Äthiopien 2022. Jedes vierte Kind hungert. Foto: Welthungerhilfe

Brot für die Welt?

Der Krieg in der Ukraine zieht Kreise. Bei uns fürchten Menschen höhere Energiepreise und nicht wenige ein Tempolimit. In vielen anderen Ländern dieser Erde sitzen Familien längst vor einem leeren Teller. Es gibt kein Brot mehr. Alle Grundnahrungsmittel werden teurer und für viele nahezu unbezahlbar: Weizen, Mais, Bohnen, Reis, Zucker. Der Grund: Russland und die Ukraine versorgten bisher vor allem die ärmsten Länder mit nahezu einem Drittel der globalen Weizenlieferungen und 16% der Mais-Exporte. Diese Lieferungen sind in Gefahr. Der Hunger kehrt zurück. Dramatisch ist die Lage in Äthiopien. Yakob Michael Mekowanent lebt seit langem im deutschen Exil. Der Ingenieur berichtet am Telefon: „Die einstige Kornkammer Äthiopiens liegt im Gebiet der Amharas. Es wird nicht mehr produziert. Der Brotpreis ist in den letzten Wochen um 300% gestiegen. Ein Liter Speiseöl verteuerte sich von 300 (äthiopische) Birr auf 1.200 Birr. Offiziell hungern 1.5 Millionen Menschen. Tatsächlich sind bis zu 10 Millionen Äthiopier direkt betroffen“.

 

Yakob Michael Mekowanent kümmert sich um sein Heimatland Äthiopien. Foto: St. Christophorus Berlin-Neukölln

 

Yakob, der leidenschaftlich gerne und gut kocht, ist verzweifelt. „Die dreijährige Dürre ist eine Katastrophe. Alle machen die Augen zu. Schon vor dem russischen Einmarsch in der Ukraine haben sich die Lebensmittelpreise drastisch verteuert. Hauptgrund war bislang die Pandemie“.  Weltweite Lockdowns kappten Lieferketten. Steigende Energiekosten für Traktoren und vor allem für die Düngemittelproduktion ließen Preise explodieren. Yakob: „Die Inflation ist nicht mehr kontrollierbar. Der Bürgerkrieg mit Korruption, Vertreibung und Zerstörung ist allgegenwärtig. Die Regierungspartei hat sich Mitte März gespalten. Das Land versinkt in Anarchie und Chaos.“ Yakob, der in Opposition zur Regierung in Addis Abeba steht: „Am Ende kommt nichts mehr in die Schale. Große Teile Äthiopiens hungern wieder“.

 

 

Hungrig überleben. Täglich. Eine Mahlzeit pro Tag. Mehr nicht. Nomaden trinken Kamelmilch, backen entweder aus Hirse Getreidefladen oder kochen einen Linsen-Bohnen-Brei. Kuhmilch ist eine Delikatesse, genau wie Erdnüsse. Viele Äthiopier haben nichts mehr, außer Dürre. Yakob gehört zum Stamm der Amharas, einer in Äthiopien drangsalierten Ethnie. Sein Land am Horn von Afrika zählt zu den Ärmsten der Welt. Gebeutelt von Bürgerkrieg, jahrelanger Trockenheit, Pandemie, Inflation und dem jetzt drohenden Ausfall der Weizenlieferungen aus Russland und der Ukraine. „Es ist ein Feuer-Ring aus Konflikten, Krisen, Massenflucht und politischer Destabilisierung“, bestätigt der Direktor der Welternährungsorganisation (WFP) David Basley. „Die Zahl der akut Hungernden ist weltweit auf über 810 Millionen gestiegen“.

Jetzt drohen Kriege um Brot. „Es ist niemals zu spät“, betont Yakob. Das heißt: Unterstützen, Helfen, Spenden. Besser als mit 200 Sachen über die Autobahn zu brettern. Alle Hilfsorganisationen schlagen Alarm. Doch davon nimmt die Öffentlichkeit kaum Notiz. Helfen kann jede/r: Von Brot für die Welt über UNICEF bis zur Welthungerhilfe.

Wer Yakob und sein Volk mit über zehn Millionen hungernden Menschen in Äthiopien unterstützen möchte, findet hier bei der Welthungerhilfe eine seriöse Möglichkeit.

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