„Kommt zur Vernunft“
Viele Deutsche träumen von einem, der durchgreift. Der sagt, was Sache ist. Der handelt und regiert, statt zu diskutieren oder abzutauchen. Es ist der Wunsch nach einem aufgeklärten Herrscher. Es muss ja nicht unbedingt der Putin sein, heißt es, eher so einer wie der „alte Fritz“. Dieser König – Friedrich II von Preußen auch „Friedrich der Große“ genannt – erlebt eine Renaissance. Er war ein typischer Barockherrscher, sozial und rücksichtslos, bescheiden und luxusliebend, bemüht um gute Herrschaft, aber leichtfertig mit den Menschen. Er verfasste fünfzigtausend Gedichte in französischer Sprache. Deutsch war für ihn die Sprache der Pferdekutscher. Aber wer war der Große? Sein Trauma: die frühe Zwangsheirat mit Elisabeth Christine,