Ein Leben mit vielen Akten
Es war das einzige Buch, das in fast fünfzehn Jahren meiner Moderationen auf dem Blauen Sofa während der Buchmessen sofort geklaut wurde. Es war ein neuer Bildband von Günter Rössler. Den damals bereits betagten Leipziger Fotografen begleitete ich von der Bühne hinunter zum Signieren an den nahen Autogrammtisch. Das Buch ließ ich für einen winzigen Moment liegen. Ein Fehler. Als ich zurückkehrte, war es längst weg. Rösslers Buch erschien 2006. Es hieß: „Mein Leben in vielen Akten“. Es erzählt die Geschichte eines DDR-Fotografen, der aus Leidenschaft unbekümmert und unverkrampft die Weiblichkeit in den Mittelpunkt seines Lebens gestellt hatte. „Nacktheit empfand ich von Anfang an nicht als Peinlichkeit oder