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„Wir kümmern uns“

Ingeborg M. * ist Intensivschwester. Sie liebt ihren Beruf. Im Laufe der Pandemie sammelte sie mehr als 200 Überstunden. Corona kennt keinen Feierabend. Sie freute sich im stressigen Katastrophenjahr über Anerkennung und Beifall. Ein dankbarer Blick von Patienten und Angehörigen ist viel wert, wenn Ingeborg mal wieder geholfen hatte ein Menschenleben zu retten. Großartig! Als sie ihre Überstunden einreichte, hörte sie nichts mehr. Sie rackerte weiter, vertrat Schichten bis zur völligen Erschöpfung. Als sie wiederholt nach dem Lohn für ihre Überstunden fragte, bat die Verwaltung um Geduld. Bis zum Jahresende 2020 wurde keine einzige Überstunde bezahlt.

Ingeborg M. kündigte. Nach 14 Jahren auf der Intensivstation in einer süddeutschen Kleinstadt. Die aus Mecklenburg-Vorpommern stammende Fachkraft hat mittlerweile einen „ruhigeren“ Job in einer Reha-Einrichtung. Es gibt viele Ingeborgs. Ganze Teams denken laut einer  Studie mehrmals pro Woche darüber nach auszusteigen. Die erfahrene Ingeborg fragt, wie künftig Pflege in Krankenhäusern und Heimen noch funktionieren soll. Sie kenne so viele Kolleginnen und Kollegen vom Kreißsaal bis zur Palliativstation, denen es ähnlich ergehe. Durchschnittlich bleibt eine Pflegkraft acht Jahre im Beruf. Viele der 1.7 Millionen „Helden der Arbeit“ (Ingeborg) sind ausgebrannt, frustriert oder werden um Überstunden und Zulagen gebracht. Darüber offen zu reden trauen sich die wenigsten. Auch Ingeborg nicht.

 

Masken. Erst Mangelware, längst Alltag. Nun machen clevere Lobbyisten mit Krankheit und Not fette Beute. Foto: Jeyaratnam Caniceus

 

Vielleicht sollte Ingeborg im Herbst Bundestagsabgeordnete werden? Vielleicht würde dann der angekündigte Corona-Bonus endlich an alle ausgezahlt werden. Wichtiger noch: Wie wäre es, die bekannten Missstände im Gesundheitswesen wie Personalmangel, Fallpauschale oder Überstunden abzustellen. Oder die Perspektive, den Schlüssel von einer Pflegeperson pro 13 Patienten (Bundesdurchschnitt) auf ein menschenwürdiges und medizinisch angemessenes Level zu senken. Keine verkehrte Idee in einem reichen Land.

Währenddessen kümmerten sich im ersten Corona-Jahr „bis zu zwei Dutzend Bundestagsabgeordnete“ um das lukrative Maskengeschäft. Einige MdBs waren mit ihren Überstunden äußerst erfolgreich. Vizefraktionschef Georg Nüßlein (CSU) verdiente 2020 an der Corona-Not 660.000 Euro Vermittlungsgebühren. Er werde „seine Ämter ruhen lassen“, ließ er verkünden. Der Mannheimer CDU-Abgeordnete Nikolas Nübel nahm 250.000 Euro . Eine „marktgerechte“ Provision, so der 34-jährige Hinterbänkler. Der Unternehmensberater bot Schutzmasken einer baden-württembergischen Firma feil. „Ich hätte sensibler handeln sollen“, ließ Maskenlobbyist Nübel mitteilen. Er bedaure den Fehler und ziehe sich daher aus dem Auswärtigen Ausschuss zurück.

 

 

Zum Schluss ein einfaches Rechenexempel. Wie viele Überstunden im Gesundheitswesen könnten mit Hilfe der Masken–Boni (derzeit 910.000 Euro; ohne Dunkelziffer) der Abgeordneten beglichen werden? Der Stundenlohn einer Krankenschwester beträgt 11,63 brutto. Bei vorsichtiger Schätzung könnten bundesweit mehr als 80.000 Überstunden ausgezahlt werden. Mit dabei wären auch die 200 Stunden von Ingeborg M., auf deren Überweisung sie bis heute wartet.

 

* Richtiger Name bekannt.

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Kleiner Fabio, was nun?

„Wie kann man lachen, richtig lachen, in solcher Welt mit sanierten Wirtschaftsführern, die tausend Fehler gemacht haben, und kleinen entwürdigten, zertretenen Leuten, die stets ihr Bestes taten?“ Niemand konnte die Sorgen der kleinen Leute genauer beschreiben als Hans Fallada. Vor gut einhundert Jahren landete er mit „Kleiner Mann, was nun?“ einen Riesenerfolg. Heute versucht ein einfacher Abgeordneter der Linken die großen Wirtschaftsführer herauszufordern. Mit Hartnäckigkeit, Herz und Kompetenz. Sein Name: Fabio de Masi. 39 Jahre alt, gebürtiger Hesse, italienische Wurzeln, katholisch, Hamburger aus St. Pauli, Wahlheimat Südafrika. Diplom-Volkswirt, Bundestagsabgeordneter und „überzeugter Linker“.

Sein Großvater war im II. Weltkrieg Partisan im Piemont. Seine Großmutter schmuggelte geheime Botschaften in der Salami. Und der Enkel? Fabio de Masi ist der brillanteste Aufklärer im Wirecard-Untersuchungsausschuss. Für den Abgeordneten der Linken ist Wirecard der größte Finanzskandal der jüngeren Geschichte. „Ein Fenster unserer Zeit“ in die Welt skrupelloser Abzocker getarnt als Finanzdienstleister. Die neuen Masters of the Universe seien mächtiger als Banken. 20 Milliarden Euro hat die „smarte Illusionsfabrik“ Wirecard in den Sand gesetzt. Unzählige Kleinanleger wurden um ihr Vermögen geprellt. Mit im Spiel laut de Masi: Eine unfähige Finanzaufsicht, die statt zu kontrollieren kritische Journalisten verfolgen ließ. Und Lobbyisten von „Kai Diekmann (Ex-BILD) über Karl-Theodor zu Guttenberg (Ex-Verteidigungsminister) bis zum ehemaligen Geheimdienst-Koordinator im Kanzleramt Klaus-Dieter Fritsche“.

 

 

Das Milliarden-Wirecard-Imperium war „ein Luftballon“, der auf den Philippinen platzte. Einer der Chefs sitzt hinter Gittern bzw. ab und zu vor dem Bundestags-Untersuchungsausschuss. Dort kann sich CEO Markus Braun nicht einmal mehr an seine Doktorarbeit erinnern. Der andere Chef, gleichfalls ein Österreicher ist seit Juni 2020 flüchtig. Der gelernte Programmierer Jan Marsalek mit Geheimdienst- und FPÖ-Nähe verschwand mit einer Cessna gen Weißrussland/Belarus. Wo sich der Hochstapler heute befindet, ist unbekannt. Fabio de Masi versucht wie kein anderer die Hintergründe aufzuklären. Der Experte fordert eine Finanz-Elite-Polizei, die Betrüger und deren Netzwerke jagt und nicht wegschaut. Das sei eine wichtige Lehre aus den Pleiten und Betrügereien der letzten Jahre, so der Hamburger de Masio. Die Liste ist lang. Von den Panama-Papers bis zum CumEx-Steuerbetrug.

 

Aktuelles Fahndungsplakat. Jan Marsalek. Ex-Chef con Wirecard.

 

„Es gibt die Weisheit der kleinen Leute“, sagt Fabio de Masi. Aufgabe einer guten Politik sei es, sie zu schützen und ihre Interessen zu vertreten. Doch der furchtlose Aufklärer will nicht mehr. Statt eines möglichen Parteivorsitzes will er im September 2021 als Abgeordneter aufhören. Folge: Das große Problem bleibt, der kleine Fabio geht. Für einen Posten als Parteichef brauche es einen „gemeinsamen Spirit“ in seiner Partei. Er wolle seine Energie nicht „in eingeübten Ritualen und Machtkämpfen verausgaben“. Lieber kümmere er sich um seinen Sohn. Die Begründung seines Rückzuges ist lesenswert. Hier Auszüge:

„Ich habe den politischen Meinungsstreit – gerade mit Konservativen und Liberalen – immer als eine Bereicherung empfunden. Denn Widerspruch schult die eigenen Argumente. Wir müssen lernen, respektvoll miteinander zu streiten – so wie in jedem Dorf, in jeder Familie, in jedem Sportverein und in jedem Freundeskreis.

Es gibt in verschiedenen politischen Spektren und vor allem in den sozialen Medien die Tendenz, Politik nur noch über Moral und Haltungen zu debattieren. Ich halte dies für einen Rückschritt. Werte und Moral sind das Fundament politischer Überzeugungen. Wer jedoch meint, dass alleine die „richtige Haltung“ über „richtig oder falsch“ entscheidet, versucht in Wahrheit den Streit mit rationalen Argumenten zu verhindern.

Identität ist wichtig im Leben. Sie darf aber nicht dazu führen, dass nur noch Unterschiede statt Gemeinsamkeiten zwischen Menschen betont werden und sich nur noch „woke“ Akademiker in Innenstädten angesprochen fühlen. Eine Politik, die nur noch an das Ego und die individuelle Betroffenheit, aber nicht mehr an die Gemeinschaft appelliert, ist auch Donald Trump nicht fremd.“

 

Fabio de Masi. Stilgerecht im Fiat 500. Ob er mit den Ferraris der Finanzelite mithalten kann? Für ihn nicht eine Frage des Tempos, sondern der Hartnäckigkeit. Foto: privat

 

Fabio de Masi hofft bis zum Sommer 2021 vorzeigbare Resultate aus dem Wirecard-Ausschuss der Öffentlichkeit präsentieren zu können. Alle kleinen und großen Leute dürfen gespannt sein.

 

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Oh, wie schön ist Janosch

Ein gewisser Herr Wondrak unterwegs ins Grüne: „Herr Janosch, welches ist die richtige Haltung beim Radfahren? »Luise sitzt vorbildlich aufrecht. Und Wondrak hält Ausschau nach hinten und achtet im Übrigen darauf, dass er nicht stört.« Typisch Janosch. Das Leben ist so schön. Der Meister des heiteren Müßiggangs und Wegbegleiter vieler Kinder-Generationen. Ein Mann der feinen Ironie. Berühmt geworden als Vater der Tigerente. Legendär sein Oh, wie schön ist Panama. Kaum zu glauben. Janosch wird bald Neunzig.

Als Horst Eckert erblickt er am 11. März 1931 in Hindenburg (das heutige polnische Zabre) in einer schlesischen Malochergegend das Licht der Welt. Janosch: „Aus Versehen geboren, und dann selig über die Erde getorkelt. Wie ein Bote, der hier etwas abzuliefern, aber den Empfänger vielleicht doch noch nicht gefunden hat, ihn auch gar nicht mehr sucht.“ Einer der erfolgreichsten deutschen Kinderbuchautoren aller Zeiten hatte von Anfang an eine schwierige Kindheit. Der Vater war ein prügelnder Nazi. Dann Krieg, Flucht, Vertreibung und Neuanfang in München. Dort wollte er Kunst studieren. Der Professor warf ihn raus, wegen „mangelnder Begabung“.

 

Horst Eckert alias Janosch im Jahre 2010. Foto: Roland Weihrauch/dpa

Janosch: „Ich hatte die Schnauze voll von Kinderbüchern. Keiner kaufte die. Und da wollte ich einen Racheakt an der Welt landen. Ich wollte ein Kitschbuch machen. Da gibt es so ein paar Regeln. Da muss ein Kuschelbär dabei sein und der Bär muss eine Reise machen und muss einen Freund haben und schon fangen die Weiber an zu heulen.“

Der Durchbruch kam mit Waldbär und Tigerente in seiner Panama-Geschichte. Da war er 47 Jahre alt. Der Erfolg machte ihn nicht glücklich. Im Gegenteil. Nach dem Welterfolg  ließ er sich von abgebrühten Werbeleuten über den Tisch ziehen. Die cleveren Vermarkter organisierten die Nutzungsrechte, packten die Tigerente auf Kaffeetassen oder auf die Putenbrust und verdienen fortan an Janosch prächtig.

 

Kinderfreund und Lebensphilosoph Janosch 2002. Foto: Wikipedia

 

Sein Glück fand Janosch in den Bergen von Teneriffa. In einer Hütte lebt er bescheiden und zurückgezogen mit seiner Frau. Vielleicht döst der begnadete Melancholiker gerade in seiner Hängematte. Motto: Wer fast nichts braucht, hat alles. Janosch: „Alle Leute suchen nach dem Glück. Das ist etwas zu viel verlangt. Ich würde nicht mal danach suchen. Die beschäftigen sich ein ganzes Leben damit, das Glück zu suchen. Wozu?“ Interviews hasst er. Kinder liebt er, nicht aber deren Eltern. Janosch bleibt ein schrullig-liebenswerter Anarchist und Aussteiger. Wie sein Herr Wondrak, der viele Jahre im Zeit-Magazin Mitmenschen ihre Sorgen vertrieb. Froh, heiter und gelassen. Und wenn es nur für einen kurzen Augenblick war, der ein Lächeln bescherte.

 

 

Mit seinen Helden, dem Umwelthäuptling Emil Grünbär, der klugen Graugans Dolli Einstein und dem gütigen Hund Rüdi von Lieberbaum versucht er auf seine Art Natur und Klima zu retten. Seit vielen Jahren setzt sich Janosch für Projekte gegen Armut ein. In seinem Geburtsort Zabrze (Polen) kauft er Wohnplätze für Waisenkinder, lässt seine Bilder für SOS Kinderdörfer, medizinische Hilfe in Afrika, die Krebshilfe und den Tierschutz versteigern.

 

 

Was bleibt mit Neunzig? Vor einiger Zeit sagte Janosch über das Älterwerden: „Das ist die beste Zeit meines Lebens das Alter. Es ist so was von schön. Das kann ich jedem nur empfehlen. – Was ist am Alter so schön? – Der Geschlechtstrieb ist abgestorben bzw. beseitigt. Man wird nicht mehr ernst genommen von den Leuten. Man kann machen, was man will.“

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Glücks-Produktion

Was ist Glück? Keine Termine und leicht einen sitzen, meinte Entertainer Harald Juhnke. Prost! Für heutige Zeitgenossen sind es eher möglichst viele Likes für ihre Posts. Für fast alle Menschen aber bleiben Bäume Symbole des Glücks. Am besten vor dem Fenster, in der Straße, im Park. Auf alle Fälle mitten in der Stadt. Denn: Wir zerstören, was wir lieben: Wälder, Wiesen und wilde Rückzugsorte. Digitale Konzerne versuchen mittlerweile künstliche Oasen zu schaffen. Grün ist gut für das Marketing. Greenwashing nennt sich das.

Internetriese Amazon baut in Arlington am Rande der US-Hauptstadt Washington sein neues HQ2, Headquarter 2. Hier entsteht ein 22-stöckiges „Baumhaus“ in Form einer Doppelhelix. Der zweite Firmensitz des Megakonzerns soll zu 100 Prozent mit Sonnenenergie beheizt und gekühlt werden. Das Baumhaus wird von Parks mit einheimischen Pflanzen umgeben, so das Versprechen. Das Design sei »von der Natur durchzogen« und soll so „Wohlbefinden und Kreativität“ fördern. Der Lieferriese im neuen, zeitgemäß grünen Blättergewande.

 

 

Der Doppelhelix des Architekturbüros NBBJ soll von außen begehbar sein, auf »zwei landschaftlich gestalteten Pfaden, die spiralförmig nach oben klimmen, mit Pflanzen, die auf einer Wanderung in den Blue-Ridge-Bergen von Virginia zu finden sind«. Den Beschäftigten verspricht Amazon eine »Vielzahl« verschiedener Arbeitsplätze – »inmitten üppiger Gärten und blühender Bäume«. Die Öffentlichkeit soll keineswegs ausgesperrt bleiben. Für 2025 ist die Fertigstellung des neuen Amazon-Hauptquartiers angekündigt.

Amazon als Landschaftsgärtner? Eine schicke Öko-Zentrale als Prestigeprojekt der Besserverdienenden? So könnten wohl Anflüge von schlechtem Gewissen besser besänftigt werden, um weiter rastlos um die Welt jetten zu können. Zudem soll das Baumhaus angenehm auf das Wohlbefinden der Belegschaft wirken. So brauchen die Amazoner weder über Betriebsräte nachzudenken und können das Zusammenbrechen ganzer Branchenzweige leichter verdrängen, wie zum Beispiel den kleinen Laden um die Ecke.

 

Die neue Amazon-Zentrale in Arlington bei Washington. 2025 soll sie fertig sein.

 

Amazon scheint erkannt zu haben: Bäume bringen Rendite. Bäume machen glücklich. Architekt und Vordenker Friedensreich Hundertwasser (1928-2000) erklärte einmal, warum und wodurch Bäume so wertvoll sind: „Mit Sauerstoff, durch seine Staubschluckkapazität, als Anti-Lärmmaschine durch Erzeugung von Ruhe, durch Giftvertilgung, durch Reinigung des verseuchten Regenwassers, als Produzent des Glücks und der Gesundheit, als Schmetterlingsbringer und durch Schönheit und mit vielen anderen Valuten.“ Die einfache Erkenntnis: Ohne Bäume kein Leben. Kein Sauerstoff. Keine Zukunft. Eine einhundertjährige Buche gibt innerhalb von einer Stunde so viel Sauerstoff ab, wie fünfzig Menschen zum Atmen brauchen.

 

Vordenker einer „Baumpflicht“ und weit seiner Zeit voraus. Friedrich Stowasser alias Friedensreich Hundertwasser Regentag Dunkelbunt. (1928-2000)

 

Wer mehr über Baumhäuser und Green Building erfahren will, kann ein virtueller Rundgang empfohlen werden. Mehr geht ja gerade nicht. Einfach grün. Greening the city heißt eine Ausstellung im Deutschen Architekturmuseum in Frankfurt. Wieder zu begehen, sobald die grassierende Krankheit der Moderne, die Covid-Pandemie es zulässt. Merke: Wirklich reich ist nicht derjenige, der viel hat sondern der wenig braucht.

 

Hotel Therme Rogner Bad Blumau in der Steiermark, Österreich. Ein Hundertwasser-Haus. (1993-1997)

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Kraft der Kunst

„Sie hörten genau hin. Sie waren voll dabei. Sie waren begeistert. Wunderschön“ Mit Glanz in den Augen erzählt Christoph Schlingensief, wie Rach 3 – das Klavierkonzert Nummer 3 von Sergej Rachmaninov – bei seinen Hauptdarstellern angekommen ist. Seine Helden sind die Insassen im Tiele-Winkler-Haus der Diakonie am Berliner Stadtrand. Wir befinden uns im Jahre 2002, vor knapp zwanzig Jahren. Es geht um die Stars der Freakshow 3000. Ein herrlich politisch unkorrektes, provokatives Projekt von Theatermacher Schlingensief. Geistig und körperlich Behinderte spielten in einer sechsteiligen TV-Hitparade mehr oder weniger bekannte Promis wie Moderator Michel Friedman oder Herzenstrompeter Stefan Mross. Eine lupenreine Fernsehparodie. Ein riskantes Wagnis, hart an der Kante zwischen Genialität und Peinlichkeit.

 

 

Kritiker warfen Schlingensief kindlichen Klamauk vor. Er sei ein selbstverliebter Theaterclown. Ich erlebte ihn in meiner aspekte-Zeit anders. Ernsthaft, an Erkenntnis und Ergebnissen interessiert. In seiner Freak Star 3000 ließ er im Sommer 2002 einen geistig Behinderten den vom RAF-Vordenker zum Hitlergläubigen mutierten Horst Mahler spielen. Ein Körperbehinderter übernahm die Rolle des allwissenden Moderators Michel Friedman. Schlingensiefs Antwort auf das alltägliche mediale Polit-Theater. Moralisten mäkelten, er betreibe Missbrauch mit Abhängigen. Ich kann mich gut erinnern. Die Darsteller liebten Schlingensief und das Stück. Ich brachte als Dankeschön ins abgelegene Heim von Berlin-Lichtenrade eine DVD unseres Beitrags für das ZDF. Musikalisch unterlegt mit dem Beginn aus Rach 3.

 

 

In einem Land, in dem nahezu alles korrekt geregelt werden soll, mit Beauftragten für alles und jedes, was sperrig oder anders ist, war Christoph Schlingensief ein Meister der Provokation. Immer wieder hielt er der Gesellschaft den Spiegel vor. Chance 2000. U 3000. Scheitern als Chance. Das deutsche Kettensägenmassaker. 1000 Jahre Adolf Hitler. Tötet Helmut Kohl.

Unsere heutigen Zeiten mit Empörungswellen, gewürzt mit Shit Storms, Cancel Culture und Gender-Correctness, wäre für den Apothekersohn aus Oberhausen eine echte Herausforderung. Was für ein Stoff. Im kurzatmigen Twitter-Gewitter überholt die Wirklichkeit jede Phantasie und Vorstellungskraft selbst eines kreativen Provokateurs. Der Mitmensch als Feind. Die andere Position, die es auszuschalten gilt. Unsere Covid-19-Gegenwart sorgt für eine aktuelle Pointe: Eine Pandemie, die alles Kreative an die Kette legt und in der Isolation des Lockdowns noch verrücktere Verschwörungsobsessionen und Provokationen blühen lässt. Schlingensief fehlt.

 

 

Bei Christoph Schlingensief standen Außenseiter im Mittelpunkt. Sie durften sich selbst als Stars erfinden, wurden jedoch nicht vorgeführt. Die hohe Kunst der Vermischung von Parodie, Show, Lebensfreude, Behinderung, Stolz und Eigensinn. Im Garten des Heims hörten wir Rach 3. Opus 30 in D-Moll. Das ganze Konzert. Gut 40 Minuten lang. Niemand ging. Am Ende klatschten alle vor Freude. Wie die Augen leuchteten.

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Ziemlich gute Freunde

Gibt es das noch? Die vielbeschworene Männerfreundschaft? Freunde, die durch dick und dünn gehen. Sich austauschen, streiten, versöhnen, am Ende des Tages aber stets blind vertrauen können. Diese zwei Freunde von Law and Order waren sich ziemlich nah. Brüder im Geiste, Bewunderer von Macht und Stärke: Mister Donald John Trump, „durch Diebstahl abgewählter“ Präsident der Vereinigten Staaten von Amerika und der „Geliebte Oberste Führer“ Kim Jong-un, Präsident der Demokratischen Volksrepublik Korea. Der Nordkoreaner ist weiter im Amt. Herrscher eines Landes, in dem es offiziell keine Corona-Pandemie gibt. In dem Menschen fröhlich und zufrieden ihrer Arbeit nachgehen. In dem Medien nicht „Feinde des Volkes“ sind, sondern das Land in seiner wahren Schönheit zeigen. Wie hier zum Jahresanfang 2021 in Pjöngjang.

 

 

Die beiden Freunde (auf Zeit) Trump und Kim trafen sich genau dreimal. Sie entwickelten eine Art Brieffreundschaft. Insgesamt 27 Botschaften tauschten der Ex- Präsident der USA und der nordkoreanische Machthaber Kim Jong Un aus. Kim schrieb 2018 nach dem ersten Treffen von Singapur: „Selbst jetzt noch kann ich den historischen Moment nicht vergessen, als ich die Hand Ihrer Exzellenz gehalten habe.“ Donald erklärte öffentlich vor seinen Fans: „Er hat mir wunderschöne Briefe geschickt, es sind großartige Briefe. Wir haben uns verliebt.“ Kim: „Die tiefe und besondere Freundschaft zwischen uns wird wie eine magische Kraft wirken.“

Beide Männer hatten einen gemeinsamen Feind. Barack Obama. „Ein Arschloch“, soll Trump zu US-Enthüllungsjournalist Bob Woodward gesagt haben. Den Diktator in Pjöngjang habe er aber in höchsten Tönen gelobt: „Er ist weit mehr als nur klug.“ So soll der Nordkoreaner dem US-Präsidenten nach dessen eigener Aussage mitgeteilt haben, wie er seinen eigenen Onkel hatte hinrichten lassen. „Er erzählt mir alles“, so Trump. Kim muss offenbar Song Thaek, die graue Eminenz in seinem Regime gemeint haben. Im Dezember 2013 hatte er seinen eigenen Onkel abgesetzt. Kim ließ ihn hinrichten. Das imponierte Trump.

 

 

Der scheidende US-Präsident stellte zum Ende seiner Amtszeit am 20. Januar 2021 nahezu unbemerkt einen „Rekord für die Ewigkeit“ auf. Er ließ seit dem vergangenen Sommer 13 verurteilte Menschen hinrichten, in einigen Fällen sogar gegen den Willen der Opferfamilien. So konnte er sich selbst nach der Wahlniederlage seinen Anhängern als „Henker in Chief“ präsentieren. Ein Mann, der durchgreift, der keine Gnade kennt. Einer, der für Law and Order steht – wie sein nordkoreanischer Freund.

 

Das offizielle Foto vom letzten Gipfeltreffen in Vietnam am 27./28. Februar 2019. Vorzeitig und ergebnislos abgebrochen. . Quelle Wikipedia

 

Am 10. September 2020 twitterte Donald Trump: „Kim Jong Un is in good health. Never underestimate him!“ Diese „Unterschätzt ihn nicht“-Botschaft ist eine von rund 56.500 Giftpfeilen, die er per Twitter während seiner vierjährigen Amtszeit in die Welt schickte. Sein Spezi Kim wird dieses Kompliment freuen. Der 37-jährige ist mittlerweile im zehnten Jahr im Amt. Als Enkel und Thronfolger in der dritten Generation seiner Familien-Dynastie. Unabwählbar seit 1948. Von solchen Verhältnissen scheint Trump zu träumen.

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Nach Hause – Teil 2

Er war gerade einmal 21, als er von Weltschmerz und Heimweh schrieb. Es ist das Trinkerlied von einem, der nicht mehr weiter weiß. Einer, der vom Thron des Selbstmitleids steigen soll, aber den Weg nicht nach Hause finden kann. „Herrlich!“ schrieb 1969 das Fachblatt Rolling Stone. Can´t find my way home stammt aus der Feder von Steve Winwood aus Birmingham. Sein Lied ist längst ein Klassiker – vor über vierzig Jahre in die Umlaufbahn gebracht. Winwoods zeitlose Ballade vom einsamen Trinker wird auch heute noch auf vielen Bühnen gespielt. Von den ganz Großen wie Eric Clapton oder in der überfüllten Schulaula, unter dem Beifall stolzer Eltern, die ihrem Nachwuchs applaudieren.

 

 

Steve Winwood wuchs in der Arbeiterstadt Birmingham auf. Mutter Lillian und Vater Lawrence liebten Musik, um sich aus der grauen Vorstadt hinaus zu träumen. Lawrence Winwood beherrschte Klarinette, Saxophon, Mandoline, Geige und Bass. Am Wochenende spielte er auf Hochzeiten und Tanzvergnügen. Sohn Steve war mit dabei, der früh klassische Gitarre und Klavier in der Schule lernte. Bereits im Alter von 15 Jahren war Winwood 1963 Kopf der Spencer Davis Group, als Leadsänger, Leadgitarrist und Pianist auf seiner geliebten Hammond-Orgel.

 

Steve Winwood. 2009. Quelle: Wikipedia

 

Die wilden Sixties. Die Zeit der Pop-Revolution. Trotz ganz früher Superhits wie Keep on running blieb Steve zeitlebens der bescheidene Junge aus Birmingham. Ein Mann ohne Allüren und Affären. So lernte ich ihn bei einem Interview in London kennen. Als im engen Hotelzimmer eine Sitzgelegenheit für den Tonassistenten fehlte, zog er einfach los, um einen Stuhl zu organisieren.

 

 

Die Premiere seiner Ballade Can´t find my way home war am 7. Juni 1969 bei einem kostenlosen Open-Air-Konzert im Hyde Park vor über 100.000 Zuschauern. Nur wenig später erschien das Album Blind Faith, das exakt nur sechs Titel enthält, aber bis heute als ein Meilenstein des neuen britischen Blues-Rock gilt. Steve meinte im Interview, es sei wichtig, dass Menschen ein Dach über dem Kopf hätten, einen Ort, an dem der Schlüssel ins Schloss passt. So viele Heimatlose, Obdachlose und Entwurzelte seien in der Welt unterwegs. „Wohl dem, der jetzt noch Heimat hat! Weh dem, der keine Heimat hat!“ Das meinte auch der große Skeptiker Friedrich Nietzsche.

 

 

„Steig herunter von deinem Thron. Jemand muss sich ändern. Du bist der Grund, warum ich so lange gewartet habe. Jemand hält den Schlüssel. Ich bin fast am Ende und habe nicht mehr viel Zeit. Ich bin betrunken und kann meinen Heimweg nicht finden.“ Heute gibt es vier neue Versionen. Mal von Steve jung und live auf großer Bühne, mal gereift vor knisterndem Kamin, mal hochprofessionell von Steves Weggefährten Eric Clapton oder wackelnd mit Windgeräuschen und dem Smartphone aufgenommen. Ganz einfach: Finde deinen Weg nach Hause.

 

 

Fortsetzung folgt.

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Der Standhafte

Am zweiten Tag des Jahres 2021 klingelt in Atlanta im Büro von Brad Raffensberger das Telefon. Es ist ein Samstag. Am anderen Ende ist das Weiße Haus. Der Präsident der Vereinigten Staaten von Amerika bittet um ein Gespräch. Donald Trump hatte im Bundesstaat Georgia mit exakt 11.779 Stimmen gegen seinen Herausforderer Joe Biden verloren. Raffensperger ist Innenminister von Georgia und ein treuer Republikaner, zugleich oberster Wahlleiter. Raffensberger war bereits mehrfach von Parteifreunden bedrängt worden, das Ergebnis zu korrigieren. Bereits zwei Mal war daher nachgezählt worden. Biden blieb der Gewinner. Nun meldet sich der mächtige Trump höchstpersönlich. Raffensberger ist aufgeregt. Er startet ein Mittschnittgerät. Ein Anwalt seines Vertrauens hört mit.

Donald Trump fordert: „Also, ich will nur eins, ich will nur 11.780 Stimmen finden.“ Trump will erreichen, dass Raffensperger vor der Zertifizierung der Präsidentschaftswahl am 6. Januar im Kongress öffentlich erklärt, es lägen neue Beweise vor, die das Wahlergebnis infrage stellen. Der Mann aus Georgia betont immer wieder, die Wahl sei fair verlaufen und es sei korrekt ausgezählt worden. Trump behauptet weiter, unter den Wählern seien doch 5.000 Tote gewesen, während Raffensperger uneingeschüchtert erwidert: „Zwei. Die korrekte Zahl ist zwei.“ Trump bedrängt seinen Parteifreund: „Es ist nichts Schlimmes dabei, wenn du sagst, du hast – ähm – rekalkuliert“. Raffensberger, der als ein ruhiger, unauffälliger 65-jähriger Republikaner geschildert wird, bleibt standhaft. Er lehnt das Ansinnen des Präsidenten ab.

 

Brad Raffensberger. Innenminister von Georgia.

 

Nach dem erfolglosen Telefonat am 2. Januar 2021 attackiert Trump per Twitter seinen Parteifreund in Georgia. Der Innenminister Raffensperger habe sich geweigert, seine Fragen zur Wahl zu beantworten. Daraufhin schickt der als Lügner beschuldigte Mann aus Georgia den kompletten Mitschnitt des Telefonats an zwei Zeitungen. Vier Tage später, am Tag der Zertifizierung der Präsidentschaftswahl, ruft Donald Trump seine Anhänger in Washington auf, „die Integrität der Wahl zu garantieren und die amerikanische Demokratie zu verteidigen“. Fanatische Trump-Fans stürmen daraufhin das Capitol. Sie brüllen „U.S.A.“ und „Stop the Steal“. Bei der gewaltsamen Attacke auf den Kongress sterben fünf Menschen, darunter eine 35-jährige Trump-Getreue und ein Polizist.

 

 

Der aufrechte Konservative Brad Raffensberger steht mittlerweile unter Polizeischutz. Der Grund: Der Innenminister von Georgia hatte sich auf geltende Gesetze berufen und sich standhaft geweigert die seit Wochen wiederholte Dolchstoßlegende des Präsidenten zu unterstützen. Seitdem hat der Mann zahlreiche Morddrohungen erhalten. In einer SMS an seine Frau heißt es: „Dein Mann verdient es, erschossen zu werden.“

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Wenn uns der Wind trägt

Verlängern und verschärfen, heißt es ein weiteres Mal. Die Hängepartie geht weiter. Stillgestanden. Zuhause bleiben. Ohne „triftigen Grund“ kein Freigang. Der unsichtbare Feind SARS-CoV-2 feiert seinen ersten Geburtstag. Die Regierenden stochern halbherzig herum: im Wirrwarr von RKI-Zahlen, Prognosen und eigenen politischen Überlebensstrategien. „Ich bin Politiker, mein Sohn, kein Held, und die Politik schafft keine Wunder. Sie ist so schwach wie die Menschen selbst, nicht stärker, ein Bild nur ihrer Zerbrechlichkeit“. Das lässt der Schweizer Dramatiker Friedrich Dürrenmatt seinen Herkules im Stall des Augias sagen. Schützen und Handeln müssen wir selbst. Da hilft kein Gott, keine Kanzlerin, kein Christian Drosten.

Mag das Leben noch so kompliziert sein, noch so viele Irrwege parat haben, Verletzungen, und Wunden, und manchmal auch aussichtslos erscheinen, der Wind wird uns tragen. Das singt die Indie-Band Noir désir aus Bordeaux. Vor zwanzig Jahren veröffentlichten die Franzosen ihre wunderbare Ballade Le vent nous portera über Hoffnungen, Freiheit und Zärtlichkeit. Ihre Botschaft: bloß keine Angst vor dem Aufbruch haben. Stets unabhängig bleiben, den eigenen Kopf zum Denken nutzen. Denn der Wind wird uns tragen. Ein geradezu Reggae-geprägtes Sommerlied voll französischer Leichtigkeit und großem Tiefgang. An der Gitarre Manu Chao, verfilmt von Regisseur Alexandre Courtes, millionenfach geklickt.

 

 

Der Überraschungshit Le vent nous portera wurde in den letzten Jahren vielfach gecovert. 2010 von der Schweizerin Sophie Hunger oder auch von Element of Crime, diese natürlich mit der üblichen melancholischen Grundierung der Berliner Skeptiker und Kultband. Der Wind weht trotzdem. Désir Noir: „Ich hab keine Angst vor dem Weg. Muss ihn sehen, ihn fühlen
Seine Windungen tief im Innern, und alles wird gut werden. Der Wind wird uns tragen.“

 

 

Le Vent nous portera

„Wenn die Flut steigt
Und alle Rechnungen beglichen werden
Nehme ich deinen Staub in die Leere meines Schattens
Der Wind wird ihn verwehen
Alles wird vergehen, aber
der Wind wird uns tragen.“

 

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Lamento 2020

Remember me … klingt es leise klagend aus dem Autoradio. “Vergiss mich nicht!” Wir sind alle fasziniert. Was für eine Stimme, was für ein Song! Später zuhause ein Blick in Dr. Google´s Zauberkiste. Die Spuren führen zu Annie Lennox, einem Lied, das sie vor zehn Jahren schon einmal aufgenommen hat und nun im Pandemie-Winter 2020 mit einem Londoner Chor neu interpretiert hat. Die Wege führen weiter zu Henry Purcell, diesem hochbegabten britischen Komponisten. Didos Lament stammt aus seiner Feder, um 1689 erblickte die Oper Dido und Aeneas das Licht der Welt. Didos Klage ist die berührende Arie „Wenn ich in die Erde gelegt werde“, ein Meisterstrück aus seinem Werk. Henry Purcell starb auf dem Höhepunkt seines Schaffens 1695. Da war er gerade Mitte dreißig.

 

 

Diese über dreihundertjahre alte Purcell-Klage ist zeitlos aktuell. Die unglückliche, am Herzen gebrochene Dido weiß keinen anderen Ausweg als selbst Hand anzulegen. Das kurze Memento ist so eindringlich, so melancholisch, so unter die Haut gehend. Annie Lennox erinnert die Todessehnsucht und Verzweiflung aus Purcells Oper an den Zustand unserer heutigen Gesellschaft. Ist Annie zu moralisch? Zyniker werden jetzt einwerfen, dass die Menschheit schon so häufig totgesagt wurde, nach dem Motto “am 30. Mai ist Weltuntergang…”

 

Henry Purcell. 1659-1695.

 

Annie Lennox begründet die Botschaft Didos und ihre neue Aufnahme 2020 mit den Worten, dass Menschen wahre Verdrängungskünstler sind. “Ich sehe Didos Lamento als ein Lamento für unseren sterbenden Planeten.”

 

Annie Lennox: „It’s been such an honour and privilege to have been able to create this unique event in collaboration with the London City Voices Choir during this unprecedented time of the 2020 Covid 19 pandemic. I’m deeply touched and grateful to my friend and co producer Mike Stevens and choirmaster Richard Swan for making this possible. Also, to each choir member who took part from their homes through the medium of ‘Zoom’. As a long term supporter of Greenpeace I am deeply concerned by the Global Climate Crisis, which I feel is the most urgent challenge we all have to face, particularly with regard to sustainability for future generations. I very much hope to be able to make a contribution by drawing attention towards this vital issue. Additionally, I feel a tremendous sense of empathy and concern for everyone who has lost a dearly beloved friend or family member this year and hope this recording can offer a moment of shared collective mourning for those whose lives have been taken.“

 

Annie Lennox 2010 in Wien. Quelle: Wikipedia

 

Vielleicht vermittelt dieses Lamento einen Impuls über unsere Welt im neuen Jahr 2021 nachzudenken und nicht den Kopf in den Sand zu stecken.

Vielen Dank für das Vertrauen in 2020. Alles Gute für meine Web-Leserschaft. Gesundheit, Glück und Selbstvertrauen.