Archive for : Juli, 2018

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Hitzefrei

Es ist kurz vor Mitternacht. Alle Fenster sind aufgerissen. Lüften! Von draußen dringt der Sound von Berlin ins vertraute Heim. Das Grundrauschen mit Hupen, aufheulenden Motoren, ab und zu das quälende Martinshorn eines Notarztwagens. Irgendwo ist immer was. Auch im Hochsommer. Die Stadt ist im Urlaubsmodus. Leerer als üblich, aber auch heißer. Viel heißer. Die Luft steht. Das Thermometer im Arbeitszimmer sinkt in den Abendstunden kein bisschen. 30 Grad kurz vor Mitternacht. Kaum auszuhalten.

Manchmal weht der Hauch einer Brise durchs Zimmer. Es kühlt nur virtuell. Alles klebt, Schweiß auf der Stirn. Warten auf Abkühlung. Berlin – ein Sommernachtstraum? Die Stadt hat längst das Hitze-Level von Athen, Istanbul oder Marrakesch erreicht. Auf dem Land verdorrt das Korn. Bauern klagen bei Weizen, Kartoffeln und Mais über riesige Ausfälle. Notprogramme werden diskutiert. Wir müssen uns daran gewöhnen, sagen die Experten. Andere beschwichtigen. Wieder andere erklären, dass sei eben so und die biblische Hitzewelle wäre alles nur nicht menschengemacht.

 

Allein der Mond war gut. Mondfinsternis am 27. Juli 2018. Blutrot war der Mond – wie eine glühende Kohle. Die nächste Mondfinsternis ist 2123.

 

Die Statistiken sind eindeutig. Es wird wärmer. Berlin ist dabei die heißeste Stadt des Landes. Meteorologisch gesehen. Die Stadt ist eine Wärmeinsel. Die Anzahl der Tropentage steigt. Dann verharren Temperaturen in der Mitternachtsstunde bei dreißig Grad. Also Nächte wie in diesen Stunden. Die Tropentage und Nächte sollen weiter zunehmen von derzeit zwei auf zehn im Jahr. Den Saunagang im Sommer gibt es nunmehr kostenlos. Immerhin: In warmen Wintern sinken die Heizkosten, verringert sich die Zahl der Knochenbrüche, weil Naturereignisse wie Schnee und Eis so exotisch werden wie eine Telefonzelle oder Briefe mit der Hand schreiben. Unser vertrautes Klima ist am Limit.

 

Der richtige Blick. Die richtige Haltung. Das ist wichtig. Gesehen beim „Rundgang“ an der Universität der Künste Berlin. Juli 2018.

 

Die Lyrikerin Kathrin Schmidt hat den Hitzegraden eine literarische Note abgewinnen können. Extremwetterlagen können Stoff für gute Texte liefern. Warum nicht? Erwähnt werden muss, dass es sich bei ihrem Gedicht „L´absence d´eau“ – die Abwesenheit von Wasser – um eine Auftragsproduktion handelt. Die Umweltorganisation WWF hat Künstlern Raum für Ideen und Auseinandersetzung mit der Klimakrise gegeben. Hier eine Kostprobe.

 

„Der Garten jammert, fleht um nasse Gnade.

Man springt. Man sprengt. Das wechselwarme Reh,

das scheu den Kopf schob durch das trockene Weh,

zeigt sich im Sonnenuntergang malade.

Aus Tau wird mau. Maufrisch steht notgereiftes

Getreide auf den Feldern, und die Kirschen

Einst rotgroß rund, vergehen mit einem Knirschen

im Mund.“

 

Guten Appetit. Ich gehe jetzt duschen. Das Wasser fließt weiter fröhlich aus dem Hahn. Ist doch alles bestens. Danach empfehle ich noch ein passendes Video aus guten alten Zeiten. FKK 1983. Die DDR-Band Juckreiz singt von der Sünde in Warnemünde. Wahnsinn. Als die Welt noch voller Versprechen war…

 

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Donna, donna

Wer kennt es nicht – dieses Lied mit der einprägsamen Melodie? Donna, donna wird oft gespielt und gemeinsam gesungen. Abends am See, mit Freunden, wenn das Feuer knistert und die Hitze des Tages weicht. Manche meinen, es sei von Donovan, andere bestehen darauf, es sei von Joan Baez. Alle haben nicht ganz recht. Das Lied ging in den Sechzigern um die Welt. Doch der Song hat tiefere Wurzeln.

1941 entstand „Donna, Donna“. Das jiddisches Lied erzählt von einem Kälbchen, das hilflos ist und sich nicht wehren kann. Es wird zur Schlachtbank geführt. Es träumt davon, eine Schwalbe zu sein, die ihr Schicksal selbst bestimmen kann. Das Lied war eine stille und trotzig-verzweifelte Antwort auf die Verbrechen der Nazis. Es stammt von den jüdischen Künstlern Aaron Zeitlin (Text) und Sholom Secunda  (Melodie). Aber erst Joan Baez  machte dieses Lied Anfang der sechziger Jahre weltberühmt – als wirkungsvollen, oft gesungenen Protestsong.

 

 

DAS KÄLBCHEN (deutsche Übersetzung)

Auf dem Wagen liegt ein Kälbchen,
liegt da, gefesselt mit einem Strick.
Hoch im Himmel fliegt ein Vogel,
fliegt und flitzt hin und zurück.

Da lacht der Wind im Kornfeld,
lacht und lacht und lacht,
lacht den ganzen Tag über
und noch die halbe Nacht.

Das Kälbchen schreit, der Bauer sagt:
„Wer hat dich geheißen, ein Kalb zu sein??
Du hättest doch auch ein Vogel werden können!
Du hättest doch auch eine Schwalbe werden können!“

Die armen Kälblein – sie werden gefesselt
und geschleift und geschlachtet. –
Wer Flügel hat, fliegt aufwärts,
macht sich bei keinem zum Knecht!

 

 

Im Mai 1989 sang Joan Baez dieses Lied zum ersten Mal in Prag. Zu diesem Zeitpunkt herrschte die Kommunistische Partei noch uneingeschränkt. Die Folksängerin bat Vaclav Havel auf die Bühne. Der verbannte Dissident wurde frenetisch begrüßt. Demonstranten wie Polizisten verstanden sofort die Symbolik. Daraufhin drehten die Behörden den Ton ab. Die viertausend Besucher sangen das Lied mit Joan Baez einfach weiter.

So entstand ein magischer Moment. Lieder können den Lauf der Welt sehr wohl beeinflussen. Donna, Donna wurde zur Hymne der Samtenen Revolution in der CSSR. Damit schloss sich ein Kreis. Vor genau fünfzig Jahren, im August 1968, hatten sowjetische Panzer den Prager Frühling niedergewalzt. 21 Jahre später zeigte ihnen das Lied den Weg in eine neue Zukunft. Ohne Willkür und Rechtlosigkeit. Ohne Strick um den Hals.

Joan Baez ist übrigens in diesen Tagen auf Europa-Tournee. Unter anderem in Wien, Halle, Berlin, Ludwigsburg, Schwetzingen und Köln.

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Sehnsucht nach 68?

War da was? Sehnsucht nach Revolte? Nach Aufbruch und Veränderung? Die Zeichen stehen heute eher auf Resignation und Komfortzone. Rückzug aufs Sofa. Viele treibt momentan eher die Sehnsucht nach Einfachheit an. Das Leben ist zu kompliziert. Viele fühlen sich gestresst und überfordert. Folgerichtig frönt der Zeitgeist dem Privaten, flüchtet ins Landleben oder folgt gar den Parolen der Nationalisten und Vereinfacher. War das vor fünfzig Jahren anders? 1968 etwa?

 

Gretchen Dutschke und andere 68er in der Berliner Kulturbrauerei.  Foto: Haus der Geschichte.

 

Hört man die Hits von 1968, so tickte der Mainstream kaum anders. Heile Welt statt Hektik. Der zwölfjährige Heintje eroberte mit „Mama“ die Herzen älterer Damen. Peter Alexander schmetterte die Familienhymne „Papa wird´s schon richten“. Gitte schoss sich mit „Ich will einen Cowboy als Mann“ in die Hitparade. Den populären Soundtrack zur Revolte hingegen bedienten am ehesten die Beatles mit „Revolution“ oder die Stones mit „Street Fighting Man“. Mythos 68. Es war der kleine Tummelplatz einer studentischen Minderheit. Hoch ambitioniert, stark verkopft, jedoch mit großer Langzeitwirkung.

 

 

Was waren die 68er? Ein Glücksfall oder ein gewaltiger Irrtum der Geschichte? Heute gelten die 68er als maßlos überschätzt, größenwahnsinnig, fehlgeleitet und selbstverliebt. Oder erfanden sie am Ende doch eine neue Republik, eine andere Gesellschaft? Keine Generation ist so umstritten, wird derart gefeiert oder gebasht wie diese Männer und Frauen, die längst in Rente oder Reha sind oder mittlerweile den Rollator zu schätzen gelernt haben. Obwohl: Nicht wenige der führende Köpfe von einst werden weiter in Talkshows und Dokus gebucht, obwohl sie stramm auf die achtzig zusteuern. Revolte hält jung.

 

Uschi Obermeier 2018. Foto: Jim Rakete

 

Was war 68 los? Was ist aus den Veteranen geworden? Eine anregende Spurensuche führt in die Berliner Kulturbrauerei. Dort zeigt die Ausstellung „Die 68er“ Momentaufnahmen von damals und heute. Eine spannende Mischung. Jim Rakete porträtierte die Helden von damals in großflächigen Schwarz-Weiß-Bildern. Raketes Lehrmeister Ludwig Binder hielt die Ereignisse auf den Straßen und Plätzen West-Berlins fest. Der verstorbene Fotograf war eine Art Chronist der Studentenrevolte. Der junge Jim Rakete schleppte seinem Meister Geräte und Stativ hinterher – zu den Orten des Geschehens. So fotografierten sie in der ersten Reihe vor dem Springer-Hochhaus oder flitzten im Slalom durch die Reihen um bei den Straßenschlachten Deckung vor Steinwürfen und Schlagstöcken zu finden.

 

Rainer Langhans 2018. Foto: Jim Rakete

 

Zu sehen sind Bilder, die zum Entdecken einladen. Bilder von Hoffnung, Scheitern und Vergänglichkeit. Ein Eindruck stabilisiert sich am Ende, verstetigt sich von einem Gefühl zur Gewissheit. Diese 68er-Generation ist so heterogen und bunt wie ein orientalischer Flickenteppich. Die Farbschattierungen reichen von Uschi Obermeier bis Ulrike Meinhof. Von Stefan Aust bis Horst Mahler. Von Joschka Fischer bis Alice Schwarzer. Von Rainer Langhans bis Rudi Dutschke. Hingehen!

 

„Straße der Besten“? Die 68er. Eine Ausstellung in der Kulturbrauerei Berlin.  Foto: Haus der Geschichte.

Die 68er. Fotografien von Ludwig Binder und Jim Rakete. Kulturbrauerei Berlin. Eine Ausstellung des Hauses der Geschichte der Bundesrepublik Deutschland. Bis 7. Oktober 2018.

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Was für ein Blick

Der Rand der Welt ist interessant, nicht die Mitte. Davon war die Ost-Berliner Fotografin Sibylle Bergemann zeitlebens überzeugt. Sie beobachtete den Wandel der Jahreszeiten, Menschen und Systeme. Niemand schaute so genau hin wie sie. Ihre Aufnahmen sind Dokumente feiner, fliehender, flüchtiger Momente. Meist beiläufig, stets unaufgeregt, gleichwohl sorgfältig und präzise. So hielt sie das Besondere im Banalen fest. Bilder zum Entdecken. Mit einem Augenzwinkern oder einem Aha-Effekt. Jetzt erinnert die große Ausstellung „Landläufig“ im Kurt-Mühlenhaupt-Museum in Bergsdorf bei Berlin an die vor acht Jahren verstorbene Künstlerin.

 

Sibylle Bergemann. Hochzeit. Teschendorf 6. November 1971. Der andere Blick.

 

Sibylle Bergemann (1941-2010) sagte einmal: „Der Wandel hat die bekannten Zeichen vielleicht verwischt, aber nicht unkenntlich gemacht.“ Landläufig beschreibt die großen Veränderungen seit dem Mauerfall am Beispiel einfacher Menschen und kleiner Alltagssituationen. Die Fotografin hatte bereits Ende der siebziger Jahre an den Wochenenden Berlin gegen das Land eingetauscht. Eine Pionierin. Heutzutage pendeln Zehntausende am Freitagnachmittag zu ihren Zeitwohnsitzen, bewohnen aufgehübschte Bauernhöfe und edelsanierte Ställe.

 

Sibylle Bergemann. Jana. Margaretenhof. 1983

 

Bergemanns Sehnsuchtsort war das heruntergekommene Schloss Hoppenrade. Der traditionsreiche Landsitz ist nicht weit entfernt vom heutigen Ausstellungsort in Bergsdorf. In dieses kleine Dorf bei Zehdenick hatte sich der West-Berliner Maler und Bildhauer Kurt Mühlenhaupt nach der Wende aufgemacht. Beide Künstler einte der Wunsch nach Ruhe und Rückzug. In der märkischen Sandbüchse gelangen Bergemann einige ihrer bekanntesten Fotografien. Aber der Wechsel aufs Land war nicht nur stille Kontemplation: „Oft enden hier die Tage nach der Arbeit zwar in ausschweifenden Festen, die Fotografie bleibt dabei aber immer im Mittelpunkt“, deutet der Ausstellungstext dezent an.

 

Sibylle Bergemann. Kirsten, Hoppenrade 1975.

 

So sind nicht nur die Bilder Sibylle Bergmanns in der stilvoll sanierten Feldsteinscheune zu empfehlen. Das Kurt Mühlenhaupt Museum selbst ist einen Besuch wert. Es lockt ein Mix aus Kunst aller Art mit Bildern, Grafiken, Werkstatt und Skulpturen, Angereichert mit dem Duft von Esel, Heu und Hängebauchschwein. Eine entspannte Kombination aus Natur, Landleben und anregender Kunst. Im Café gibt es selbstgebackenen Kuchen. Manchmal wird im Hof ein Wildschwein gegrillt. Die unvergleichliche Atmosphäre ist das Verdienst von Gastgeberin Hannelore Mühlenhaupt, der Witwe des Künstlers. Besuchen Sie das Museum. Wer weiß, wie sich die Welt an den Rändern weiter wandelt?

 

Sibylle Bergemann. Selbstporträt.

 

Landläufig. Fotografien von Sibylle Bergemann. Bergsdorfer Dorfstraße 1 in Zehdenick. Ortsteil Bergsdorf. Nur am Wochenende von 13 bis 18 Uhr und nach tel. Vereinbarung geöffnet. Bis 9. September 2018.

 

Sibylle Bergemann. Barbara Paz. Sao Paulo 2001.

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Mein Freund der Baum

Der kräftige Ahorn-Baum vor unserem Haus wankte, dann krachte er auf das Auto unserer Nachbarin. Ihr kleiner Sportflitzer war platt. Sie hatte Glück. Zwanzig Minuten zuvor war sie ausgestiegen. Das war im letzten Herbst als der Orkan Xavier über Berlin hinwegfegte. Die Feuerwehr zerlegte den Baum. Zurück blieb ein hässlicher Stumpf, aufgerissenes Pflaster und eine Lücke. Diese wird wohl lange bleiben.

 

 

Seit dem Orkan passierte neun Monate – eine ganze Schwangerschaft lang – nichts mehr. Außer einer rot-weißen Flatterleine, die notdürftig gespannt wurde. Der Berliner Amtsschimmel ruhte. Ende Juni 2018 ein kleines Wunder. Zwei freundliche Mitarbeiter einer Gartenbaufirma gruben das Wurzelwerk aus und transportierten den traurigen Rest ab. Auf unsere Frage, ob nun ein neuer Baum gepflanzt werde, lächelten sie nur. Sie sprachen kein Deutsch.

 

Berlin. 5. Oktober 2017. Sturm Xavier zeigt seine Kräfte. Das Auto unserer Nachbarin ist reif für die Schrottpresse. Unsere Fahrräder im Glück. Foto: Jürgen Ziegenhagen

 

Längst hatten Anwohner und Nachbarn überlegt, was zu tun sei. In Berlin werden mehr Bäume gefällt als gepflanzt. Über zehntausend Straßenbäume fehlen. Die Verwaltung ist überfordert und unterbesetzt. Unser Ahornbaum war stolze zwanzig Meter hoch, spendete im Sommer Schatten und dämpfte den Großstadtlärm. Der Ahorn, lese ich, hatte schon immer eine große Bedeutung. Die Ruhe, die er ausstrahlt, soll dazu dienen, böse Geister fernzuhalten. Daher ist er noch heute in vielen Gärten zum Schutz vor Eindringlingen zu finden. Zudem ist der Ahorn sehr genügsam, kann sich an widrige Verhältnisse gut anpassen.

Der robuste Ahorn ist eine optimale Berliner Pflanze. Der ideale Straßenbaum für aufgeheizte Großstädte. Ein neuer „kompletter“ Jungbaum kostet um die tausend Euro. Er kann bis zu fünfhundert Jahre alt werden. Also reifte der Entschluss, den Baum einfach zu spenden. Nachdem Bürger dazu aufgefordert wurden, aktiv zu werden, meldeten wir uns bei der Hotline. Doch die Nummern beim Grünflächenamt führten ins Nichts. Sie sind abgeschaltet.

 

Erste Aufräumarbeiten nach dem Orkan.  Foto: Maurizio Gambarini.

 

Wer in Berlin etwas Gutes tun will, darf sich von solchen kleinen Hindernissen nicht aufhalten lassen. Nach vielfachen Versuchen erreichten wir auf einer internen Nummer eine Mitarbeiterin des zuständigen Amtes. „Baumspenden geht nicht mehr“, erklärte sie genervt. „Der Stadtrat hat verfügt, bis Ende 2019 sind Baumpflanzungen nicht mehr möglich. Kein Personal.“ Ende der Durchsage.

Was tun? Der Baum fehlt. Der Wille zur Selbsthilfe ist vorhanden. Also Selbstpflanzen? Das geht nicht im preußischen Berlin. Laut Vorschriften heißt es: „Eine komplette Jungbaumpflanzung in Maßen 18-20 cm Stammumfang, 3mal verpflanzt mit Ballen“ plus „Einbau der Baumsicherung, Dreierbock mit Verlattung, Urinschutz und Stammschutz“ auf öffentlichem Straßenland geht nur auf Veranlassung des Grünflächen- und Tiefbauamtes.

 

Sommer 2018. Ein Quadratmeter Baum-Erwartungsland. Gesichert mit amtlichen Flatterband.

 

Ein Quadratmeter Berliner Baumerwartungsfläche hofft nun auf 2020. Das Jahr, in dem der Flughafen BER an den Start gehen soll und unsere Lücke möglicherweise mit neuem Grün versehen wird. Oder bleibt nur noch das Warten auf ein Wunder? Selbstbestäubung durch die Natur? Wäre möglich aber nicht zulässig. Dann wäre der neue Baum ein Fall für das Ordnungsamt. Das funktioniert noch und verfügt über genügend Personal. Unsere Straße befindet sich in einer gebührenpflichtigen Parkzone. Szenen aus dem Alltag einer Stadt, deren Verwaltung dazu auffordert mit Sandalen in die Arktis zu ziehen. Wer sich kalte Füße holt, ist selber schuld.