millionen Menschen auf der Flucht. 2014 war ein katastrophales Jahr für die Menschenrechte.

Das stellt der soeben vorgelegte Jahresbericht von amnesty international fest. Die Organisation hat in 160 Ländern Verstöße gegen elementare Menschenrechte untersucht. Die Spitzenreiter auf dieser Liste des Schreckens sind Syrien, Irak und Nigeria. Hinzu kommen im Jahre 2014 schwere Übergriffe in der Ukraine und in Gaza. Was noch?

  • Kriegsverbrechen oder Verstöße gegen das Kriegsrecht in 18 Ländern
  • Bewaffnete Gruppen setzten in 35 Ländern Menschenrechte außer Kraft
  • Meinungs- und Pressefreiheit wurde in 119 Ländern eingeschränkt
  • Politische Gefangene in 62 Ländern
  • Schauprozesse in 93 Ländern
  • Folter und folterähnliche Misshandlungen in 131 Ländern
  • Mehr als 3.400 Menschen ertranken auf der Flucht im Mittelmeer, beim Versuch nach Europa zu gelangen
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Sehnsucht nach einem besseren Leben – Abendstimmung am Mittelmeer

 

Wo bleibt das Positive? Amnesty nennt einige Beispiele. Die Liste der Fortschritte im Jahre 2014 ist jedoch äußerst übersichtlich. Der Inder Salil Shetty, Generalsekretär der renommierten Menschenrechtsorganisation, erwähnt unter anderem:

  • In Paraquay wurde den Sawhoyamaxa-Indianern ihr Gebiet zurückgegeben
  • Mehrere Karibikstaaten verzeichneten zum ersten Mal keine Hinrichtungen mehr
  • Das UN-Waffenhandelsabkommen für leichte und schwere Waffen trat in Kraft
  • Die Ausbreitung sozialer Medien ermöglichte Foren des Austausches und der Kommunikation

Stellt sich die Frage, was der Einzelne angesichts dieser Entwicklung tun kann. Sollte Gewalt mit Gewalt bekämpft werden? Amnesty International hält sich in dieser Frage bedeckt, fordert ein entschlosseneres Einschreiten der UNO. Und sonst? Der US-Bürgerrechtler Martin Luther King antwortete einmal: „Kann man Dunkelheit mit Dunkelheit bekämpfen? – Nein. – Das geht nur mit Licht.“

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