Panmunjom 30.06.2019 Drittes Treffen in der Entmilitarisierten Zone Korea

Ziemlich gute Freunde

Gibt es das noch? Die vielbeschworene Männerfreundschaft? Freunde, die durch dick und dünn gehen. Sich austauschen, streiten, versöhnen, am Ende des Tages aber stets blind vertrauen können. Diese zwei Freunde von Law and Order waren sich ziemlich nah. Brüder im Geiste, Bewunderer von Macht und Stärke: Mister Donald John Trump, „durch Diebstahl abgewählter“ Präsident der Vereinigten Staaten von Amerika und der „Geliebte Oberste Führer“ Kim Jong-un, Präsident der Demokratischen Volksrepublik Korea. Der Nordkoreaner ist weiter im Amt. Herrscher eines Landes, in dem es offiziell keine Corona-Pandemie gibt. In dem Menschen fröhlich und zufrieden ihrer Arbeit nachgehen. In dem Medien nicht „Feinde des Volkes“ sind, sondern das Land in seiner wahren Schönheit zeigen. Wie hier zum Jahresanfang 2021 in Pjöngjang.

 

 

Die beiden Freunde (auf Zeit) Trump und Kim trafen sich genau dreimal. Sie entwickelten eine Art Brieffreundschaft. Insgesamt 27 Botschaften tauschten der Ex- Präsident der USA und der nordkoreanische Machthaber Kim Jong Un aus. Kim schrieb 2018 nach dem ersten Treffen von Singapur: „Selbst jetzt noch kann ich den historischen Moment nicht vergessen, als ich die Hand Ihrer Exzellenz gehalten habe.“ Donald erklärte öffentlich vor seinen Fans: „Er hat mir wunderschöne Briefe geschickt, es sind großartige Briefe. Wir haben uns verliebt.“ Kim: „Die tiefe und besondere Freundschaft zwischen uns wird wie eine magische Kraft wirken.“

Beide Männer hatten einen gemeinsamen Feind. Barack Obama. „Ein Arschloch“, soll Trump zu US-Enthüllungsjournalist Bob Woodward gesagt haben. Den Diktator in Pjöngjang habe er aber in höchsten Tönen gelobt: „Er ist weit mehr als nur klug.“ So soll der Nordkoreaner dem US-Präsidenten nach dessen eigener Aussage mitgeteilt haben, wie er seinen eigenen Onkel hatte hinrichten lassen. „Er erzählt mir alles“, so Trump. Kim muss offenbar Song Thaek, die graue Eminenz in seinem Regime gemeint haben. Im Dezember 2013 hatte er seinen eigenen Onkel abgesetzt. Kim ließ ihn hinrichten. Das imponierte Trump.

 

 

Der scheidende US-Präsident stellte zum Ende seiner Amtszeit am 20. Januar 2021 nahezu unbemerkt einen „Rekord für die Ewigkeit“ auf. Er ließ seit dem vergangenen Sommer 13 verurteilte Menschen hinrichten, in einigen Fällen sogar gegen den Willen der Opferfamilien. So konnte er sich selbst nach der Wahlniederlage seinen Anhängern als „Henker in Chief“ präsentieren. Ein Mann, der durchgreift, der keine Gnade kennt. Einer, der für Law and Order steht – wie sein nordkoreanischer Freund.

 

Das offizielle Foto vom letzten Gipfeltreffen in Vietnam am 27./28. Februar 2019. Vorzeitig und ergebnislos abgebrochen. . Quelle Wikipedia

 

Am 10. September 2020 twitterte Donald Trump: „Kim Jong Un is in good health. Never underestimate him!“ Diese „Unterschätzt ihn nicht“-Botschaft ist eine von rund 56.500 Giftpfeilen, die er per Twitter während seiner vierjährigen Amtszeit in die Welt schickte. Sein Spezi Kim wird dieses Kompliment freuen. Der 37-jährige ist mittlerweile im zehnten Jahr im Amt. Als Enkel und Thronfolger in der dritten Generation seiner Familien-Dynastie. Unabwählbar seit 1948. Von solchen Verhältnissen scheint Trump zu träumen.

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