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Stecker raus

Was ist, wenn der Strom ausfällt? Kein Netz, kein Gerät, kein Computer mehr funktioniert. Dann ist der moderne Zeitgenosse ausgestöpselt. Abgezogen. Außer Gefecht und Rand und Band. Auf neudeutsch Unplugged. Stecker raus. In der Musikbranche gilt dieser Moment als einzig wahrhafter. Wer kann heute im Business noch unverstärkt und ohne Sound-Computer auftreten? Wer ist noch in der Lage live zu spielen? Wer kann noch singen? Performen? Das sind die Minuten, auf die es ankommt, die zählen.

Unplugged ist seit 1989 ein Format bei MTV. „Wer hier auftritt, hat’s geschafft: ‚MTV Unplugged‚ ist der Ritterschlag für die Größten der Großen“, heißt es vollmundig. Tja. Ungeschminkt sollen und können Musiker zeigen, was sie wirklich können. Ohne elektronische Verstärker, Playback oder andere Tricks und Hilfsmittel. Paul McCartney, Eric Clapton oder Bruce Springsteen musizierten nur mit Gitarre oder Klavier, ohne wummernde Bässe oder Synthie-Klangkaskaden. Genau wie die deutschen Größen Grönemeyer, die Toten Hosen oder Udo Lindenberg. Das macht den Reiz aus. Jeder Fehler fällt auf. Spreu trennt sich vom Weizen.

https://youtu.be/vt1Pwfnh5pc

Mittlerweile ist die Ära des Musikfernsehens abgelaufen. MTV, seit Ende der achtziger Jahre in Deutschland onair, schwächelt und verliert weiter an Zuschauer und Bedeutung. Viva, das deutsche Pendant, wird zum Jahresende 2018 endgültig eingestellt. Vor genau 25 Jahren hatte der deutsche Musiksender mit den Fantastischen Vier angefangen. „Zu geil für diese Welt“ hieß das Video. Nun tummeln sich Musikformate auf youtube, Itunes oder Spotify. Bis der Strom ausfällt. Dann heißt es – unplugged und live. Einfach ohne Netz und doppelten Boden.

Samy Deluxe und Max Herre. 2018.

Selah Sue Gare du Nord Paris. 2015.

Das Leben der Fußgänger

„Rette sich, wer kann“. Es gilt „die Menschenwürde der Fußgänger hochzuhalten, die kaltblütig, mit Todesverachtung, den Kampf gegen die Übermacht aufnehmen“. Es geht um das Überleben im Großstadtdschungel. Wir befinden uns im Jahre 1934 in der Reichshauptstadt Berlin. „Ungepanzert und waffenlos“ muss sich der Fußgänger „in schlichter Zivilkleidung“ durchkämpfen, „inmitten des tobenden und klirrenden Wirrwarrs losgelassener Mammutmächte auf dieser wildgewordenen Welt – was ist jeder einzelne von uns anderes als ein Fußgänger?“

Diese Frage stellt der literarische Fußgänger Raimund Werner Martin Pretzel. Ein junger aufstrebender Referendar am Kammergericht Berlin, der sein Geld lieber mit kleinen Alltags-Texten bei der Vossischen Zeitung verdient. Die Fußgänger-Glosse ist eine geschickte Anspielung auf die neuen Herren im Lande. Die Genossen der NSDAP regieren. Berlin blüht auf. Für alle, die mitmarschieren. Für alle anderen, es ist die Minderheit, heißt die Strafe bei offenem Widerspruch: Goebbels, Gewalt und Gestapo. Ganz Widerspenstige landen – im Namen des Volkes – im „Umerziehungslager“ KZ.

 

Raimund Pretzel alias Sebastian Haffner (1907-1999). Foto: Bundesarchiv. Peter-Adler.de

 

Berlin, die mondäne Welt-Metropole jener 30er-Jahre, boomt. Wer nicht genauer hinschaut, kann das Leben in vollen Zügen genießen. Es gibt für viele wieder Arbeit. Überall wird gebaut. Die Olympischen Spiele stehen vor der Tür. Jungjurist Pretzel: „Es war ja so, dass in diesen ersten Nazi-Jahren – wer es nicht miterlebt hat, glaubt es nicht – das normale Leben, wenn man nicht gerade mit der Politik oder irgendetwas Politischem Berührung hatte, noch ziemlich normal war, auch das Juristische. Es war noch eine Art Rechtsstaat.“

 

Der Schreiber dieser Zeilen, den einige vielleicht als Sebastian Haffner kennen, war nicht nur ein dichtender Flaneur. Er schrieb später Zeitgeschichte. Er galt als halber Kommunist und ganzer Reaktionär, preußischer Patriot und überzeugter Europäer. Er war einer, der nicht ins Schema passte. Der Haltung bewies. Im August 1938 verließ er Berlin in Richtung London. Rechtzeitig, um mit seiner Verlobten Erika, einer Jüdin, dem Schlimmsten zu entgehen. Haffner selbst wurde nie politisch oder rassisch verfolgt. Er folgte seiner Liebe und seinem Gewissen. Mit den Wölfen wollte er nicht heulen.

Im britischen Exil verfasste er 1939 die Geschichte eines Deutschen. Das Manuskript verschwand in der Schublade. In diesem Text beschreibt er, wie sich die Deutschen mit Hitler arrangierten. Erst folgt der Rückzug ins Private, dann die Resignation. Zuletzt das Über­laufen. Die Flucht ins Private sieht Haffner als größte Gefahr – er selbst zählt sich zu dieser zahlenmäßig größten Gattung der „Wegseher“. 1939 schreibt er: „Ein kleiner Pakt mit dem Teufel und man gehörte nicht mehr zu den Gefangenen und Gejagten, sondern zu den Siegern und Verfolgern.“

 

 

Die Geschichte eines Deutschen erschien erst sechzig Jahre später, nach seinem Tod 1999. Haffners Buch wurde ein Bestseller. Es beschreibt präzise und mit cooler Distanz wie eine Kulturnation ihre Seele an Hitler verkaufte. Sebastian Haffner wählte im Exil seinen Künstlernamen nach der Haffner-Sinfonie von Mozart und seinem Idol Johann Sebastian Bach. Er empfahl stets wach durch das Leben zu gehen. In diesem Sinne: Gehen Sie spazieren. Schauen Sie, was in den Straßen passiert. Was gerade zu sehen und zu hören ist. Wir schreiben das Jahr 2018.

Und zur Entspannung noch die wunderbare Selah Sue. Time.

 

Was wird?

Que sera? Bass-Alt-Meister Marcus Miller und die hochtalentierte Selah Sue haben die passende Antwort: Es liegt an Dir. Mach was aus Deinem Leben. Ob weiß oder schwarz, reich oder arm – gute Lieder kennen keine Ober-Grenzen. Musik ist die Weltsprache, die jeder versteht, wenn er oder sie nur will. In diesem Herbst haben US-Bassist Marcus Miller und die belgische Singer-Songwriterin Selah Sue das alte Filmlied von 1965 neu intoniert.

Que será, será
Whatever will be, will be
The future’s not ours to see
Que será, será
What will be, will be

 

 

Selah Sue ist in einer belgischen Kleinstadt aufgewachsen. Rasch schaffte die 29-jährige den Sprung von einem der vielen hoffnungsvollen Nachwuchstalente zu einer angesagten Größe. Ihr Markenzeichen: eine unverwechselbare Stimme. So pendelt sie souverän zwischen Soul, Funk, Reggae, HipHop und Pop. Der legendäre Prince holte sie in Antwerpen auf die Bühne. Zwar nur im Vorprogramm, aber Selah nutzte die Chance.

2012 veröffentlichte sie ihr Album „Rarities“ und drei Jahre später „Reason“. Ihr Durchbruch. Selahs wichtigste Konstante ist, dass sie immer für Überraschungen gut ist. Sie ist eine Suchende. Eine, die sich immer wieder neu erfindet. Letztes Jahr war sie plötzlich von der Bildfläche verschwunden. Der Grund für ihre Auszeit war ein schöner. Sie wurde Mutter eines Sohnes. 2018 meldet sie sich nun gemeinsam mit Bass-Größe Macus Miller zurück. Von Selah Sue wird noch viel zu hören sein.

 

 

Und nun singt Selah Sue:

Now I have children of my own
They ask their mother, what will I be
Will I be handsome
Will I be rich
I tell them tenderly

Que será, será
Whatever will be, will be
The future’s not ours to see
Que será, será
What will be, will be
Que será, será

 

Eine Frage bleibt noch: Wo ist Selah Sue bei ihrem Wohnwagen-Song Reason on the road? Hinter der 360-Grad-Kamera? Wer weiß es?

 

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Das Wunder von Rossow

Bange machen gilt nicht. Seit 93 Jahren lebt Edith von Jüchen nach diesem Motto. Dieses unerschütterliche Selbstvertrauen verdankt sie ihrem Vater Aurel von Jüchen. Einem adeligen Gottesmann aus Gelsenkirchen. Er war in den Nazi-Jahren im brandenburgischen Rossow Pastor. Tochter Edith sagt: „Trotzalledem. Ich bleibe dabei. Es war die beste und schönste Zeit meiner Jugend.“

 

Edith von Jüchen-Weiß (*1924). Pfarrerstochter. „Mein Vater hatte einen unerschütterlichen Glauben an Gott. Was ihn auszeichnete: Er hat sich bis ins hohe Alter Fröhlichkeit und Kampfgeist bewahrt. Er lebte immer im Augenblick. Schaute immer nach vorne.“

 

November 1938. Edith ist vierzehn Jahre alt als der Nazi-Terror gegen Juden über Deutschland hinwegfegt. Im kleinen Rossow bei Wittstock tauchen am 11. November 1938 angetrunkene SA-Leute in Zivil auf. Es ist ein Samstag, zwei Tage nach den organisierten Pogromen im gesamten Reichsgebiet. Der Kreisleiter aus Pritzwalk feiert Geburtstag und das einzige Judenhaus von Rossow soll sein Geschenk werden. In der Region Prignitz leben noch 21 Juden. Die Berliner Familie Abraham hat in Rossow ihren zweiten Wohnsitz. Scheiben klirren. Dann wirft eine Horde angetrunkener SA-Männer Möbel aus dem Dachfenster. Anschließend ziehen sie hinter das Anwesen und stecken die Sommerlaube an.

 

Aurel von Jüchen. (1902-1991) Ende der 40er Jahre – kurz vor seiner Verhaftung. NS-Gegner. In der DDR wird er 1950 wegen „Hochverrat“ zu 15 Jahren Straflager im sibirischen Workuta verurteilt.

 

 

An diesem Samstagabend sitzt Pastor Aurel von Jüchen im nahen Pfarrhaus an seiner Predigt. Der furchtlose Mann hatte bereits zuvor als junger Pfarrer in Thüringen angeeckt und war zwangsversetzt worden. Wegen seiner Reden gegen die Nazis. Als von Jüchen das Feuer entdeckt, rennt er los. Er befürchtet Schlimmes. Das Feuer kommt tatsächlich vom Haus der Abrahams – vom Judenhaus. Er wundert sich, dass die Feuerglocke nicht geläutet wird. Tochter Edith: „Mein Vater hat sich furchtbar empört. Warum wird nicht gelöscht?“

Der Pastor versucht die rund zwanzigköpfige SA-Meute zu stoppen. Er weist die Männer darauf hin, dass alle illegalen Aktionen gegen Juden nach dem 9. November vom Reichsinnenminister untersagt worden seien. Das ist uns egal, antwortet der Kreisleiter: „Wir sind das Gesetz.“ Der Pastor eilt in die Dorfkneipe, in der die Rossower beim Samstagabendbier sitzen. Das Anwesen Abraham brennt, ruft er. Das Dorf ist in Gefahr. Die Männer zögern, dann brechen sie auf, um gemeinsam zu löschen.

 

Das Pfarrhaus von Rossow. (Landkreis Ostprignitz-Rossow)

 

 

Die Abrahams aus Berlin sind im Dorf beliebt. An diesem Schreckenssamstag übernachten beide nicht im Dorf. Ehefrau Martha, „deutschblütig“, wie es in den Akten heißt, hat in Rossow Verwandte. Martha ist die Tante des achtjährigen Hans Podorf. Der kleine Hansi muss miterleben, wie die SA-Männer auf dem Grundstück seiner Tante randalieren. Hans Podorf: „ Die Nacht war furchtbar. Ich war wie ein Kind der Abrahams. War oft in ihrer Berliner Wohnung an der Prenzlauer Allee. Ich kannte sie genau.“

 

Hans Podorf aus Rossow.  2014.

 

Die Abrahams führen einen florierenden Textilbetrieb mit 150 Mitarbeitern. Artur, der jüdische Direktor, erhält noch 1935 das Ehrenkreuz für Frontkämpfer des Ersten Weltkrieges. Unterschrift: Adolf Hitler. Das alles nutzt nichts. Während sein Haus in Rossow abzubrennen droht, wird der 59jährige Fabrikant am selben Abend in Berlin verhaftet und ins KZ Sachsenhausen verschleppt. Er schreibt später: „Die dort erlittenen Misshandlungen führten zum fast völligen Verlust meines Gehörs.“

 

Martha und Artur Abraham in Rossow. Sie überlebten im Exil in Sydney.

 

In Rossow eskaliert die Situation. Pastor von Jüchen muss flüchten, rettet sich ins Pfarrhaus. Steine fliegen. Wieder klirren Scheiben. Die aufgebrachten SA-Männer beschimpfen ihn als „Judenknecht“ und drohen ihn aufzuhängen. Da geschieht Überraschendes. Die Rossower versammeln sich vor dem Pfarrhaus. Erst die Frauen, später auch die Männer. Aufmerksame Nachbarn hatten bereits die Polizei in Herzsprung alarmiert. Zwei Gendarmen schicken am Ende die SA-Meute nach Hause. Sie erklären, der Reichsinnenminister habe Einzelaktionen gegen Juden strikt untersagt. Das Haus Abraham ist gerettet – und der Pastor auch.

 

Entlassungspapiere Artur Abraham. KZ Sachsenhausen. 1938.

 

Arthur Abraham wird am 7. Dezember 1938 aus dem KZ entlassen. Gegen Zahlung eines Lösegeldes in Höhe von einer Million Reichsmark. Kurz vor Kriegsbeginn im Sommer 1939 können die Abrahams in letzter Minute nach Australien auswandern. Pastor Aurel von Jüchen hingegen erhält ein Disziplinarverfahren – von seiner Kirchenleitung. Er habe das Dorf gespalten, heißt es. Doch die Rossower stehen einmal mehr zu ihm. Alle unterschreiben eine Petition, nur nicht der Bürgermeister und der Ortsbauernführer. Die beiden Nazis im Dorf.

 

Keine Gedenktafel erinnert in Rossow an die mutige Tat von Pastor und Gemeinde. Auf dem Dorfanger mahnt einzig und allein ein Eisernes Kreuz an die Toten der Weltkriege.

 

Diese Unterstützung hat Aurel von Jüchen vor dem KZ gerettet. Für Tochter Edith von Jüchen ist das bis heute – das Wunder von Rossow.

 

Aurel von Jüchen: „Alle politischen Unrechtsstaaten leben von der Feigheit der Verantwortlichen und von der Verschwiegenheit der Betroffenen. So blieb ich und hielt mich an die in der Kirche geltende Forderung, dass ein Pfarrer seine Gemeinde nicht verlässt.“

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„Mein Milljöh“

Wie fast alle Berliner Originale, war auch er ein Fremder, ein Zugereister. In diesem Fall ein Sachse aus Radeburg: „Pinselheinrich“ Zille. Der Maler und Chronist verkörpert die perfekte Kombination aus Berliner Schnauze und Berliner Lebensart. Ähnlich wie Volks-Sängerin Claire Waldoff, deren Wiege in Gelsenkirchen stand. Nun hat die Berlinische Galerie Heinrich Zilles fotografischen Schatz freigegeben. Es sind 628 Fotografien aus der Kaiserzeit und der Weimarer Republik. Dieses einmalige Erbe ist seit kurzem Volkseigentum. Rechtefrei und kostenlos verwendbar.

 

Reisigsammlerinnen bei der Rückkehr aus dem Grunewald.  Foto: Heinrich Zille/Public Domain/Berlinische Galerie

 

Heinrich Zille.

 

Die Fotografien zeigen weder Kaisers Glanz und Gloria noch das vielbeschworene und verruchte Babylon Berlin. Zille kümmerte sich um die kleinen Leute. Um den Alltag in engen Hinterhöfen, trostlosen Mietskasernen und auf Volksfesten. Ihn interessierten Reisigsammlerinnen genauso wie das Ringelpietz mit Anfassen in der Eckkneipe. Zille hielt in seinen Fotografien die Bretterzäune vor zahllosen Baustellen fest, auch die vielen hölzernen Latrinen, an denen sturzbetrunkene Berliner  Erleichterung fanden.

 

Berlin zur Gründerzeit. Stadt der Bauzäune.  Foto: Heinrich Zille/Public Domain/Berlinische Galerie

 

Heinrich Zille.

 

Einige Fotos dienten ihm als Vorlage für seine berühmten Karikaturen. Zille (1858-1929) schaute dem Volk aufs Maul, ohne den Menschen nach dem Mund zu reden. Das wahre Leben beschäftigte ihn. Eine typische Zille-Anekdote aus dem Hinterhof geht so. Eine Ehefrau ermahnt ihren Kerl vor der abendlichen Zechtour: „Besauft eich nich un bringt det Sarg wieder, die Müllern ihre Möblierte braucht’n morjen ooch.“

 

Wilde Müllkippe im Westen der Stadt.  Foto: Heinrich Zille/Public Domain/Berlinische Galerie

 

Heinrich Zille.

Viele Jahre verdiente Zille sein Geld als Lithograf bei der feinen Photographischen Gesellschaft in Westend. 1907 wurde er gekündigt, im Alter von 49 Jahren. Er beschäftigte sich wohl zu sehr mit der trostlosen Wirklichkeit. Das störte die Chefs. Zille war tief gekränkt. Aber der Vater von drei Kindern rappelte sich wieder auf, auch weil er wusste, dass es anderen noch viel schlechter ging. Er notierte: „Dreiundzwanzig Fennje bekam ’ne Heimarbeiterin, und die Kinder jingen in ’ne Streichholzfabrik und hatten denn von dem Phosphor und Schwefel jar keene Fingernägel mehr. Und da soll man nich mal dazwischenfahren, wenn man erlebt hat, wie sich det Elend von Jeneration zu Jeneration weiterfrißt – wo det Kind schon als Sklave jeboren wird?!“

 

Im Atelier.  Foto: Heinrich Zille/Public Domain/Berlinische Galerie

 

Vor der Haustüre. Ein obdachloses Paar.  Foto: Heinrich Zille/Public Domain/Berlinische Galerie

 

Als Zille 1858 geboren wurde, zählte Berlin gut 450.000 Einwohner. Als er 1929 im Alter von 71 Jahren in Charlottenburg starb, lebten in der Hauptstadt zehnmal so viele Menschen, mehr als vier Millionen. Diesen rasanten Aufstieg zu einer hektischen Weltmetropole hat Pinselheinrich Zille wie kein anderer festgehalten. Ohne rührseligen Kitsch oder falsches Pathos. Er schaute nicht wie viele Zeitgenossen einfach weg, sondern genau hin. Er porträtierte das Berliner Leben wie es sonst keiner zeigte. Mehr über Zilles 628 Fotografien ist bei der Berlinischen Galerie zu erfahren.

 

„Mein Milljöh“ erschien 1914.

 

Hulda und Heinrich Zille. Foto: Heinrich Zille/Public Domain/Berlinische Galerie

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So viel Nähe: Muss das sein?

So dramatisch wie im Kino oder in Serien vollziehen sich große Veränderungen selten. Dramen geschehen eher beiläufig, oft unbeabsichtigt und manchmal auch lakonisch. Hoffnungen und Enttäuschungen, Mut und Angst offenbaren sich in der Regel in kleinen Episoden. Das ist der wahre Lauf der Geschichte. Der Alltag, der sich manchmal in einem einzigen Moment verdichtet, entlädt oder sogar explodiert.

Bei meinen Lesungen werde ich immer wieder gefragt, wie „meine“ Dorfbewohner auf das Buch reagiert hätten. Ob ich mich noch blicken lassen könne? Meine Antwort ist immer die gleiche: Ja. Die vielen Jahre Vorbereitung, Gespräche und Rücksprachen haben sich offenbar gelohnt. Natürlich gibt es Beleidigte, Gekränkte und einige Empörte. Doch diese Menschengruppe schweigt lieber dröhnend. Oder tobt sich im Netz aus. Ein Blick auf einige Kommentare bei amazon zu So viel Anfang war nie vermittelt einen Eindruck.

 

Treffen der Wanderburschen in Netzeband. Mai 2016.

 

Nach wie vor bekomme ich in der Dorfkneipe mein Bier. Das ist wichtig. Das zählt. Aber natürlich bleiben Bedenken. Habe ich den richtigen Ton getroffen? Im Augenblick des Schreibens triumphieren Zweifel und Fragen. Wen soll das interessieren? Habe ich tatsächlich mit allen Wichtigen gesprochen? Muss ich noch diesen oder jenen anrufen, dieses oder jenes lesen? Porträts bedeuten tagelang herumsitzen, zuhören, abwarten, beobachten, wirken lassen. Das Thema, das Erlebte, die Geschichte muss sich in einem Menschen verdichten.

 

 

Stairways to heaven. Eine Tradition im brandenburgischen Netzeband. Nach dem „Milchwald“ im Theatersommer erklingt Autor Dylan Thomas zu Ehren die ihm gewidmete Hymne von Led Zeppelin.

 

Manchmal fühlte ich mich als Eindringling. Es war nicht immer klar, ob mir mein Gegenüber gleich eine knallt oder mich umarmt. Spannende Menschen haben in ihrem Leben einen Wendepunkt. Ihre Persönlichkeit, ihr Ego, ihr Ich sind angegriffen. Sie müssen oder mussten um ihren Platz kämpfen, ihr Selbstverständnis erringen. Jedes Porträt hat eine Grenze. Zum wirklichen Kern des Menschen kann niemand vordringen. Es ist stets nur ein Versuch, ein Herantasten.

 

Heimatstolz. Gesehen auf der Heckscheibe eines Mittelklassewagens in Hoyerswerda. Sommer 2018. Foto: René Feldmann

 

Der Kontakt zu den Protagonisten ist wie eine kurze leidenschaftliche Affäre, schrieb einmal die Zeit-Autorin Jana Simon. Sehr intensiv, aber danach wollen sich beide nicht mehr so genau daran erinnern. Nobelpreisträgerin Swetlana Alexijewitsch ergänzt: „Ich aber sehe die Menschen mit den Augen der Menschenforscherin, nicht mit denen des Historikers. Ich bestaune die Menschen. Dieser Maßstab hat mich schon immer fasziniert – der Mensch … der einzelne Mensch. Denn im Grunde passiert alles dort“.

Unter dem Pflaster der Strand

Die Welt verändern. Aus den Angeln heben. Wie hieß es noch? „Wer sich nicht wehrt, lebt verkehrt“.  Ein halbes Jahrhundert ist es nun her. Die Helden von damals sind alt geworden. Heute heißt es Ruhestand, Reha und Rollator statt Revolte, Sex, Drugs and Rock´n Roll. Die vielbeschworenen und heftig verdammten „68er“ sind mittlerweile um die achtzig geworden.

Die vier „68er“, die wir getroffen haben, sind hellwach, engagiert und hochpolitisch geblieben.  Einer aus dem Quartett erweist sich bis heute als auffallend extrem, wechselte jedoch komplett die Seiten: Horst Mahler. Vom Faschismus-Feind zum Hitler-Verehrer. Mahler blieb uns ein großes Rätsel.

 

Die Revoluzzer von 1968 hatten große Pläne und große Sprüche: „Brecht dem Staat die Gräten – alle Macht den Räten.“ – „Macht kaputt, was euch kaputt macht.“ Sie wollten ein freieres Miteinander, überlebte Traditionen abschaffen. Sie erzielten helle Momente wie eine grundlegende Erneuerung der Gesellschaft, naive Verwirrungen wie das blumenkinderhafte Laisser-faire und gewaltige Irrtümer wie der Weg in dogmatische Splittergruppen oder blutigen RAF-Terror.

 

Wibke Bruhns 2018. Foto: Heinz Kerber

 

Keine Generation in der bundesdeutschen Geschichte ist so gescheitert und hat doch so viel verändert. Glücksfall für die einen, Irrlichter für die anderen.

 

Hans-Christian Ströbele 2018. Foto: Heinz Kerber

 

Fünfzig Jahre danach, 2018, erleben wir einen Kulturkampf von rechts. Es heißt, Deutschland sei ein durchgeknallter „Hippie-Staat, der nur noch von Gefühlen geleitet wird“ und sich nicht mehr an das Recht hält (Anthony Glees, britischer Politologe). Es gelte die „Herrschaft des Unrechts“ zu beenden. Die Anti-68er von heute versuchen die Uhren der Geschichte und Gesellschaft auf die Zeit vor 1968 zurückzudrehen.

 

Horst Mahler 2018. Foto: Heinz Kerber

 

Wir haben in diesem Jahr Horst Mahler und Wibke Bruhns, Hans-Christian Ströbele und Alice Schwarzer beobachtet und befragt. Was bleibt von 1968? Ein Mythos? Oder vielleicht doch mehr? Die Antworten überraschen.

 

Großer Dank an mein Team um Heinz Kerber (Kamera), Jan Dottschadis (Schnitt), Alexandra Bidian (Recherche), Jutta Melsheimer & Kai Hofmann (Grafik, Firma Bildbad) und Ferdinand Schaalburg (Produktion). Betreut wurde die ZDF-Info Produktion von den Mainzer Redakteuren Paul Amberg, Susanne Krause-Klinck und Christian Deick.

ZDF. 17. Oktober 2018. 00.45 Uhr. (45 Minuten)

Going, Going, Gone

Eins, zwei, drei. Fertig ist der Hype. Banksy hat es geschafft. Wieder einmal. Er kann die millionenfach geteilte Aufmerksamkeit genießen. Sein Mädchen mit dem Ballon hat sich in Streifen aufgelöst. Ein geschreddertes Kunstwerk im Moment des absoluten Höhepunkts – in der Sekunde des Zuschlags bei Sothebys in London. 1.2 Millionen Euro werden vor den Augen der Weltöffentlichkeit einfach pulverisiert. Die Smartphones des Publikums laufen heiß.

 

 

Mehr geht nicht. Denn längst pfeifen es die Spatzen des Kunstbetriebs von den Dächern. Der Zerstörungsakt von Banksy könnte für das Werk eine Wertsteigerung um das Doppelte erzielen. Das Mädchen mit dem roten Ballon hebt endgültig ab. Street-Art-Künstler Banksy hat der zahlenden Kundschaft wieder einmal den Spiegel vorgehalten. Perfekt. Ein Narr, der meint, hier könnte es sich um eine gelungene gemeinsame Inszenierung von Künstler und Auktionshaus handeln.

Was zählt, ist Aufmerksamkeit. Banksy verbreitet kurz nach der Aktion ein Filmchen. Darin wohlfeiler Protest. Dann zitiert er Meister Picasso. Es passt so wunderbar zur Unterhaltung der Bussi-Bussi-VIP-Society: „Der Drang zu zerstören ist auch ein kreativer Drang.“ Chapeau, Banksy. Das war ein Meisterstück. Die bürgerliche Gesellschaft braucht und liebt ihre Hofnarren. Eigene Abgestumpftheit, Langeweile und Leere können durch (gekaufte) Leidenschaft, Lebensfreude und Kreativität ersetzt werden.

 

Applaus, Applaus. Die Geschäftsidee: Mangel erzeugt Hunger, Neugier, Sehnsucht, Liebe. Durch Mangel oder langes Warten kann die Lust oder das Glücksgefühl gesteigert werden. Nur das knappe Gut ist kostbar und teuer. „Willst du etwas gelten, mach dich selten“, reimt der Volksmund. Banksy hat verstanden. Er liefert. Sein Geheimnis: Er bleibt anonym.

 

Banksy. Heißt er Robert?

 

Jede Epoche hat genau die Kunst, die sie verdient. Die Kurse im kommerziellen Kunstbetrieb explodieren in diesen Tagen in ungeahnte Höhen. Nur übertroffen vom Boom in der Immobilienbranche. Going, going, gone: Die Party erreicht ihren Siedepunkt. Bald gibt es einen Banksy für zwei, drei Millionen. In Streifen oder am Stück? Egal. Bleibt nur noch eine Frage: Ist der große Unbekannte nun ein virtuoser Kämpfer gegen das System, wie er vorgibt, oder einfach dessen genialster Vertreter?

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Alles wird besser

Die Erde ist eine Scheibe. Regen fällt nach oben. Der Dauerbeschuss mit schlechten Nachrichten, versagenden Eliten und um sich greifender Klimakrise macht uns offenbar ziemlich blind und taub. Die tägliche Schwarzmalerei der Angstmacher in Politik, Gesellschaft und Medien fördert tatsächlich Angst, Stress, Ohnmacht und am Ende die Sehnsucht nach einem starken Führer.

Die Fakten? Die Erde ist eine Kugel, die sich täglich aufs Neue dreht. Das heißt: Niemals zuvor lebten wir so lange und gesund, derart gut ausgebildet und sicher wie im Jahre 2018. Nur zwei Beispiele: Kindersterblichkeit hat sich in den letzten zwanzig Jahren halbiert. Die Zahl der Menschen, die in extremer Armut leben, nimmt weltweit weiter täglich um 137.000 ab. Um 1.4 Milliarden Erdenbewohner seit 1990. „Wir leben in der besten Welt aller Zeiten“, erklären Forscher und Statistiker. Wahrheiten, die wir nicht wahrnehmen wollen, weil es uns so gut geht? Weil wir uns über die letzten 1% auf der Wohlstandsskala bis aufs Blut streiten?

 

Mit Musik geht alles besser. Das weiß jeder Bach-Schüler.

 

Zwei aktuelle Nachrichten aus unserem Alltag: „Immer mehr Menschen ertrinken“, hieß es in diesem langen heißen Sommer. Der ernste Vorwurf: Kinder lernen nicht mehr Schwimmen. Dies sei Folge geschlossener Schwimmbäder und fehlender Unterrichtsstunden. Die Statistik gibt das nicht her. 1970 ertranken 1.119 Menschen. 2017 waren es 404. Neun davon waren bedauerlicherweise Kinder. Jedes einzelne Kind ist eines zu viel. Keine Frage.

Beispiel zwei. Infolge von Neo-Liberalismus, Globalisierung und Digitalisierung leben immer mehr Menschen als Arbeitsnomaden. Sie seien gezwungen, ständig Arbeitgeber und Arbeitsplatz zu wechseln. Wie ist die Lage beim Jobkarussell? 1988 – vor dem Untergang des Real-Sozialismus und Aufblühen des Turbokapitalismus – war der deutsche Arbeitnehmer im Schnitt 10,2 Jahre beim gleichen Arbeitgeber beschäftigt. 2013 waren es 10,6 Jahre. Neuere Zahlen liegen noch nicht vor. Vielleicht hat sich seitdem alles geändert? Die Statistik müsse noch gefälscht werden, argwöhnen nun Verschwörungstheoretiker.

 

Gesehen in Bukarest. Titel: Verpasste Chancen.

 

Sehen wir nur noch schwarz? War früher alles besser? Die Pessimismus-Lücke öffnet sich vollends bei der Frage nach gefühlter und eigener Zufriedenheit. 83% der Deutschen meinen, die Unterschiede zwischen Arm und Reich seien ein „großes“ oder „sehr großes“ Problem. Aber nur 16% der Bundesbürger sind mit ihrer eigenen Situation unzufrieden. Sogar notorisch besorgte AfD-Bürger fühlen sich mehrheitlich persönlich nicht „benachteiligt“.

Leiden die Deutschen an Phantomschmerzen? Psychologen führen dieses Parodoxon auf die mediale Dauerregung der Empörungsgesellschaft zurück. Sie sprechen von einem Negativitätsbias. „Menschen nehmen Schlechtes per se stärker wahr als Gutes, erinnern sich mehr an Niederlagen als an Erfolge, beschäftigen sich mehr mit Kritik als mit Lob.“ Dieses Erbe der Evolution hilft uns wachsam bei Gefahren zu sein. Unsere Vorfahren hatten nur eine Keule. Der Säbelzahntiger hingegen scharfe Krallen, Zähne und mächtig Hunger.

 

Die Lösung? Nur noch gute Nachrichten verbreiten wie einst die Aktuelle Kamera der DDR? – Unsinn. Aber wir sollten wissen: Hassprediger und Heilsversprecher haben derzeit Hochkonjunktur. Sie behaupten lautstark es sei mal wieder Fünf vor zwölf. Das stimmt. Aber nur eine einzige Minute am Tag. Gott sei Dank.

„Vieles entwickelt sich zum Guten. Wir wollen es nur nicht wahrhaben“, sagen Zukunftsforscher. Für alle Skeptiker, Kultur-Pessimisten und Dramatiker Hirnfutter zum Weiterlesen.

Hans Rosling. Factfulness: Wie wir lernen die Welt zu sehen, wie sie wirklich ist.

Steven Pinker. Aufklärung jetzt.

Yuval Noah Harari. Homo Deus. Eine Geschichte von Morgen.

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Nur mit uns

Lust auf Geschichten? Auf Frohsinn, Gemeinsinn, Gemeinschaft? Berlin feiert Anfang Oktober drei Tage lang das größte Fest des Jahres. Motto: „Nur mit Euch!“ Mit Bundespräsident, Nena und Currywurst. Brandenburger Tor und Tiergarten verwandeln sich in eine große Fanmeile der deutschen Einheit. Eine Million Besucher werden erwartet. Wie ist das nun? 28 Jahre vereint. Ein Grund zum grenzenlosen Feiern?

Schauen wir genauer hin. Ins kleine Herzdorf, in dem die große deutsche Einswerdung noch größere Verdauungsstörungen auslöste. Bis heute. Wir befinden uns Anfang des Jahres 2000. Der Gemeinderat hat eine wichtige Entscheidung zu treffen.

 

Als Windräder und Wölfe ins Land kamen…

 

„Blumental war wieder einmal zu spät. Die Sitzung hatte begonnen. Er eilte in die verrauchte Gaststätte, in der an diesem Abend sein Parkkonzept verabschiedet werden sollte. Endlich! Dann konnte es losgehen. Das Herzstück der Weltausstellung EXPO 2000. Er hatte den Park des Bundespräsidenten neu gestaltet, die Scheichs mit seinen Innenhöfen in Riad verzaubert. Da müsste es doch mit dem Teufel zugehen, wenn eine Troika aus Feuerwehrhauptmann, Ex-LPG-Chef und früherem Staatsbürgerkundelehrer ihn noch stoppen würde. Blumental stellte sein Konzept vor. Er sprach von einer einmaligen Chance. Von Jobs, Entwicklung und Perspektiven. Das Beste sei, der Park erhalte eine hundertprozentige Förderung.

 

Jobs. Entwicklung. Perspektiven für´s Land.

 

Die anwesenden Männer und Frauen schwiegen. Seit Wochen hatte es in den Dörfern kein anderes Thema mehr gegeben. Der Mann sei größenwahnsinnig geworden. Jetzt nimmt er uns auch noch den Park weg, hieß es. Feuerwehrchef Hans Brenner, zeit seines Lebens im Gemeinderat, hatte erklärt: „Den Park kriegt er nicht. Nur über meine Leiche.“ Als Blumental seinen Vortrag beendet hatte, türmte sich eine Mauer aus Bedenken und Misstrauen auf. Fragen prasselten in den Raum: Wer übernimmt die Folgekosten? Was hat der Ort davon? Wer bezahlt die Pflege? Die Männer redeten sich in Rage. Das koste das Dorf ein Vermögen, eine halbe Million Mark im Jahr mindestens. „Wir wollen kein Mercedes-Dorf“, rief ein Gemeindevertreter. Schon einmal sei man über den Tisch gezogen worden, entgegnete ein anderer. Es wurde eine nervenaufreibende Sitzung. Man lasse sich nicht mehr für dumm verkaufen. Versprechungen vom Paradies auf Erden habe man sich in der DDR lange genug anhören müssen. Der Sozialismus sei eine gute Sache. Nur scheiße, dass man ihn so lange hatte. So berichteten damals Teilnehmer von diesem außergewöhnlichen Abend im Gemeinderat von Herzdorf.

 

„Wir sind doch nicht Sanssouci.“ Die Scheune hat drei Systeme überlebt. Sie bleibt. Noch hundert Jahre, sagt der Besitzer.

 

Auch Jahre später erinnern sich die Beteiligten an die turbulenten Stunden. Wenn auch höchst unterschiedlich. Nur in der Frage des Parks empfanden alle ähnlich. Es ging um Sieg oder Niederlage. Um Leben oder Tod. Fast wie in den Theaterstücken, die im Park gespielt worden waren. Nur dieses Mal spielte das Stück im richtigen Leben. Blumental: „Ich behaupte heute, es ist DDR-Denken gewesen. Dieser Park war wie die Kirche völlig ungenutzt. Einige wenige haben Löwenzahn für ihre Karnickel geschnitten. Ansonsten war der Park eine verwilderte, vernachlässigte Einheit.“ Feuerwehrchef Brenner blieb bei seiner Ablehnung. „Der Eintritt sollte zehn Mark kosten, auch für uns Einheimische. Wir sind doch nicht Sanssouci!“

***

Auszug aus: So viel Anfang war nie. Btb. Im März 2018 auch als Taschenausgabe.

So viel Anfang war nie von Christhard Laepple

 

Live auf dem Fest der Einheit. Berlin. 1. Oktober 2018  16.15 Uhr Programmzelt „Geschichte und Erinnern“. Straße des 17. Juni – vor dem Sowjetischen Ehrenmal.