Ewig jung

„Die Welt ist eine Bühne/Männer und Weiber, alle, Schauspieler nur.“ So soll es sein. Shakespeare ist nun vierhundert Jahre tot. Doch seine Werke sind jünger, moderner und aufregender als die allermeisten, die sein Schaffen kopierten und interpretierten, liebten oder verfluchten. „Wie es euch gefällt“. Das ist seine klare Ansage. Zeitlos, universell, voller Treffsicherheit und mitten im menschlichen Leben. Es sind Geschichten, die so himmelstürmend wie abgrundtief vom ewigen Scheitern erzählen. Von Schicksalen kleiner Menschenkinder wie dich und mich.

Wer war er? Ein einsames Genie? Oder ein Teamplayer im Theaterkollektiv, im legendären „writers room“? Vielleicht doch der große Unbekannte unter falschem Namen? Auch an seinem 400. Todestag gibt William Shakespeare weiter Rätsel auf. Der Dichter aus Stratford-upon-Avon hält eine ganze Deutungs- und Literaturbranche am Laufen. Allein arte sendet in den nächsten Tagen vierzehn Filme, Theaterinszenierungen und Dokus. Eine neue CD-Box präsentiert „The sound of Shakespeare“. Zeitgenössische Musik aus der Shakespeare-Epoche um 1600.

„Wenn die Musik die Nahrung der Liebe ist, spielt weiter; gebt mir im Übermaß davon, damit das Verlangen am Überfluss erkranke und so sterbe.“  So Shakespeare in Was ihr wollt“.

 

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William Shakespeare. Um 1610.

 

Letzte Ruhe für einen alten Mann? Von wegen. Selbst die Inschrift auf seiner Grabplatte in Stratford-on-Avon in der englischen Grafschaft Warwickshire birgt ein ewiges Geheimnis, weist auf einen Fluch hin, dem er nicht entkommen konnte oder wollte: „Gepriesen sei der Mann, der diese Steine schont, und verflucht sei der, der meine Knochen bewegt.“

 

Zwei Minuten Zeit für Shakespeare? Neil MacGregor 2012 (heute Intendant Humboldt-Forum Berlin) über seine Faszination in Sachen William Shakespeare. (auf Englisch)

 

In diesem Sinne: As good luck would have. Wie es der Teufel will. That way madness lies. Getreu bis in die Umnachtung. Wild goose chase. Das Leben – eine sinnlose Jagd. Wer immer auch Shakespeare war, seine Werke bleiben genauso aktuell wie putzmunter. „Willy the Shake“, wie ihn die Sängerin Joni Mitchell einmal nannte, ist unter uns und höchst lebendig. „Der Rest ist Schweigen.“

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