Neues aus der Anstalt
Als ich nach vier Jahrzehnten ZDF meine Abschiedsparty feierte, wünschten mir viele eine gute Zeit. Ein Ritual, wenn jemand nach langer Zeit geht. Was mich überraschte, war etwas anderes. Erst einer, dann zwei, drei Kolleginnen und Kollegen raunten mir zu: „Du konntest Deine Meinung im Sender sagen. Du warst festangestellt. Dir konnte nichts passieren. Ich kann mir das als Freier nicht leisten. Ich muss meine Miete zahlen!“ Wie bitte? Ich stutzte. Ab dem dritten, vierten Mal fragte ich zurück: „Wieso? Was hat dich gehindert? Wir sind doch nicht in Adlershof, beim DDR-Fernsehen.“ Viele konnten nur süß-sauer lächeln. Mehr aber auch nicht. Privat eine andere Meinung als beruflich zu haben, ist