Genau richtig

Hat Literatur die Macht, Wut, Hass und Vorurteile zu überwinden? Können Bücher wirklich etwas verändern? Jostein Gaarder müsste es eigentlich wissen. Der Norweger hat seinen Bestseller Sofies Welt sechzig Millionen Mal in die Welt verkauft. Momentan entdecken die Chinesen seine Betrachtungen über die Fragen des Woher und Wohin der Menschheit. Jostein Gaarder zögert mit seiner Antwort. Er schaut mich an. Überlegt. Der große alte Erzähler aus Norwegen bleibt skeptisch.

Er sagt: Wir leben in einem Zeitalter der Bilder. Sie haben längst mehr Wert als Worte. Aber! Die Zukunft des Wortes sei dennoch nicht zu unterschätzen. In diesem Sommer erscheint in Deutschland sein neues Buch: Genau richtig. Die Geschichte von Albert und Eirin. Der Mann erhält von seiner Ärztin und ehemaligen Geliebten eine niederschmetternde Diagnose. Während Ehefrau Eirin auf einem Kongress weilt, zieht er sich verstört in eine einsame Ferienhütte zurück. Was soll er tun? Sein einziger Freund ist sein Tagebuch. Fragen über Fragen.

 

Mit Ellen Olerud und Jostein Gaarder nach dem Interview in Lillehammer.

 

Was bleibt am Ende? Darf man mit einer Lüge die Welt verlassen? Geht ein Check-Out ohne ehrlich zu bleiben? Gaarder entwickelt eine kurze Geschichte über die großen Fragen. 136 Seiten Gedankenfutter zum Sinn des Lebens. Fragen, die ihn seit seiner Kindheit umtreiben. Soweit sein neues Buch. Im echten Leben, sagt er dann im Interview, gelte es die Welt zu retten. Die Jugend habe Recht. Er lächelt. Dann zeigt er mir seine Ohrstöpsel, die er wegen einer lauten Fridays for Future-Demo direkt vor seinem Hotelzimmer in seine Gehörgänge gestopft hatte. Sonst komme er nicht zum Denken, meint er, das sei dies doch die vornehmste Aufgabe der Literatur.

 

 

Eine bessere Welt mit Hilfe der Literatur erträumen? Ist das ein Plan, der überzeugt? Der Traum in uns ist das Motto der Norweger auf der diesjährigen Buchmesse 2019 in Frankfurt. 255 deutschsprachige Neuerscheinungen sind angekündigt. Das ist für ein kleines fünf Millionen Volk eine ganze Menge. Die Skandinavier wollen zeigen, dass sie mehr zu bieten haben als Öl, Lachs, Hurtigruten und Kaviar aus der Tube. Ihr Versprechen: spannende, gute, aufregende Bücher.

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