Archive for : Juli, 2015

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So macht der Sommer Spaß

Celina Bostic geht zu Fuß. Und ist wie ein Vulkan. Wenn sie singt, dann gurrt, gluckst, röhrt, schnalzt sie, mal leise, mal kräftig, aber stets mit einem unwiderstehlichen Augenzwinkern. Ihre Lieder haben eine einfache Botschaft: Das Leben ist schön, trotz aller Widrigkeiten. Denn: „Hauptsache der Schlüppi sitzt!“

Live geht es sofort ab. „Alle Männer sind Stricher außer Papa“, ist ihr Hit. Die Frauen singen begeistert mit. Die waschechte Berlinerin aus Charlottenburg stimuliert das männliche Publikum zur Antwort. „Alle Frauen sind Schlampen außer Mutti“ brummen nunmehr die Kerle, während die Damenwelt konternd den Papa hochleben lässt. Celina Bostic ist ein echtes Live-Erlebnis. Auf der Bühne zeigt sie, was sie kann. Alleine. Nur mit einer Gitarre, der Loop-Station zu Füßen und einer wunderbaren Stimme.

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Alleine mit der Gitarre. So präsentiert sich Celina Bostic.

 

Viele Jahre war sie im Background versteckt. Sang für Udo Lindenberg, Herbert Grönemeyer und besonders Farin Urlaub von den Ärzten. Jetzt mit 35 Jahren schwimmt sie sich frei. Und sie singt sich in die Herzen ihres begeisterten Publikums. Eine Band – wozu? Celina traut sich was. „Ich bin mein eigener Beatboxer und mein eigener Chor.“ Das Schönste. Es funktioniert.

Als ihre jüngere Schwester Laila mit auf die Bühne kommt, folgt beim gemeinsamen Lagerfeuer-Soul eine weitere Kostprobe ihres Könnens. Die Bostic-Schwestern trompeten um die Wette. Es ist, als würden junge Delfine in der Morgendämmerung vor Freude in die Höhe hüpfen. Wieder solo verwandelt sie ihren Song „Kartoffelsuppe“ fröhlich in Michael Jacksons pulsierenden „Billy Jean“. Und sie verzaubert bayrisches Schuhplatterln in eine coole Stepping-Nummer.

„Ole ole ole – ich erfülle das Klischee“, singt sie ironisch. Kein Wunder, sie geht ja zu Fuß. So heißt ihr neues Album. Celina Bostic ist eine echte Entdeckung. Vielleicht schafft sie es doch noch auf eine der großen Bühnen. Ganz vorne. Verdient hätte sie es. Denn diese Berliner Göre hat den Groove.

 

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Sir Van the Man

Mehr geht im Vereinten Königreich nicht. Die Queen hat den Nordiren Van Morrison geadelt. Seit Mitte Juni ist der knapp siebzigjährige Mann des Blues nunmehr Sir Van Morrison. Musikalisch ist er längst eine lebende Legende. Seit einem halben Jahrhundert auf den Bühnen dieser Welt. 35 Studioalben hat er eingespielt.

 

„Sometimes we know
Sometimes we don’t
Sometimes we give
And sometimes we won’t

Sometimes we’re strong
Sometimes we’re wrong
Sometimes we cry“

 

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Mann mit Hut. Sir Van the Man in Berlin im Juli 2015.

 

Er gilt als Grantler. Er ist ein Bühnenmuffel. Er sucht keinen Kontakt zu seinen Fans, genau wie Bob Dylan. So steht er auch in Berlin unerschütterlich wie ein Fels auf der Bühne. Es ist ein wunderbar warmer Juliabend weit draußen vor den Toren der Stadt – im Innenhof der Zitadelle Spandau. Van Morrison ist alt geworden, genau wie sein Publikum. So what?

Dann legt seine fünfköpfige Band los. Erst verhalten, jazzig. Fast wie beim Abendcocktail in der Lounge eines Hotels. Dann immer zupackender, energischer. Es folgen die großen Balladen. Bei Days like this schmilzt das Eis. Der Funke springt über. Die Band steigert sich. Die großartige Background-Sängerin darf einige kurze Soli wagen. Sir Van röhrt, schluchzt, dirigiert die Einsätze wie ein General.

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Van Morrison. Mit dunkler Sonnenbrille, ganz in schwarz. Der Blues Brother.

 

Er spielt Saxofon, Mundharmonika und Gitarre. Als der Evergreen Gloria erklingt, ist das Publikum wie bei einer rauschenden Familienfeier auf dem Höhepunkt. Erinnerungen schwelgen. Sir Van bläst noch einmal die Harp. Er ruft auf Deutsch ein paar Dankeschöns in die Berliner Nacht und verschwindet im Dunkel der Bühne während die Band sich noch einmal ausprobieren darf. Gloria. Das war´s. Dankeschön.

 

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Sommergäste

Es ist ein Erlebnis – dieses irre Gefühl, in der Dämmerung am Rande des Flusses zu sitzen. Einen weichen Teppich von Sand, Gras und Blättern unter den Füßen, mit dem Wind, der die Bäume und Sträucher zu einer beweglichen lebendigen Kulisse werden lässt. Mit den Stimmen der Natur, die sich scheinbar endlose Wortduelle liefern. Alles wirkt so natürlich-irdisch, zum Greifen nah. Der Fluss, die Wiesen. Das Ufer auf der anderen Seite. Die Ruhe.

Die sich leerenden Dörfer Brandenburgs rücken ins Visier der städtischen Kopfarbeiter, der Theatermacher, Literaten und Soziologen. Mit der Schrumpfung sind die Rückkehr der Wölfe und neuer Sehnsüchte verbunden. Das kleine Strodehne an der Havel hat bereits eine längere Karriere als Aussteiger- und Sehnsuchtsort hinter sich. Das kleine märkische Dorf zwischen Rathenow und Havelberg ist seit Jahrzehnten Anlaufpunkt für Künstler und Ausstiegswillige.

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Versorgungsengpass Strodehne. Ein Künstlerprojekt im Sommer 2015.

 

Ein schmucker Dorfanger. Eine Kneipe mit dem Namen Stadt Berlin, das Versprechen: „rustikale deutsche Küche“. Eine herrliche Badestelle am Fluss. Barfußkinder und nackte Mütter. Enten, Hühner, Kraniche. Eine Astrid-Lindgren-Bullerbü-Idylle. Irgendwo kläfft ein Hund. Eine Künstlerinitiative verkauft im ehemaligen Konsum selbstgebackenen Kuchen und träumt den Traum von selbstbestimmter Kunst. In der alten LPG-Kantine gibt es Mahlzeiten zu 1,50 (EVP) oder 2,50 für Auswärtige. Ach, auch der große Bernhard Heisig hat früher in Strodehne einmal gemalt.

 

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„Früher war alles besser.“ Mahlzeit in der LPG Essenküche Strodehne – mit Kulturprogramm. Das Comeback ist bereits vorbei. Vielleicht gibt es eine Wiederholung?

 

Es riecht nach Erde, Apfel und Kindheit. Hier grüßt das ungeschminkte Gesicht des einfachen Landlebens. Naive Aussteiger-Prosa? Von wegen. Provinz ist doch stets dort anzutreffen, wo man sich nicht mehr bewegen mag: gedanklich, materiell oder mit der eigenen Neugier. Wenn einen nichts mehr interessiert, alles gesagt ist. Die Provinz ist immer in den eigenen vier Wänden, im Kopf zuhause. Provinzler kann man in der größten Stadt der Welt sein. Das kleine Strodehne lädt zum großzügigen Leben und Schwärmen ein. Solange der Sommer zu Gast ist.

 

Versorgungsengpass Strodehne. Landkreis Havelland. 90 Kilometer westlich von Berlin.

 

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Auch das nahe Wassersuppe unweit von Kotzen im Havelland ist eine Reise wert.

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Homeland

„Brot kann schimmeln. – Du kannst gar nichts.“ Kurzer Schlagabtauch in einer Dorfkneipe. Tresen-Weisheiten. Der gemeine Brandenburger macht nicht viel Aufheben. Er verliert nur wenige Worte. Die trockene Pointe zählt. Brandenburg stammt von Branten. Es ist ein altes Wort für Pratzen oder Tatzen, in dem klanglich „Bandenburg“ mitschwingt. Da liegt doch die Geschichte vom störrischen Esel Buridan nahe, der zwischen zwei vollen Heuhaufen wählen, aber sich nicht entscheiden kann. Am Ende verhungert er.

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Die Mühle von Gülpe. Bei Tage. Nirgendwo in Deutschland sind die Nächte aufregender als hier – jedenfalls der Sternenhimmel.

„Es ist nicht alles Chanel es ist meistens Schlecker, kein Wunder dass so viele von hier weggehen, aus Brandenburg. Da stehen drei Nazis auf dem Hügel und finden keinen zum Verprügeln, in Brandenburg. Brandenburg, ich fühl‘ mich heut‘ so leer, ich fühl‘ mich Brandenburg. In Berlin bin ich einer von drei Millionen, in Brandenburg kann ich bald alleine wohnen…“, lästerte schon vor Jahren Liedermacher Rainald Grebe. Wo wohnt der gute Mann? – In Brandenburg.

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3.000 Seen gibt es in Brandenburg. Und fast so viele Herren- und Gutshäuser. Nicht alle sind so gepflegt wie hier in Gülpe im West-Havelland. Rund 100 Kilometer von Berlin entfernt.

Während in Berlin-Mitte und angeschlossenen Szenevierteln allerletzte Brachflächen zugebaut, Wohnraum knapp und teure Luftschlösser geplant werden, schrumpfen im Umland Städte und Gemeinden, werden Dörfer von der Außenwelt abgehängt oder verschwinden ganz von der Landkarte. Die Ideologie des stetigen Wachstums weicht einer Kunst des Schrumpfens. Hier können nunmehr gepflegte Langeweile und Müßiggang geübt werden. Es ist die Suche nach dem Modell für ein neues Leben.

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Der Himmel über Gülpe.

Es ist der Versuch in menschenleeren Gegenden zu siedeln. Immer mehr Menschen suchen in der Streusandbüchse ihr Glück, während viele junge Einheimische nur noch weg wollen. Der dunkelste Ort in Deutschlands liegt natürlich in Brandenburg. Gülpe heißt er, knapp einhundert Kilometer westlich von der boomenden Hauptstadt entfernt. Hier schlägt das Herz Dunkel-Deutschlands. Das hat einen wesentlichen Vorteil: Nirgendwo ist die Nacht schwärzer. Nirgendwo die optische Luftverschmutzung so gering. Hier kann der aufmerksame Beobachter die meisten Sterne sehen.

Gülpe ist Deutschlands erster Sternenpark. Umsonst und draußen. Ein Campingstuhl genügt. Und ein bisschen Geduld und Glück…

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Fasanenjagd im Englischen Garten

An einem keineswegs geruhsamen Ostersonntag notiert Victor Klemperer in sein Tagebuch: „Kommunion und Kommunismus, Ludwigstraße und Schellingstraße, sind buchstäblich schwarz von den Tausenden, die aus der Messe strömen.“ Es ist der 20. April 1919. In München herrscht seit drei Wochen eine Sowjetrepublik. Es ist Weltrevolution in Schwabing. Klemperer schreibt für die erzkonservative Leipziger Neuesten Nachrichten Revolutionsberichte aus der bayrischen Unruhe-Metropole.

Unter dem Pseudonym Anti-Bavaricus notiert er am 20. April 1919: „ Kein Tag, an dem dieses gewissenlose Jagen, das eine bloße Gaudi ist, nicht seine Opfer fordert. So stirbt man für die Freiheit! Das Fahren ist Gaudi, das Knallen auch. Man kann jetzt schöne Fasanenfedern, wie Bajonette an den Gewehren steckend, sehen: die Fasanen im Englischen Garten sind sehr verlockende Jagdobjekte.“

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Victor Klemperer alias „Anti-Bavaricus“ – unbestechlicher Beobachter der Münchner Räterepublik im Frühjahr 1919.

Wenige Tage und viele Versammlungen, Resolutionen, Streiks, Gerüchten und Parolen später hält Klemperer fest. „Jetzt, da die Bürger zu merken begannen, dass das räterepublikanische Spiel, in dem sie halb apathisch, halb missmutig zugesehen hatten, für sie doch wohl Schlimmeres bedeuten konnte als nur eine wilde karnevalistische Veranstaltung, wie zeigten sie jetzt ihr Erwachen zum Widerstand? – Durch spontanen Antisemitismus. Saujuden!“ Nun soll dem Spuk ein Ende gemacht werden. „Wenn sie nur kämen und uns endlich von dem Gesindel befreiten!“, beobachtet Klemperer Volkesstimme.

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Ein Soldat mit Händen in den Taschen (Pfeil) beobachtet das revolutionäre Münchner Treiben im Februar 1919. Es soll sich um den Gefreiten Adolf Hitler handeln.

Es kommt zum blutigen Showdown. Über 30.000 Freikorps- und Reichswehrsoldaten erobern auf Befehl des preußischen Innenministers Gustav Noske (SPD) das rote München. Die Intellektuellen-Revolution wird niedergeschossen. Anti-Bavaricus registriert am 2. Mai 1919: „Zum ersten und einzigen Mal in meinem Leben – die Herrlichkeit dauerte keine zwei Tage – sah ich eine freudige bayrisch-preußische Verbrüderung.“

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Einige Köpfe der Münchner Sowjetrepublik. Es ist eine Revolution der Bohémians. Mit Kurt Eisner, Gustav Landauer, Erich Mühsam, Ernst Toller und anderen standen auffällig viele Dichter und Denker an der Spitze der Rätebewegung.

Es folgen Standgerichte, Hinrichtungen, Fememorde. Die meisten der Führer werden ermordet. Der Spartakusaufstand fordert über tausend Opfer. Klemperer hält mit unbestechlichem Blick fest, „in alle Straßen verteilen sich starke Patrouillen und Abteilungen verschiedener Waffen, und an allen Ecken, wo man gedeckt ist und doch Ausblick hat, drängt sich das Publikum, häufig das Opernglas in der Hand“.

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Die „Weißgardisten“ nahmen bei der Niederschlagung der Räterepublik in München heftig Rache. Die Zahl der Toten wird auf über 1.000 geschätzt.

Nach vier Wochen ist die Münchner Sowjetrepublik Geschichte. Klemperer am 10. Mai 1919: „Es ist die alte grausame Naturnotwendigkeit: von einer schwächlichen Regierung ungehindert haben die Spartakisten Tod säen dürfen, und nun haben sie ihn hundertfach geerntet.“ Die Bilanz des Chronisten deutscher Tragikomödien lautet: „Alles ist jämmerlich, und alles ist blutig, man möchte immer weinen und lachen in einem.“

 

Victor Klemperer. Man möchte immer weinen und lachen in einem. Revolutionstagebuch 1919. Aufbau-Verlag. 2015.

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Mit dem Rad durch die Mark Brandenburg

Meide vielbefahrene Straßen! Radfahrer jedweder Couleur gelten als natürliche Gegner eines durchschnittlichen Automobilisten. Meide idyllische Waldwege! Du versinkst zielsicher im märkischen Sand. Sei zurückhaltend und erwarte Nichts! Dann werden die Menschen dieser großartigen Landschaft mit endlos gelben Rapsfeldern und tiefblauen Seen freundlich und auskunftsbereit deine Tage und Stunden verkürzen.

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„Was ist der wichtigste Beruf auf der Erde?“ – Antworten gesucht in der Mark Brandenburg zwischen Hafer und Gerste.

„Jeder nach seiner Fasson!“ Des fritzschen Preußenkönigs Motto begleitet uns, immerwährend und hoch aktuell. Jeder wie er will und wie er kann. Frage an einen Museumsmitarbeiter in einer touristischen BUGA-Stadt, wie es denn laufe? Antwort: – „Katastrophe! Zu viele Menschen. Voll wie auf dem Bahnhof. Kaum auszuhalten.“ Frage an eine Kellnerin in Otto Lilienthals Absturzort Stölln. Wo genau ist er damals in ihrer Gaststätte gepflegt worden? – „Keene Ahnung. So alt bin ick doch nicht. War vor meiner Zeit!“

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Flug über das weite Land. In Stölln stürzte Otto Lilienthal am 9. August 1896 ab. Er wurde in ein nahes Gasthaus gebracht. Auf dem Rücktransport nach Berlin verstarb der Flugpionier.

Wer durchaus spannende Ausstellungen und Museen auf dem Land besuchen will, braucht ein dickes Fell und genaues Timing. Da wird der Reisende aus liebevollen Sammlungen um 16 Uhr hinausgebeten, denn: „Jetzt ist Schluss, die Alarmanlage muss scharf gestellt werden“. Anderswo sind in den Ferienmonaten Sehenswürdigkeiten montags und dienstags grundsätzlich geschlossen. Begründung: „Das war schon immer so.“ Oder Ausstellungen sind einfach zu. Ohne Angaben von Gründen.

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„DDR-Erinnerungen“ in Kampehl bei Neustadt/Dosse. Zutritt ist reine Glückssache. Hat der Chef Lust, ist geöffnet. Ansonsten bleibt das kleine Museum geschlossen.

Merke: Erreiche eine der wenigen Gaststätten nie nach 19 Uhr oder du wirst bist zum nächsten Morgen hungrig bleiben. Decke dich in den Diskountern AldiLidlNetto ein, auf den Dörfern wirst du sonst verdursten. Es gibt weit und breit keine Läden, auch nicht die von Tante Emma. Und ein letzter Hinweis: Steigst du aufs Rad im Land des Roten Adlers  grüße wortlos mit der linken Hand. Erhebe zügig den linken Arm und nicke kurz entschlossen. Mehr bedarf es nicht, um mit den Bewohnern dieses stillen weiten Landes – genannt Brandenburg – wunderbare Wochen zu verbringen.