Oh wie schön …

Janosch. Das Leben ist so schön. Der Meister des heiteren Müßiggangs liebt seine Hängematte in seiner Finca auf Teneriffa. Mehr braucht es nicht im Leben. Der mittlerweile 86-jährige ist Kinderbuchautor. Romantiker. Weltverbesserer. Ein Mann der feinen Ironie. Und: Der Vater der Tigerente. „Scheiß Tigerente. Ich halte die für Kitsch“, antwortete Janosch einmal einer naseweißen Reporterin. Er hasst Interviews und Talkshows. „Die sind doch nur zum Lügen da“ warf er einmal bei einem seiner wenigen Auftritte in die Runde. Das Publikum tobte begeistert.

 

Der kleine Bär und der kleine Tiger suchen das Land ihrer Träume. Wo ist es?

 

Geboren wurde er 1931 als Horst Eckert im schlesischen Dorf Hindenburg. Er selbst hatte als Kind eine schwierige Kindheit. Der Vater ein prügelnder Nazi. Krieg, Flucht, Vertreibung und Neuanfang in München. Dort wollte er Kunst studieren. Der Professor warf ihn raus, wegen „mangelnder Begabung“. Dann erfand er die Geschichte von Panama. Warum? „Ich hatte die Schnauze voll von Kinderbüchern. Keiner kaufte die. Und da wollte ich einen Racheakt an der Welt landen. Ich wollte ein Kitschbuch machen. Da gibt es so ein paar Regeln. Da muss ein Kuschelbär dabei sein und der Bär muss eine Reise machen und muss einen Freund haben und schon fangen die Weiber an zu heulen.“

 

Talkshows? – „Die sind doch nur zum Lügen da.“

 

Der Durchbruch kam für Janosch im Alter von 47 Jahren mit seiner Panama-Geschichte. Der Erfolg machte ihn jedoch keineswegs glücklicher. Im Gegenteil. Im Jahr 2000 verkaufte er seine Nutzungsrechte. Die cleveren Vermarkter verdienen seitdem allesamt an Janosch prächtig, packen die Tigerente sogar auf die Wurstscheibe.

Sein Glück fand Janosch in den Bergen von Teneriffa. Hier lebt er zurückgezogen. Kinder liebt er, nicht aber deren Eltern. Janosch ist ein liebenswerter Anarchist und Aussteiger. Sein Herr Wondrak, jede Woche zu Gast im ZEIT-Magazin bleibt stets froh, heiter und gelassen. Die beste Antwort auf die vielen leistungsoptimierten Burn-Out-Zeitgenossen. Älter werden, na und? „Das Alter ist die beste Zeit meines Lebens. Es ist so was von schön. Das kann ich jedem nur empfehlen. – Was ist am Alter so schön? – Der Geschlechtstrieb ist abgestorben bzw. beseitigt. Man wird nicht mehr ernst genommen von den Leuten. Man kann machen, was man will.“

 

 

Janosch. Was für ein Leben, was für eine wunderbare Botschaft! Warum hektisch herumeilen? Es gibt doch so einfache Lebensweisheiten, Marke Janosch.

  • Das Paradies ist in uns.
  • Ein guter Freund ist unbezahlbar.
  • Glück heißt, frei sein.
  • Irrtum ist manchmal besser als Wahrheit.
  • Vielleicht ist auch alles Unsinn was ich sage.

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