Von Hoffnungen und Pleiten
Aurel schlängelt sein Taxi sicher durch den ruppigen Verkehr von Bukarest. Wenn es sein muss, hupt er sich den Weg frei. Der kräftige Mann kennt sich aus. Wir fahren zum Haus der Presse. Ein riesiger Stalin-Bau nach Moskauer Vorbild. Dort soll einmal mein rumänischer Verlag gewesen sein. Aurel ist Anfang vierzig, wir kommen ins Gespräch. „Rumänien ist ganz großer Mist. Schrecklich.“ Er will weg. Warum? Aurel aktiviert seinen kleinen Bildschirm neben dem Taxameter, zeigt Familienfotos. „Das ist mein Sohn Alexander, sieben Jahre alt“, erklärt er stolz. „Zweite Klasse.“ – Wo ist seine Frau? Seine Miene verdunkelt sich. – „Sie arbeitet in Germania.“ In Meiningen, erfahre ich, in Thüringen.