Erinnerung an Esbjörn

Es war ein warmer freundlicher Sommertag, dieser 14. Juni 2008. In den Schärengärten vor Stockholm sprang Esbjörn Svensson in die Ostsee und tauchte ab. Sein Sohn wartete am Ufer. Dann passierte Schreckliches. Esbjörn verhedderte sich, tauchte nicht mehr auf. Das abrupte Ende einer Leidenschaft. Einer der bedeutendsten und einflussreichsten Jazz-Pianisten der Jahrtausendwende starb im Alter von 44 Jahren. Ein Unglück notierte die schwedische Polizei. Es war eine Tragödie für die Welt des Jazz.

Esbjörn Svensson, Sohn einer Konzertpianistin, revolutionierte den gefühlvollen Piano-Jazz. Der große Bach-Liebhaber setzte mit seinem Trio e.s.t. neue Maßstäbe. Nach dem Motto Weniger ist mehr machte er das Komplexe sinnlich begreifbar und ließ das Einfache nicht banal klingen. Er schuf auf seinem Flügel wahre Ohrwürmer, die er umspielte, erweiterte und um deren Kern er einfühlsam experimentierte. Großartiger Jazz zum Niederknien.

 

 

Jetzt über acht Jahre nach seinem Tauchunfall versuchen Esbjörns schwedische  Musikerkollegen ihrem unvergessenen Freund ein Denkmal zu setzen. Mit Unterstützung eines neunzigköpfigen Klangkörpers entstand in diesem Sommer die E.S.T Symphony. Der schwedische Dirigient und Arrangeur Hans Ek erweckte das verstummte Trio zu neuem Leben. Mit dabei die beiden alten Weggefährten Esbjörns: der Bassist Dan Berglund und der Schlagzeuger Magnus Öström.

 

 

Den Part des Klaviers übernahm der finnische Ausnahme-Pianist Iiro Rantala, die sinfonische Interpretation das Royal Stockholm Philharmonic Orchestra.  Welcome back, Esbjörn Svensson. Geniale Musik kennt kein Verfallsdatum. Am 28. Oktober 2016 erscheint das Album E.S.T Symphony. Wir dürfen gespannt sein.

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