post image

Zukunft Heimat

Endlich Sommer. Raus aufs Land. Nur weg aus den Städten, die nerven. Sie sind heiß, hektisch, autistisch. Die Sehnsucht nach der heilen Welt ist längst zu einem Milliardengeschäft geworden. Magazine wie „Landlust“ fahren Auflagenrekorde ein. Dabei zeigen sie das Landleben ähnlich realitätsnah wie der „Playboy“ Frauen, so Barbara Schaefer und Katja Trippel in ihrem Buch „Stadtlust“. Auch Menschen auf dem Land hätten stressige Jobs und Zukunftsängste. Bloß nichts, was sie davon ablenke: keine Theater, keine Kinos, keine Bars. In der Lifestyle-Landleben-Literatur ist davon nichts zu lesen. Nur glückliche Kühe, die hinterm Kräutergarten auf sattgrünen Wiesen wiederkäuen.

IMAG0602

Verweile, ach du bist so schön.

 

Mega-Trend Landliebe. Früher war das platte Land einfach nur eine gefahrvolle und „wüste Region“. Für Reisende  Orte  des „Schreckens und der Einöde“ wie in Mecklenburg. Raubritter und Armut, Frondienste und das Faustrecht bestimmten den Alltag. 1219 trieb Bischof Brunward von Schwerin daher die Christianisierung voran, damit er „leichter Einwohner erlange und das Volk durch den Eintritt der Gläubigen gefestigt werde“. Heute sind die meisten Kirchen hübsch saniert, aber sie bleiben sonntags leer.

 

Von den 82 Millionen Deutschen wohnen weit über sechzig Prozent in der Stadt und knapp vierzig Prozent in Vororten, Kleinstädten oder auf dem Land. Aber 53% der Deutschen wollen laut Umfragen in der Provinz leben. Sogar lieber als Shoppen, Kochen, Wellness. Eine Modewelle? Lieben die Deutschen das Land oder nur die Land-Show? „Es geht um das schnelle Naturglück“, sagt Daniela Pohl von der Werbeagentur Kolle Rebbe. Die Feel-Good-Konsumenten wollen es „romantisch, idyllisch und authentisch“.

IMAG0555

Eine Künstlerin schreibt: „Mir fällt die Stadt ab wie Sand von den Haaren. Ich fühle mich frei, sobald ich von der Autobahn abbiege. Der ganze Druck, Stress, Belastung: Besser sein, schneller sein, immer auf der Höhe sein. Ich werde ruhiger, pflanze in meinem Garten Vergissmeinnicht und ich werde ein anderer Mensch. Nach drei bis vier Wochen zwischen Rüben, Hasen und Blumenkohl will ich allerdings wieder zurück. Dann treibt es mich zurück ins Leben.“

 

Mythos Heimat. Unverdorben. Ehrlich. Bodenständig. Was gibt es Neues im Dorf? ist die Frage. – Was soll es Neues geben? lautet die Antwort. Nun ziehen Radfahrer durch die Provinz. Junge Leute, Familien, kleine Gruppen, Professionelle. Sie starren auf ihre Smartphones oder ihren Navi am Lenker. So sehen sie die Leute im Dorf nicht vor dem Haus sitzen. Keine Zeit für ein Plausch, das nächste Etappenziel muss erreicht werden. Die Zeitgeist-Magazine haben in ihren Sommerausgaben die letzten Paradiese zur Entdeckung freigegeben. „Der Traum-See. Garantiert unberührt.“ Auf geht´s! So treibt sie die Sehnsucht. Immer weiter, immer schneller. Einmal hin und GPS-gesteuert gleich wieder zurück.

post image

Wo der Zauber zuhause ist

„Psst! Seien Sie bitte leise, hier wird Theater gespielt.“ Der große kräftige Manager am Eingang der Gemeindehalle versperrt freundlich, aber bestimmt den Weg. Wir haben zu spät von der Aufführung erfahren, betteln um Einlass. Wir wollen unbedingt sehen, wie der Milchwald in Dylan Thomas Heimat gespielt wird. Plötzlich erbarmt sich der Mann und öffnet doch noch die Tür.

Der Saal ist völlig überfüllt, es riecht nach Lampenfieber, Schweiß und Aufregung. Das Stück liegt in den letzten Zügen, auf der Bühne heißt es bald: es wird dunkel in der bibelschwarzen Nacht von … Laugharne.

Schlussapplaus brandet auf, der Saal tobt, die Schauspieler sind glücklich, der Regisseur, ein BBC-Mann, eilt auf die Bühne und verneigt sich mit dem ganzen Ensemble. „Unter dem Milchwald“ ist wieder ein voller Erfolg. 1958 wurde das Stück zum ersten Mal aufgeführt, erst auf englisch, später In Dylan Thomas Muttersprache, auf walisisch. Die Inszenierung ist ein großer Kraftakt mit monatelangen Vorbereitungen, vielen Laiendarstellern und einigen wenigen richtigen Schauspielern. Jeder Theaterabend ist ein Fest, ein Erlebnis, die Besucher kommen von überall, sogar aus den USA. Dylan Thomas ist ein gefeierter Autor, von London bis Los Angeles. Jedes englischsprachiges Kind kennt ihn, er ist so bekannt wie Goethe oder Schiller bei uns. Bob Dylan nahm seinen Namen an und Led Zeppelin widmete Dylan Thomas ihre schönste Hymne der Popgeschichte „Stairways to heaven“.

dthomas

Dylan Thomas. Poet, Dichter, Trinker. Er starb mit 39 Jahren. Bob Dylan bewundert ihn, nahm seinen Namen an.

 

Hier in Laugharne, an der walisischen Westküste ist der Milchwald zuhause. Von hier stammen die schrägen, eigenwilligen Charaktere, die Dylan Thomas in seinem weltberühmten Stück verarbeitet hat. Jeder macht hier im Sommer mit. Der Enkel von Fleischer Mr. Gleed spielt den strammen Metzgermeister Gossamar Beynon. Der populäre Postbote Adrian Nicholls verwandelt sich natürlich in die Kultfigur Willy Nilly Postmann. Aber auch all die anderen aus dem Stück, ob Reverend Eli Jenks, Misses Ogmore-Prichards oder Mister Organ Morgan,  sind mit Feuereifer dabei. Laugharne, die kleine Küstengemeinde mit rund vierhundert Seelen, ist immer Anfang August völlig aus dem Häuschen.  Bereits in der dritten Generation wetteifern die Laugharner beim Milchwald mit. Irgendwie spielen sie sich selbst, mit großem Engagement, mancher Unbeholfenheit, aber stets mit einem schelmischen Augenzwinkern.

Nach der Aufführung treffen sich Einheimische, Gäste und Schauspieler bei Richard, einer der mehreren Stehkneipen an der Dorfstraße. Es ist  brechend voll und höllenlaut, die Biergläser kreisen über den Tresen. Die Laugharner sind stolz auf ihren Milchwald, auf ihren Dylan Thomas, der in einem nahen Bootshaus vier Jahre seines Lebens verbrachte. Heute ist in dem früheren Schuppen ein kleines Museum untergebracht.

42-19531062-1680x1050

Die Dichterstube. Heute ein kleines Museum in Laugharne. Dylan Thomas schrieb fast zwanzig Jahre am „Milchwald“. Erich Fried übersetzte seinen Genie-Streich auf deutsch.

 

Bei Richard sieht, hört und erfährt man alles über den verlorenen Sohn, der auszog, um in den buntesten Farben das Leben einer Kleinstadt zu beschreiben. Man trinkt ein Pint nach dem anderen, alle gefüllt bis an den Rand. Dylan Thomas könnte hier stehen. Mitten unter uns, gleich nebenan an der Theke. Und zuhören. Er habe sich hier am wohlsten gefühlt, sagen die alten Laugharner. Der Whiskey sei sein treuer Begleiter gewesen. „Ich habe achtzehn Whiskeys getrunken, das ist Rekord“, sollen seine letzten Worte gewesen sein.

Gestorben ist Dylan Thomas im fernen New York. Nach seiner ersten öffentlichen Lesung im „Poetry Center“ Ende Oktober 1953, die ein riesiger Erfolg war, schleppte er das ganze Honorar in seine Stammkneipe. Er feierte, fiel ins Koma. Zwei Tage lang. Und wachte nicht mehr auf. Da war er 39 Jahre alt. Begraben wurde er in seiner Heimat, in walisischer Erde. In Laugharne.

 

Unter-dem-Milchwald-trotz-Sturmregens_ArtikelQuer

Seit zwanzig Jahren ist der „Milchwald“ im brandenburgischen Netzeband zuhause. Ein Theaterabend mit Stimmen und Puppen voller Poesie.

 

Laugharne hat sich seitdem kaum verändert. Es ist ein kleiner, sympathischer Ort geblieben. Die Menschen sind  eher verschlossen, aber haben das Herz an der richtigen Stelle. In Laugharne gibt es auffällig viele Kneipen, ein Kirchlein und ein Schloss, das schon lange verfallen ist, einen Sparmarkt, dazu Bäcker, Fleischer, zwei Friedhöfe, eine Buchhandlung, mehrere Kunsthandwerkerläden und eine Schule. Doch einmal im Jahr ist die neue „Jahrhunderthalle“, die mit Hilfe von EU-Mitteln in die strukturschwache walisische Randregion verpflanzt wurde, der unbestrittene Mittelpunkt. Dann ist Milchwald-Zeit, dann kommen die Menschen zusammen, um  ihrer Leidenschaft nachzugehen, dem Theaterspiel.

„Wir sind stolz auf unseren Milchwald“, sagen die Laugharner an der Theke, auch wenn wir in vielen Rollen schräg, verrückt oder äußerst wundersam daherkommen. So what! So ist das Leben, so sind wir.“

 

img

„Anfangen, wo es anfängt: Es ist Frühling, mondlose Nacht in der Kleinen Stadt. Sternlos und bibelschwarz, die Kopfsteinpflasterstraßen still und der geduckte Liebespärchen- und Kaninchenwald humpelt unsichtbar hinab zur schlehen-schwarzen, zähen, schwarzen krähenschwarzen fischerbootschaukelnden See. “ So beginnt „Unter dem Milchwald“ (Under The Milkwood)

 

Als die Laugharner erfahren, dass ihr Stück in Deutschland in einem kleinen Dorf nicht weit von  Berlin gleichfalls gespielt wird, wundern sie sich. „Nie davon gehört“, sagen die Thekensteher von Laugharne. Aber ihre Augen strahlen. „Das ist doch großartig, das ist wunderbar.“ Männer und Frauen, ob jung oder alt, klopfen uns auf die Schulter und spendieren eine weitere Lage Bier. Wir stoßen auf Dylan Thomas an und feiern bis tief in die bibelschwarze Nacht von Laugharne. Der Ort, in dem der Milchwald zuhause ist.

Mein Smartphone, mon amour

Ganz ehrlich! Es geht einfach nicht mehr ohne. Nur mit meinem kleinen Freund fühle ich mich sicher, lebendig, überlebensfähig. Mein verlängerter Arm. Mein Hirn. Meine Augen, Ohren, Stimme. Mein Verlangen ist grenzenlos, meine Leidenschaft unstillbar. Das kleine Teilchen ist ein unfassbares Glück.

Es wiegt nicht viel, passt in jede Tasche, begleitet mich von früh bis tief in die Nacht. Es zeigt mir die Welt, ich halte sie fest in den Händen. Ein Blick reicht. Über zweieinhalbtausend Mal berühre ich Dich täglich. Mal zärtlich, mal fordernd, mal ängstlich, mal wütend. So streichle, wische, drücke ich Dich – meine große Liebe – mein geliebt-gehasstes Smartphone. Das Zauberding kann alles, außer Kaffee kochen.

 

computer-1106900_960_720

56mal täglich schaut der Durchschnittsnutzer auf PC, Tablet oder Smartphone.

Alles, was Menschen über oder unter Fünfzig vorhaben – essen, trinken, lieben, singen oder vögeln, können sie mit diesem Gerät in Sekundenbruchteilen erleben, organisieren, simulieren. Rund achtzig Millionen Deutsche haben mehr als 113 Millionen Mobilfunkanschlüsse. Mit Apps, Spielen, Netzwerken, ein Verführungspotential in jedweder Art. Ich bin nicht allein.

2.617 Mal pro Tag berühren Smartphone-Nutzer ihr Handy. Das will eine repräsentative Studie herausgefunden haben. Eine Woche lang wurde aufgezeichnet, wie häufig Testpersonen den Touchscreen berühren, um ihr Smartphone zu entsperren, zu tippen oder zu swipen. Auf ein Jahr hochgerechnet gehen die Kontakte in die Millionen Berührungen. Mehr als jedermann/jedefrau jemals den Hund, Partner oder auch nur den Bleistift im ganzen Leben anfasst.

 

computer-1111435_960_720

Im Netz ruht das Glück. Über 2.000 Mal berühren wir unser Gerät. Jeden Tag. Im Durchschnitt. Mehr als alles andere im Leben.

 

Was helfen Warnungen der Experten? Benjamin Wockenfuß leitet bei der hessischen Landesstelle für Suchtfragen das Selbsthilfeprojekt webC@RE. Schon vor zwei Jahren erklärte er resignierend: «Viele Menschen bauen Stress ab, verlieren dabei aber den Kontakt zu sich selbst». So schafften sie sich in der virtuellen Welt eine Oase, in der sie keine Enttäuschung erlebten und sich von der Dynamik der Gesellschaft nicht überfordert fühlten.

Die Bundesregierung geht derzeit von mindestens 500.000 Internetsüchtigen in Deutschland aus, Tendenz steigend. Genaue Kriterien fehlen aber. Wer außerhalb von Schule, Studium und Beruf rund dreißig Stunden in der Woche vor dem PC, Tablet und Smartphone sitzt, gilt in Fachkreisen als abhängig, so Benjamin Wockenfuß. Die Annahme, Männer verlören sich vor allem in Rollenspielen und Frauen in sozialen Netzwerken sei nicht mehr zu halten. Viele vor allem ältere Nutzer seien „exzessiv in Plattformen wie Wikipedia und YouTube“ unterwegs.

Willkommen auf meiner Seite!

Nice-Land

Junge bärtige tollkühne Männer mit achtziger Jahre-Haarschnitt stürzten selbstbewusste, überhebliche, topondulierte Profis von ihrem Ross. Eine echte Saga, Marke Island. David gegen Goliath. Tapfere Trolle gegen gigantische Gladiatoren. Sie verhalfen den Briten zum sportichen Brexit. Nun sind die Isländer gegen Frankreich ausgeschieden. Zwei Tore reichten nicht – die Franzosen netzten davon fünfe ein. Egal. Das isländische Sommermärchen ist vorbei. Einziger Wermutstropfen: Nun wird die EM ein wenig langweiliger.

Island hatte nie eine Armee. Seit dem 13. Jahrhundert aber sind Isländer die besten Geschichtenerzähler. „Snorra Edda“ – ihre Blaupause für Heldengeschichten. Seit Jahren liebe ich diese kleine, große Insel am Rande der Welt mit Eis und Feuer, Gletschern und Vulkanen. Bewundere ihre Kultur, ihren Mut und ihre Bereitschaft, Dinge zu ändern, die zu ändern sind. Die 330.000 Einwohner –Bielefeld lässt grüßen – sind Multi-Tasker. Sie ackern, fischen, züchten Schafe, schreiben, dichten, trinken, musizieren und manche spielen mittlerweile so gut Fußball wie die Großen. Die EM ist die Geburtsstunde eines neuen Mythos. Underdogs können mehr. Frisch, fröhlich, furchtlos. Apropos: Ein isländischer Kicker verdient im Durchschnitt in einem Monat so viel wie sein britischer Kollege an einem Tag.

 

 

Wenigstens drei Dinge sollte man über die Isländer wissen.

Nummer Eins. Sie sind ein gastfreundliches Land. Bis 874 lebte kein Mensch auf der Vulkaninsel. Dann kamen irische Mönche, Norweger, Kelten, Dänen, Engländer und nach dem II. Weltkrieg mehrere hundert deutsche Frauen. In Island waren sie knapp. In Deutschland gab es nichts zu futtern. Bereits 993 wurde die Ratsversammlung Althing gegründet: Das älteste Parlament der Welt. Kaiser, Könige oder Diktatoren gab es nie, es sei denn als Eroberer. Seit dem 17. Juni 1944 ist Island unabhängig. Apropos: Es waren natürlich Isländer in der Gestalt von Wikingern, die Amerika (um das Jahr 1000) als erste entdeckten. Und nicht ein gewisser Christopher Kolumbus.

 

Nummer Zwei. Jeder ist mit jedem verwandt, irgendwie um eine Ecke . Im Telefonbuch sind nur Vornamen verzeichnet. Johannson ist der Sohn von Johann und mit 48 Jahren seit kurzem jüngster Präsident des Landes. Gewählt wurde er, weil sein Vorgänger über dubiose Panama-Aktien-Geschäfte  gestolpert war. Gudmundsdottir, ist die Tochter von Gudmund, besser bekannt als Björk. Islands berühmteste Sängerin und Kulturexporteurin. Weil praktisch jeder mit jedem verwandt ist, ähnelt sich auch das Erbgut. Was bedeutet das? Tausende Isländer wurden genetisch durchleuchtet, um Krankheitsgene für Alzheimer und Krebs zu entschlüsseln.

 

Island Limo 2009

Reykajyvik. 2010. Ein Land im Finanzrausch – bis die Blase platzte. Das Personal wurde ausgetauscht. Die Strech-Limo blieb. Dann fing man wieder von vorne an.

 

Nummer drei. Isländer stehen auch nach dem härtesten Schlag wieder auf. Nach dem Finanzrausch von 2007 und der drohenden Staatspleite 2008 haben die Isländer die Folgen der Spekulationsblase erstaunlich rasch überwunden. Nun ist der rasant wachsende Tourismus größter Devisenbringer. Das Land dient auch als Kulisse für Hollywood. „Star Wars“, „Games of Thrones“ oder Jules Vernes „In achtzig Tagen um die Welt“ entstanden auf der Insel. „Man findet in Island einzigartige Landschaften, die inspirierendsten des Planeten“, schwärmt Regisseur Darren Aronofsky.

IMGP2662 copyZDF

Sagenhaftes Island. Die Isländer sind Weltmeister im Geschichtenerzählen. Illustration: Kat Menschik. 2011.

 

Sollten die Isländer nun auch noch die Franzosen bezwingen, könnte es sein, dass der Eyjafjallajökull oder einer der anderen 130 Vulkane beschließen, vor lauter Freude Feuer zu speien. Die heimischen Vulkane brechen – rein statistisch gesehen – alle fünf Jahre aus. Die letzte Aktivität war 2010 und – europaweit zu spüren. Als feiner dunkelschwarzer Ascheregen, der alles lahmlegte. Fazit: Was auch immer passiert, die Isländer, klein und fein, spielen groß mit. Oder Halldor?

post image

Der Blick des Nachbarn

In der Vergangenheit war die Zukunft auch schon mal besser. Bunter. Vielversprechender. Das kann erfahren, wer bereit ist, unvoreingenommen über den Gartenzaun zu schauen. Zum Beispiel nach Prag oder auch nach Bratislava. Tschechische und slowakische Fotografen schätzen die Momente, die das Leben ausmachen. Meist in Schwarz-Weiß. Als lieferten sie die Bilder für Milan Kunderas unübertroffenen Roman „Die unerträgliche Leichtigkeit des Seins“. So entstehen Bilder in einem steten Wechsel aus Lebenslust und Melancholie. Motto: Wer mit dem Tod über das Leben verhandelt, der muss stark sein.

roszke-photo-immigration-600x400

Jan Zatorsky. Grenzübergang Röszke-Horgos. September 2015

Eine neue Ausstellung im Tschechischen Zentrum in der Berliner Wilhelmstraße zeigt eine Auswahl der besten Aufnahmen der letzten zwanzig Jahre aus dem Land der Schwejks und Vaclav Havels. Dabei ist das Tschechische Zentrum selbst eine Reise wert. Dieser Bau aus den späten siebziger Jahren im Stile des Brutalismus verkündete in seiner kantigen Formensprache ungebremste Zukunftseuphorie, gegossen in Stahl und Beton. Ein sozialistischer Zeitgeist-Klotz, der seinesgleichen sucht.

040_2014_fotoroku_singer

Filip Singer. Kiew. Ukraine. Winter 2013. Fotografie des Jahres 2013.

Die Aufnahmen seien ohne staatliche Einflussnahme und völlig unabhängig ausgewählt worden, heißt es. Keine Propaganda oder Marketingaktion der Regierung wird versprochen. Tatsächlich fügen sich die Bilder wie Puzzlestücke zu einer eindrucksvollen Chronik unseres Nachbarlandes zusammen. Die Fotos erinnern an die großen Überschwemmungen um die Jahrtausendwende, an Prager Proteste gegen Globalisierung oder die dramatischen Stunden während der Flüchtlingskrise im vergangenen Sommer 2015. Die Kunst der Fotografen gibt nicht nur das Sichtbare wieder, sondern macht Dinge erst sichtbar. Es zählt der zweite Blick.

1527145_343701_kucera_Praha_2000_Anarchisti

Jarolsav Kucera. Proteste gegen Globalisierung. Prag. 2000.

Die Ausstellung „Best of Czech Press Photo“ ist den ganzen Sommer über bis zum 2. September 2016 in der Galerie TZB im Tschechischen Zentrum in Berlin-Mitte (Wilhelmstraße 44) zu sehen. Der Eintritt ist frei.

post image

Strahlende Zukunft

„Wir sind die Schmuddelkinder der Nation“, sagt Jörg Möller. Der kräftige Mann lacht. Er ist einer, der in sich ruht: Ingenieur. Kraftwerker. Hobby-Historiker. Einst hat er die leuchtende Zukunft mitorganisiert. Strom aus der Steckdose. Angetrieben von der ungeheuren Energie der Atome. Seit 25 Jahren demontiert, zerlegt und verschrottet er seinen eigenen Arbeitsplatz. Möller ist zuständig für die verstrahlten Hinterlassenschaften eines Atomkraftwerkes. Ganz genau für die des Kernkraftwerkes „Bruno Leuschner“ in Rheinsberg.

IMG_1843

Rein oder Raus? Warnschild am Zugang zum einstigen Druckwasserreaktor im KKW Rheinsberg.

 

Das erste funktionierende AKW in Deutschland ging im Mai 1966 im Osten der Republik ans Netz. In der kleinen DDR. Ein großer Triumph für die Genossen. Ein knappes halbes Jahr später zog der Westen mit dem KKW Gundremmingen nach. Genau fünfzig Jahre später wickelt das längst vereinte Land die einstige Zukunftstechnologie ab. Die Energiewende – ein Milliardenprojekt. „Wir können das. Wir sind Pioniere. Wir waren die ersten bei Auf- und Abbau.“ Jörg Möller strahlt. Der 58-jährige erklärt, dass die Rheinsberger mittlerweile Meister der Demontage von Atomkraft sind. Sein Konzern die Energiewerke Nord, ein bundeseigener Betrieb, sei „weltweit der größte Stillleger für Atomkraft“.

IMG_1834

Die Leitstelle mit vielen Knöpfen und dem Charme der sechziger Jahre. Die Blockwarte des  „Raumschiff Orions“ befindet sich mitten im Naturschutzgebiet am Großen Stechlin, eine gute Autostunde nördlich von Berlin entfernt.

 

Tatsächlich bauen Möller und seine 170 Kollegen seit einem Vierteljahrhundert den sowjetischen Druckwasserreaktor WWER-2 bis auf die letzte Mutter zurück. Sie entschärften über 300 Brennstäbe, verkauften davon 74 an eine US-Firma. Sie zersägten in „heißen Zellen“ Stahlträger, Pumpen, Turbinenteile, Behälter, kurzum: sie demontierten in Abklingbecken verstrahlte und kontaminierte Elemente, um sie in ein Zwischenlager nach Greifswald zu transportieren. Die Ingenieure zerlegen damit ihre eigene Existenz, eine gewollte Selbst-Liquidation. Ein unternehmerischer Suizid. Noch weitere zehn Jahre wird es dauern, bis das einstige KKW Rheinsberg besenrein übergeben werden kann.

IMG_1826

KKW Rheinsberg Stolz der DDR. Ab 1966 am Netz. Seit 1990 abgeschaltet. Seit 1995 im Rückbau.

 

„Wir suchen dringend junge Leute. Ingenieure, Techniker, Wissenschaftler“, betont Möller, der in Magdeburg Maschinenbau und Kerntechnik studiert hat. Über 100 neue Mitarbeiter sollen eingestellt werden, aber der Fachkräftemangel sei zum Verzweifeln. Möller und seine Verschrotter von Rheinsberg versprechen wieder eine blühende Zukunft. Ob in Deutschland oder weltweit, der Ab- und Rückbau von atomaren Anlagen sichere auf lange Sicht Arbeitsplätze. Allein im russischen Murmansk müssten 140 atombetriebene U-Boote „entschärft“ werden.

IMG_1846

Museumsreif. Die Vorrichtung für Brennstäbe. 74 unbenutzte neue Brennstäbe wurden in den neunziger Jahren in die USA verkauft.

So werden die Rheinsberger ein weiteres Mal Pioniere. Einst für ein Zukunftsversprechen mit Atomkraft. Heute als Modellbetrieb für den Ausstieg aus einer Technik, die einmal die Lösung aller Menschheitsprobleme versprach. Der Besuch im ehemaligen KKW Rheinsberg mitten im idyllischen Naturschutzgebiet am Stechlinsee ist wirklich eine Reise wert. Führungen im Sommer immer mittwochs ab 13 Uhr. Es empfiehlt sich eine rechtzeitige Anmeldung. Die Nachfrage ist groß.

 

 

post image

Johanssons Welt

Es ist eine fabelhafte Welt, die er zu erschaffen imstande ist. Es ist eine Welt, in der mit den Grenzen der Realität gespielt wird, bis sie leicht und elegant überschritten werden. So entstehen neue Räume, Szenen, Situationen. Der Mann greift nicht Momente auf, heißt es über ihn, er setzt Ideen um. Und wie! Die Rede ist von Erik Johansson, einem schwedischen Grafikdesigner. „Die einzige Sache, die uns begrenzt, ist unsere eigene Phantasie“, lautet sein Motto. Johansson ist ein wahrer Tüftler, geduldig und mit langem Atem. Einer, der geradezu genial die Grenzen unserer Vorstellungskraft austestet.

-1

Erik Johansson. Cut And Fold. 2012.

Der Stockholmer Künstler arbeitet mittlerweile in Prag, nachdem ihn Berlin nicht mehr inspirieren konnte. Johanssons Welt besteht aus Abbildern der realen Welt, aus denen er seine eigene Welt puzzleartig zusammensetzt. Dabei verwendet er ganz konventionell Schere, Lineal und Klebstoff. Wie ein Bühnenbildner modelliert er Elemente, um neue Mini-Kulissen zu entwickeln. Mehr als sechs bis acht Bilder sind in seiner Jahresproduktion nicht drin. Der Aufwand ist groß, das Ergebnis ist es allerdings auch. Seine Werke sind magisch. Atemberaubend. Fesselnd.

-2

Erik Johansson. Vertical Turn. 2009.

 

Hart arbeiten. Konzentriert sein. Dran bleiben. Gute Künstler sind in der Lage den Staub abzuschütteln. Und den Schweiß der Arbeit. Das sind der Preis und der Lohn. Denn die Zeit, die wir erleben und die wir durchschreiten, ist keineswegs ein langer ruhiger Fluss, sondern eine Ansammlung von winzigen Elementarteilchen. Und diese müssen präzise und stimmig zusammenpassen. Schließlich findet das Leben in Augenblicken statt, nicht in Chroniken. Johanssons Welt ist eine lange Expedition, die es jederzeit lohnt anzutreten. Die neugierig macht. Weiter zu gehen, bis ans Ende des Horizonts.

impact

Erik Johansson. Impact. 2016.

 

Man darf immer aufs Neue gepannt sein, was in seiner Welt hinterm Horizont hervortritt.

Wie viel Arbeit in seinen Bildern steckt, zeigt ein Work of Progress-Film des Schweden. Mehr unter Impact – Behind The Scenes bei und von Erik Johansson.

post image

Der kleine Unterschied

Ost trifft West. Zwei Kulturen, eine gemeinsame Sprache? Von wegen. Aber: eine spannende Beziehungskiste. Yang Liu ist in Peking geboren und aufgewachsen. Als sie dreizehn war, zog sie 1990 mit ihren Eltern nach Berlin. Ein echter Kulturschock. Sprache, Sitten, Einstellungen, Umgangsformen – alles änderte sich auf einen Schlag. Das volle Programm. Sauerkraut statt scharfer Nudelsuppe.

Yang Liu schaute von nun an sehr genau auf die kleinen und großen Unterschiede zwischen westlichen Europäern und fernöstlichen Chinesen. Sie verglich Kartoffeln mit Reis, Äpfel mit Birnen, deutsche Pünktlichkeit mit chinesischer Lautstärke. Ihre Anregungen und Antworten suchte und fand sie gleich vor der Haustür, im Alltag: Ost trifft West.

image

Yang Liu. Party.

In einfachen Piktogrammen erklärt die Designerin die komplizierten Feinheiten unterschiedlicher Lebensarten. Völkerverständigung ohne viele Worte, das ist ihre Kunst.  Sie erinnert sich, als sie nach Deutschland kam: „Alle Dinge waren genau das Gegenteil von dem, was ich gewohnt war. Es gab unzählige Male, in denen ich unvorstellbar verwirrt, überrascht, verärgert und geschockt war – oder ich musste einfach lachen.“

image

Yang Liu. Im Restaurant.

Ihr simples Prinzip: sie schildert Szenen aus dem eigenen Umfeld, beobachtet Freunde, Nachbarn oder im Restaurant den Tisch nebenan. Zielsicher steuert sie die Kampfzone der kleinen Konflikte an, mit ihren gewollten oder ungewollten Missverständnissen. Typisch deutsch oder so ist er eben, der Chinese. Die Farbe Rot symbolisiert China, Blau den Westen.

image

Yang Liu. Sonntags auf der Straße.

Mittlerweile ist Yang Liu eine renommierte Künstlerin. Sie arbeitete in Singapur, London, New York und seit einigen Jahren auch wieder in Berlin. Die nunmehr vierzigjährige Grafik-Designerin blieb sich in allen Zeiten und Kulturen treu. Sie  versucht unsere komplexe Welt mit einfachen Strichen zu beschreiben, ohne zu vereinfachen oder zu verniedlichen, aber stets mit einem Augenzwinkern. So erklärt sie uns in zwei neuen Bänden weitere Problemzonen des alltäglichen Culture Clash, wenn es heißt: „Mann trifft Frau“ und „Heute trifft Gestern“.

image

Yang Liu. Transportsysteme.

Zur Zeit ist Yang Lius Welt der Piktogramme im Schloss Neuhardenberg bei Berlin zu sehen. „Mann trifft Frau“ – bis 31. Juli 2016.

post image

Umsonst und üppig

Es ist heiß. Wie in einer dampfenden Waschküche. Das Thermometer zeigt auch abends noch 32 Grad. Die Luftfeuchtigkeit liegt bei über 90 Prozent. Nach wenigen Minuten ist das Hemd klatschnass. Jeder Schritt fällt schwer. Neun Damen scheint die Hitze der Hongkonger Nächte wenig anzuhaben. Sie sind nackt, bewegen sich nicht, ruhen oder posieren voller Gelassenheit. Schaut her, egal was passiert, das Leben ist schön. Nehmt die Widrigkeiten nicht zu ernst. Wie Schönheitsstatuen aus der Renaissance-Ära trotzen die starken Frauen dem Zeitgeist.

Fernando Botero feiert Premiere in China. Der kolumbianische Bildhauer zeigt seine Skulpturen und Werke in Peking, Shanghai und zum ersten Mal in Hongkong. „Meine Arbeit spricht eine universale Sprache“, schreibt Botero über seine erste öffentliche Ausstellung im wuseligen Hongkong direkt an der Waterfront. Er sei stolz, den sieben Millionen Hongkonger mit seinen Werken Anschauung, Abwechslung und Freude vermitteln zu dürfen.

image

Fernando Botero in Hongkong.

 

Aufmunterung können die Bewohner der Sonderverwaltungszone derzeit gut gebrauchen. Die Stimmung ist schlecht. Jedenfalls den Umfragen nach. 42% der Hongkonger würden wegziehen, wenn sie es könnten. In Shanghai sind es nur 17%. Und zwei von drei Bürger Hongkongs (66%) meinen, ihre Stadt sei kein guter Ort für Kinder, um hier aufzuwachsen. Nur 17% der Shanghaier sind der gleichen Meinung.

Was ist los in der einst quirligsten Metropole des asiatischen Finanzkapitalismus? Düstere Endzeitstimmung? Die pure Angst vor der Übernahme durch die Volksrepubik China, die 2047 endgültig vollzogen wird? Von wegen. Die Menschen sind unzufrieden mit ihrer Stadtregierung, mit exorbitant hohen Wohnkosten und explodierenden Ausgaben für Bildung. Wohnen und Kinder sind Luxus. Hongkong hat weltweit mit die höchsten Ausbildungskosten für junge Menschen. Ein Kind kostet im Jahr 16.182 $, wenn es in Hongkong auf eine höhere Schule geht oder studieren will. Zum Vergleich: der weltweite Satz für einen Uni-Platz liegt im Durchschnitt bei 7.631 $.

image

Neun Skulpturen sind an der Waterfront zu sehen. Bis 14. August 2016.

 

Wenigstens Boteros Damen im Zentrum der teuren Stadt machen eine löbliche Ausnahme. Sie sind kostenlos zu bewundern und zwar noch bis zum 14. August 2016.

post image

Maos mächtiger Schatten am Horizont

In diesen Tagen besucht Angela Merkel mit großem Gefolge China. Es geht um Big Business, Börsenwerte und neue ökonomische Partnerschaften. Handel und Wandel auf hohem Niveau. Im Riesenreich jedoch wächst die Zahl der Abgehängten, Enttäuschten und Zurückgebliebenen. Immer mehr Chinesen träumen von alten Zeiten. Von mehr Gerechtigkeit, einer verlässlichen Macht und vor allem von Mao. Selbst junge Volksrepublik-Chinesen verehren den Führer des Großen Marsches und der Kulturrevolution. Es gibt eine anhaltende Sehnsucht nach der Ära der Kulturrevolution, schreibt die South China Morning Post, eine liberale Zeitung aus Hongkong.

Was ist los im Reich der Mitte? Zurück in eine Zeit der Finsternis, in der im Namen der Revolution über 1.7 Millionen Menschen eines unnatürlichen Todes starben, wie selbst offizielle Statistiken einräumen? Vor genau fünfzig Jahren brachen junge Rotgardisten auf, um Zaudernde, Zweifelnde und Gegner auf den richtigen Weg zu bringen. Wer nicht spurte, bekam die Macht von Maos Fußvolk zu spüren. Und heute? „Ich vermisse die unbedingte Hingabe an die Revolution. Ich vermisse Gleichheit und Brüderlichkeit zwischen den Menschen“, sagt Zhou Jiayu, ein ehemaliger Rotgardist. Heute ist der 71jährige einer der vielen frustrierten Rentner.

currency-1953_960_720

Mao ziert jeden 100 Yuen-Schein.

Aber auch junge Chinesen sympathisieren offen mit Maos Kulturrevolution vor fünfzig Jahren. Li Bifeng ist heute 38 Jahre alt. Der Absolvent der London School of Economics gehört zur Smartphone-Generation. Er begeistert sich für Maos Traum einer egalitären Gesellschaft. Li sagt: „Ich habe begriffen, was wichtiger ist als Wissen, nämlich Haltung und Verständnis. Für wen schlägt dein Herz mehr? Für die Mächtigen und Reichen oder die schikanierten und gefährdeten Menschen?“ Die Kinder der Globalisierung sehnen sich nach einer neuen Kulturrevolution.

Besonders Ex-Parteisekretär Bo Xiliai aus Chinas 27-Millionen-Megastadt Chongqing gilt unter Demonstranten und auf Meetings in den Provinzen als Held. Bo wurde 2012 aus dem Amt entfernt, weil er – so die Lesart – die Kreise der mächtigen Kader zu sehr gestört habe. Er hatte sich für niedrige Mieten eingesetzt, überhaupt für eine Sozialpolitik, die den Namen verdient. Und der missliebige Parteisekretär förderte die Wiederbelebung alter Kampflieder aus Maos Zeiten. Das kommt bis heute gut an. Im Mai dieses Jahres, schreibt die South China Morning Post, wurde in der Großen Halle des Volkes in Peking ein Revolutionslied frenetisch gefeiert. Es heisst: „Segeln durch stürmische See hängt vom Steuermann ab“.

26791e37acba831db99f6496dca4c836

Mehr als Nostalgie? Der Handel mit Mao-Nippes und Souvenirs boomt.

So erleben Nostalgiker in China derzeit ein grosses Comeback, egal ob sie jung oder alt sind. Angetrieben durch alltägliche Erfahrungen von Ungleichheit und Ungerechtigkeit träumen sie von einer „guten, alten Zeit“, für die der Große Führer Mao steht. Und sie reden nicht mehr über Prada, sondern vom Proletariat. Sie sehnen sich nicht mehr nach McDonalds, Max Mara oder Mercedes, sondern bewundern Mao Tse Tung.  Als wäre von fünfzig Jahren nichts gewesen. Wiederholt sich Geschichte?